Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ im Aalto-Musiktheater EssenRichard Wagners Oper „Tannhäuser“ im Aalto-Musiktheater EssenRichard Wagners Oper...

Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ im Aalto-Musiktheater Essen

Vorstellungen: 23.12.; 30.12.2011; 15.1.2012. -----

Wagners romantische Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ in einer Inszenierung von Hans Neuenfels steht wieder auf dem Aalto-Spielplan.

 

Für dieses Werk, das die mittelalterliche Sage des Tannhäuser, der für sein Verweilen im Venusberg Erlösung sucht, mit dem mythischen Sängerkrieg auf der Wartburg verbindet, hat Neuenfels eine faszinierende szenische Interpretation dieser beliebten Wagner-Oper gefunden.

 

Der „Tannhäuser“ sollte Wagner nahezu ein Leben lang beschäftigen. Immer wieder nahm er nach der von ihm inszenierten und dirigierten Uraufführung 1845 im Dresdner Hoftheater umfassende Veränderungen vor, sodass mehrere Versionen dieser großen romantischen Oper existieren. Noch kurz vor seinem Tod notierte seine Frau Cosima: „Er sagt, er sei der Welt noch den Tannhäuser schuldig.“

Der Sagenkreis vom Sängerkrieg auf (der) Wartburg, der dem Komponisten unter anderem durch E. T. A. Hoffmanns Novelle „Der Kampf der Sänger“ vertraut war, verschmolz in der Oper mit der in Heinrich Heines parodistischem Gedicht aufgegriffenen Legende von Tannhäuser und Frau Venus. Die „heilige“ Elisabeth als Sinnbild aufopfernder, rein geistiger Liebe und die sündige, „verruchte“ Liebesgöttin Venus als Inkarnation des sinnlich erotischen Genusses sind die Pole des Spannungsfeldes, in das der Minnesänger Tannhäuser gerät. Wagners Identifikation mit dieser zerrissenen, erlösungsbedürftigen Titelgestalt und Außenseiterfigur ist durch mehrere eigene Äußerungen bezeugt.

 

Spätestens seit seiner „Lohengrin“- Regie für Bayreuth und seinem neuen Buch „Das Bastardbuch“ ist Neuenfels zu einer noch größeren Theaterlegende geworden. Seit mehr als 40 Jahren schreibt er mit provokanten Deutungen Theatergeschichte. Auch am Aalto sorgte er für großes Aufsehen. Der Minnesänger Tannhäuser, diese zerrissene Titelgestalt im Spannungsfeld zwischen der Liebesgöttin Venus und der „heiligen“ Elisabeth, steht bei Neuenfels für den Komponisten Richard Wagner selbst. Er betont den jungen, rebellischen Wagner mit seiner überwältigenden Leidenschaft. Locker und unangestrengt, mit großer Assoziationslust und augenzwinkerndem Witz erzählt Neuenfels eine Geschichte um Liebe, Religion, Romantik, Kunst, Rebellion und Freiheit.

 

Aus dem Orchestergraben spielen die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Soltesz Wagners hymnisch vielfältige Musik.

 

mit Übertitelung

 

Musikalische Leitung Stefan Soltesz

Inszenierung Hans Neuenfels

Bühne und Kostüme Reinhard von der Thannen

Choreinstudierung Alexander Eberle

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑