Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Schauspiel Köln, Uraufführung: Die „Kölner Affäre“Schauspiel Köln, Uraufführung: Die „Kölner Affäre“Schauspiel Köln,...

Schauspiel Köln, Uraufführung: Die „Kölner Affäre“

4. April 2008 um 19.30 Uhr in der Halle Kalk

MULTIPLE AUTORENSCHAFT

 

VOM LEBEN EINES EINZELNEN, GEMEINEN MENSCHEN

ZU ERZÄHLEN, IST MEHR WERT ALS DER GANZE GOETHE

Was steckt hinter den Anderen? Hinter den Gesichtern und Gesten. Wer sind diese Menschen, die uns täglich kurz begegnen?

 

In der U-Bahn und im Supermarkt. Welches Leben führen sie, wenn sie aus unserem Blick geraten? Wie unterscheiden wir uns? Was macht uns einzigartig?

 

Der lettische Regisseur Alvis Hermanis schickte zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler auf die Suche nach vier Menschen aus dem Kölner Leben. Möglichst normale, alltägliche Menschen, wie du und ich. Über einige Monate begleiteten die Schauspieler deren Leben, lernten sie kennen und setzten sich so mit Lebensgeschichten auseinander, die in der Öffentlichkeit sonst nicht vorkommen. Es zeigt sich, wie komplex die Leben der Einzelnen sind, denn nicht das Allgemeine, sondern das Spezielle bildet den Kern der Existenz. Es zeigt sich auch, wie wichtig das Zuhören ist, welche Kraft sich daraus entfaltet und wie wenig es heute gepflegt wird. Im Nichtmehrzuhörenkönnen liegt die Härte.

 

Davon weiß das Theater. Jedes genauere Hinhören vergrößert die Vielfalt. Die Persönlichkeit der Schauspieler verschmilzt im ersten Teil der Inszenierung allmählich mit den Geschichten und bringt so neue Welten hervor, die sich in einer Sprache äußern, die sonst auf dem Theater wenig Gehör findet. Normalerweise wird hier das Allgemeine, schon Geronnene verhandelt, und jedes Einzelschicksal soll in die Gesellschaft hineinreichen. Dagegen richtet sich dieser in hohem Maße theatralische Vorgang. Im zweiten Teil treffen die neuen Gestalten in fiktiven Szenen aufeinander. Ausgang ungewiss.

 

MIT ILKNUR BAHADIR / JURIS BARATINSKIS / MARKUS JOHN /

JULIA WIENINGER

REGIE ALVIS HERMANIS / BÜHNE UND KOSTÜME MONIKA PORMALE / DRAMATURGIE GÖTZ LEINEWEBER

HALLE KALK / 04.04. (URAUFFÜHRUNG) / 05.04. / 08.04. / 10.04. / 11.04. / 13.04.

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑