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Schauspielpremiere im Theater Winterthur: "Emilia Galotti" - Bürgerliches Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing

Premiere Donnerstag 04.11. 19.30 Uhr

 

Hettore Gonzaga, Prinz von Gustalla, liebt – zwar nicht seine Geliebte, die Gräfin Orsina und auch nicht die Prinzessin von Massa, der er versprochen ist, sondern «die vorzüglichste Schönheit der Stadt», die bürgerliche Emilia Galotti.

Diese Liebe, die den Prinzen von seinem, ihm leidigen Alltag ablenkt und zum Handeln treibt, ist der Ausgangspunkt für das bürgerliche Trauerspiel «Emilia Galotti». Emilia soll, zur Freude ihrer Eltern, den angesehenen Grafen Appiani ehelichen. Dass ihr dieses Glück nicht vergönnt ist, liegt nicht nur am Prinzen und der von seinem ehrgeizigen Handlanger Marinelli initiierten Intrige gegen die anstehende Hochzeit. Vielmehr trägt auch die eifersüchtige Gräfin Orsina zum Tode Emilias bei und ebenso ihr Vater Odoardo, der am Ende den Tod seiner Tochter vorzieht, anstatt zu riskieren, dass ihr und sein Leben mit Schande und Laster befleckt werden.

 

Lessing verfasste seine «Emilia Galotti» im Jahre 1772 und schuf ein Werk, das einem nicht zu stoppenden Uhrwerk ähnelt, in dem die Figuren auf atemberaubende Weise vom Glück ins Unglück stürzen, von (vermeintlich) rational Handelnden zu aus Leidenschaft Rasenden werden. Bis zu dem tragischen Schluss seines Trauerspiels zeigt Lessing die Widersprüche der bürgerlichen Welt seiner Zeit und vor allem eine «Tragödie der Leidenschaften».

 

Denn, um ein glückliche Leben in dieser bürgerlichen Welt, in der Tugend das oberstes Gebot ist, führen zu können, gilt es eigentlich, Gefühle sowie vom Affekt dominiertes Handeln zu unterdrücken. Dass dies nicht möglich ist und ein junges Mädchen wie Emilia, die nach einem überraschenden Zusammentreffen mit dem verliebten Prinzen ihre Empfänglichkeit für Leidenschaft entdeckt, in einem solchen Kontext nicht (über)leben kann – oder leben will, ist abzusehen. Die Frage, weshalb Emilia ihr Leben gibt und das Risiko der Übermannung durch die eigenen, undurchsichtigen Gefühle nicht eingeht, wird dabei ebenso aufgeworfen wie die zeitlose Frage, was wir für unser Glück wagen und wie wir die Prioritäten für dieses setzen.

 

Die Inszenierung ist eine Koproduktion zwischen dem Staatstheater Stuttgart und dem Theater Winterthur. Nachdem die Regiearbeit der jungen Schweizer

Regisseurin Barbara-David Brüesch in dieser Saison in Winterthur zu sehen sein wird, wird sie ab Herbst 2011auch in Stuttgart gespielt.

 

Inszenierung: Barbara-David Brüesch

Ausstattung: Sabine Kohlstedt

 

Freitag 05.11. 19.30 Uhr; Montag 08.11. 19.30 Uhr;

Dienstag 09.11. 19.30 Uhr; Montag 20.12. 20.00 Uhr; Dienstag 21.12. 19.30 Uhr

 

Einführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Freier Verkauf für alle Veranstaltungen.

Preise von CHF 25.- bis 60.-

Vorverkauf

Theaterkasse Theater Winterthur Tel. +41 (0) 52 267 66 80; Mo-Fr 10-13.00 und 17-18.30 / Sa 10-13

online-Tickets und print@home: www.theater.winterthur.ch

Winterthur Tourismus im Hauptbahnhof Mo-Fr 8.30-18.30 / Sa 8.30-16

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