Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
SCHAUSPIELHAUS GRAZ: FAUST von JOHANN WOLFGANG VON GOETHESCHAUSPIELHAUS GRAZ: FAUST von JOHANN WOLFGANG VON GOETHESCHAUSPIELHAUS GRAZ:...

SCHAUSPIELHAUS GRAZ: FAUST von JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

Premiere am 15. Dezember 2012 um 19 Uhr, Hauptbühne. -----

Ein depressiver Hochgebildeter wird durch das Versprechen immer neuer Sensationen vom Selbstmord abgehalten. „Wir reisen“, sagt der Teufel, „wohin es Dir gefällt. Wir sehen erst die kleine, dann die große Welt“.

Die kleine Welt ist die der Sinnlichkeit – an deren Ende das missbrauchte Gretchen stirbt. Die große Welt ist Gegenstand von Faust II: die Welt der Politik, der modernen Ökonomie und Wissenschaften, der virtuellen Reisen, die die alte Magie ablösen.

 

Faust erfindet das Papiergeld als Fake-Währung für einen bankrotten Kaiser. Er erlebt die Schaffung des künstlichen Menschen. Er reist in einen Vergnügungspark der Antike und findet dort die schöne Helena – das abendländische Weiblichkeitsidol schlechthin – und natürlich eine Schimäre. Mit ihr erlebt er ein kurzes Kleinfamilienglück – bis ihr gemeinsames Kind, der hyperaktive Euphorion, stirbt. Danach bleibt ihm nur noch eines: Bändigung der Elemente und Schaffung einer neuen Zivilisation. Faust wird Planer und Bauherr eines megalomanen Kolonisierungsprojektes. Im Zuge dessen gehen einige Leute über Bord, in diesem Fall sind das Philemon und Baucis – Kollateralschäden. Und noch im Moment des eigenen Todes treibt er seine Arbeiter an und wähnt sich als Herrscher über die selbsterschaffene Welt.

 

Johann Wolfgang von Goethe, 1749 –1832, bedeutendster deutscher Dichter, Politiker, Verfasser naturwissenschaftlicher, kunst- und literaturtheoretischer Schriften, Liebhaber schöner Frauen bis ins hohe Alter. Nach 60 Jahren Arbeit versiegelt er kurz vor seinem Tod das „seltsame Gebräu“ des Faust II.

 

Peter Konwitschny inszeniert in einer komprimierten Fassung die kritischen Gelenkstellen der gesamten Faust-Karriere an einem Abend. Nach Shakespeares König Lear im Jahr 2009 ist Faust die zweite Arbeit des Regisseurs am Schauspielhaus Graz. Peter Konwitschny, geboren 1945 in Frankfurt am Main, ist seit 1980 bekannt für seine polarisierenden Operninszenierungen, berühmt für seine konzeptionellen Neuansätze in szenischen Interpretationen von Bach bis Nono. Er arbeitet an den großen Opernhäusern im deutschsprachigen Raum, in Europa und Japan.

 

Regie Peter Konwitschny

Bühne & Kostüme Johannes Leiacker

Musik Johannes Harneit

Choreographie Kai Stöger

Dramaturgie Regina Guhl, Marion Hirte

 

Mit Faust: Jan Thümer

Mephistopheles: Udo Samel

Margarethe, Lynkeus: Katharina Klar

Helena, Hexe: Birgit Stöger

Kaiser: Thomas Frank

Heermeister: Simon Käser

Arzt, Schatzmeister: Sebastian Klein

Wagner, Kanzler: Claudius Körber

Philemon: Rudi Widerhofer

Baucis: Gerti Pall

Special Guest: Arne Seidel

Hexen, Partygäste, Angestellte im Vergnügungspark:

Christina Cervenka, Bettina Langehein, Lisa Schützenberger, Tamara Semzov

Euphorion: Kilian Alexander Langner, David Rauchenberger

Knaben: Tristan Lauringer, Fridolin Springer, Michael Prstec, Floris Steinkellner, Timon Trattner, Michael Kubat

Statisterie: Margit Reif, Sabine Schink

 

Weitere Vorstellungen am 18. und 22. Dezember, jeweils 19 Uhr, sowie ab Jänner 2013.

 

Tickets

T 0316 8000, F 0316 8008-1565 - E tickets@buehnen-graz.com

I www.schauspielhaus-graz.com

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑