Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
SCHAUSPIEL ESSEN: "Der Geizige" von MolièreSCHAUSPIEL ESSEN: "Der Geizige" von MolièreSCHAUSPIEL ESSEN: "Der...

SCHAUSPIEL ESSEN: "Der Geizige" von Molière

Premiere: Sonntag, 29. Dezember 2013, 19:00 Uhr, Grillo-Theater. -----

Alle wollen immer nur an sein Geld – Kinder, Kutscher, Koch, einfach alle! Daran zweifelt Harpagon keine Sekunde und legt daher höchstes Augenmerk darauf, seinen erwirtschafteten Reichtum nicht nur zu erhalten, sondern ihn gehörig zu mehren.

Seltsame Radikaldiäten sind ebenso Ausdruck seines krankhaften Geizes wie Hungerlöhne für seine Dienerschaft und der feste Wille, seine Kinder gewinnbringend unter die Haube zu bringen: Tochter Élise will er mit dem reichen Anselmo verkuppeln, obwohl dieser vom Alter her auch Élises Vater sein könnte und sie außerdem in seinen Angestellten Valère verliebt ist.

 

Sein Sohn Cléante soll eine vermögende ältere Witwe heiraten, obwohl er viel lieber die junge, hübsche Mariane zur Frau nähme. Auf die hat allerdings Harpagon selbst ein Auge geworfen und drängt zu großer Eile. Es wird eng für die entsetzten Kinder, die wissen, dass ihn jetzt nur eines aufhalten kann: Geld, bzw. die Abwesenheit desselben. Und als Harpagons Geldkassette verschwindet, gerät tatsächlich alles andere zur ¬Nebensache: Der Geizige rast und tobt wie ein verzweifelt Liebender, weil ihm sein Lebenselixier gestohlen wurde. Ob er nun zur Vernunft kommt? Man wird sehen …

 

Diese 1668 uraufgeführte Komödie war schon zu Molières Lebzeiten ein Plädoyer gegen materialistischen Wahn. Eine Figur wie Harpagon ist kein Relikt längst vergangener barocker Zeiten, wir finden Vertreter dieser Spezies auch und gerade in Zeiten globaler Finanzkrisen. Harpagons Traum vom unabhängigen, selbstbestimmten Leben in Wohlstand ist zur Fixierung aufs Kapital, zum menschenverachtenden Götzendienst verkommen. Dieses Dilemma höchst unterhaltsam und komödiantisch auf die Bühne zu bringen, ist die große Kunst Molières.

 

Deutsche Fassung von Wilfried Minks und Thomas Körner

 

Regie führt Jasper Brandis, der in der vergangenen Spielzeit bereits Werner Schwabs „Die Präsidentinnen“ sehr erfolgreich am Schauspiel Essen in Szene gesetzt hat.

Bühne und Kostüme: Katrijn Baeten und Saskia Louwaard;

Dramaturgie: Carola Hannusch.

 

Es spielen: Thomas Büchel, Stefan Diekmann, Ingrid Domann, Tom Gerber, Floriane Kleinpaß, Jens Ochlast, Jan Pröhl, Anne Schirmacher, Rezo Tschchikwischwili, Jens Winterstein.

 

Die Inszenierung am Schauspiel Essen wird gefördert von der Sparkasse Essen.

Matinee: Sonntag, 15. Dezember, 11:15 Uhr, Café Central, Eintritt frei

Nächste Folgevorstellung: 31. Dezember (Silvester), 19:00 Uhr, Grillo-Theater.

 

Kartenvorverkauf: TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen,

Tel.: 0201/81 22-200, oder unter tickets@theater-essen.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑