Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
SCHAUSPIELHAUS GRAZ: DER EINSAME WEG von Arthur SchnitzlerSCHAUSPIELHAUS GRAZ: DER EINSAME WEG von Arthur SchnitzlerSCHAUSPIELHAUS GRAZ: DER...

SCHAUSPIELHAUS GRAZ: DER EINSAME WEG von Arthur Schnitzler

Premiere am 10. Jänner 2013 um 19.30 Uhr, Hauptbühne. -----

Bei Wegrat gehen die Künstlerfreunde ein und aus – die Schauspielerin Irene Herms ebenso wie der Dichter Stephan von Sala und der Maler Julian Fichtner. Fichtner hat ein Liebesverhältnis mit Gabriele. Als sie schwanger wird, lässt er sie zugunsten seiner vielversprechenden Malerkarriere sitzen und verschwindet.

So heiratet Gabriele den grundanständigen Wegrat, der von nichts ahnt, und zieht den Sohn Felix mit der gemeinsamen Tochter Johanna groß. Dreiundzwanzig Jahre später liegt Gabriele im Sterben und möchte die Wahrheit über Felix‘ leiblichen Vater mit ins Grab nehmen. Als Fichtner mittellos vor der Tür steht und die Nähe zu seinem Sohn sucht, weigert sich Felix, ihn als Vater anzuerkennen und wendet sich von ihm ab. Er wird in ein anderes Leben aufbrechen.

 

Auch der Dichter Sala möchte alle Brücken hinter sich einreißen und sich einer wissenschaftlichen Exkursion nach Asien anschließen. Ein verzweifelter Wunsch, denn er ist todkrank. Johanna, die den wesentlich älteren Mann liebt, kann den Gedanken an seinen nahen Tod nicht ertragen und geht ins Wasser.

 

Die Schauspielerin Irene Herms ist ebenfalls unglücklich. Enttäuscht von ihrem Leben für die Kunst, sehnt sie sich nach einer bürgerlichen Existenz mit Kind.

Arthur Schnitzler weitet mit Der einsame Weg das Künstlerdrama zum sozialkritischen Gesellschaftsporträt aus. Mit feiner Melancholie schildert er das Ringen um Karriere und Lebensziele, enttarnt Lebenslügen und Selbstbetrug und zeigt, dass die Flucht vor der Vergangenheit in einer Sackgasse enden muss. Jeder ist für sich und sein Leben verantwortlich – jeder geht seinen einsamen Weg.

 

Arthur Schnitzler wurde 1862 in Wien als Sohn eines Arztes geboren, studierte zunächst Medizin und arbeitete einige Jahre in diesem Beruf. Erste Bühnenerfolge, vor allem die Uraufführung von Liebelei (1895), ermöglichten es ihm, ausschließlich vom Schreiben zu leben. Das 1904 in Berlin uraufgeführte Schauspiel Der einsame Weg markiert einen neuen Abschnitt im künstlerischen Schaffen Schnitzlers. Seinem ersten großen Konversationsstück folgten später die bekannten Gesellschaftsdramen Das weite Land (1910) und Professor Bernhardi (1912). Schnitzler starb 1931 an einer Gehirnblutung in Wien.

 

Zum Regisseur

Ingo Berk

Geboren 1975 in Mainz, erste eigene Regiearbeiten am Schauspielhaus Zürich. Es folgten Inszenierungen an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin (u. a. die Uraufführungen von Augenlicht und Der Stein von Marius von Mayenburg, letzteres im Rahmen des Young Directors Project der Salzburger Festspiele), am Schauspiel Hannover (Schwarzes Tier Traurigkeit von Anja Hilling, Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist) sowie am Hans-Otto-Theater in Potsdam (Fräulein Julie von August Strindberg, Hexenjagd von Arthur Miller und Kleists Käthchen von Heilbronn). Am Theater Bonn inszenierte er Eine Familie von Tracy Letts, Die Katze auf dem heißen Blechdach von Tennessee Williams und O’Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht. Am Volkstheater Wien brachte er Die Ratten von Gerhard Hauptmann in einer Bearbeitung von Dimitré Dinev und Hotel Savoy nach dem Roman von Joseph Roth auf die Bühne. Seit 2006 arbeitet Ingo Berk regelmäßig am Schauspielhaus Graz, hier entstanden u. a. Oedipus von Sophokles, Radetzkymarsch von Joseph Roth, Tschechows Onkel Wanja und Peer Gynt von Henrik Ibsen. Seine Grazer Inszenierung von Die Glut nach dem Roman von Sándor Márai war als Gastspielserie am Theater in der Josefstadt in Wien zu sehen. In der vergangenen Spielzeit brachte er in Graz Don Carlos von Friedrich Schiller auf die Bühne.

 

Regie Ingo Berk

Bühne Damian Hitz

Kostüme Eva Krämer

Musik Patrik Zeller

Dramaturgie Flori Gugger

 

Mit

Professor Wegrat: Gerhard Balluch

Gabriele, seine Frau: Steffi Krautz

Felix: Christoph Rothenbuchner

Johanna: Pia Luise Händler

Julian Fichtner, Maler: Franz Xaver Zach

Stephan von Sala: Stefan Suske

Irene Herms: Steffi Krautz

Doktor Franz Reumann: Franz Solar

 

Weitere Vorstellungen am 15. und 23. Jänner sowie ab Februar

 

Tickets

T 0316 8000, F 0316 8008-1565 - E tickets@buehnen-graz.com

I www.schauspielhaus-graz.com

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 20 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑