Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
RUSALKA von Antonín Dvorák in KarlsruheRUSALKA von Antonín Dvorák in KarlsruheRUSALKA von Antonín...

RUSALKA von Antonín Dvorák in Karlsruhe

Premiere: Samstag, 29.September 2007, 19.30 Uhr I Opernhaus

 

Das tragische Los jener verführerischen Wasserfrau, die ihr feuchtes Element verlässt, um die Liebe von Menschensöhnen zu gewinnen, hat in allen Ländern und zu allen Zeiten immer wieder Dichter und Musiker angeregt.

„Rusalka“ ist zum Sinnbild geworden für eine offenbar unmögli-che, unerfüllbare Liebe zwischen dem Menschen und der Natur, die der Mensch zu erkennen und zu begreifen unfähig ist. Ausgerechnet die ‚seelenlose’ Nixe, die untrennbar mit dem Natur-element Wasser verbunden bleibt, ist zur Menschlichkeit befähigt. Doch sie zerbricht an der Grausamkeit der herrschenden Geschlechterverhältnisse. So offenbart der Stoff viel über das Verhältnis zwischen Mann und Frau sowie deren phantasierten Zerrbildern voneinander. Die Handlung der Oper, die Antonín Dvorák mit „lyrisches Märchen“ überschrieb, ist also keineswegs naiv.

 

Der zart-romantische Stoff erscheint bei Dvorák im schweren Gewand eines Musikdramas, in dem nach Wagnerschen Vorbild die Erlösungsidee in den Mittelpunkt gerückt ist. Auch rein äußerlich mag beispielsweise die Szene des Wassermanns und dreier Wassernixen an Wagners „Rheingold“ erinnern. Allerdings verzichtet Dvorák auf die Leitmotivtechnik und gönnt seinen Figuren geschlossene lyrische Arien von unwiderstehlicher Schönheit, so etwa Rusalkas „Lied an den Mond“. Am Tschechischen Nationaltheater in Prag besteht seit der umjubelten Urauffüh-rung des Werkes von 1901 eine ununterbrochene Aufführungstradition mit inzwischen weit über tausend Vorstellungen. Auch international gilt – neben der „Verkauften Braut“ von Bedrich Smetana – „Rusalka“ als die beliebteste tschechische Oper überhaupt.

 

Text von Jaroslav Kvapil - in tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung: Jochem Hochstenbach I Regie: Ludek Golat | Bühne: Jaroslav Malina | Kostüme Helena Anýžová | Choreographie: Rosemary Helliwell | Chor: Markus Bieringer

 

Mit: Klaus Schneider / Luciano Mastro (Der Prinz), Christina Niessen (Die fremde Fürstin), Barbara Dobrzanska (Ru-salka), Konstantin Gorny / Mika Kares (Der Wassermann), Kerstin Witt (Die Hexe), Ks. Tero Hannula (Der Heger), Tamara Gura (Der Küchenjunge), Clara Lim / Natalia Melnik (1. Elfe), Pinar Yildirim (2. Elfe), Sabrina Kögel (3. Elfe), Andreas Heideker (Ein Jäger)

Badischer Staatsopernchor, Extra-Ballett, Badische Staatskapelle

 

Weitere Vorstellungen: 5.10. und 21.10.2007

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑