Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Schweizer Erstaufführung: "Tage unter" von Arne Lygre im Stadttheater BernSchweizer Erstaufführung: "Tage unter" von Arne Lygre im Stadttheater BernSchweizer...

Schweizer Erstaufführung: "Tage unter" von Arne Lygre im Stadttheater Bern

Premiere Di 17. April, 19.30 Uhr, Vidmar:2. -----

Der Besitzer hält Menschen gefangen. Es sind Gestrandete, lädierte Existenzen, die er mitnimmt und in sein Kellerverlies sperrt. „Helfen“ nennt er das. Er will ihre Persönlichkeit löschen wie die Daten auf einer Festplatte, damit sie bereit sind für ein neues Leben.

Die Frau ist bald so weit. Sie wird in die Freiheit entlassen und darf nicht wiederkommen. Aber sie hat es verlernt zu entscheiden. Und so ist aus ihrem Bezwinger ihr Meister, ihr Bezugspunkt geworden. Das Mädchen wird nach einem Monat aus dem Keller entlassen. Sie darf jetzt nach oben zum Besitzer und der Frau. Sie will aber raus, wehrt sich noch mit aller Macht gegen die Gefangenschaft. Peter ist der Neuzugang im Keller. Einer mit Namen, einer, der, anders als die anderen, gesucht wird, der eine Geschichte und vielleicht eine richtige Zukunft hat. Er ist der Fehler im System.

 

Arne Lygre ist 1968 in Bergen, Norwegen geboren. Er zeichnet in seinem Stück Tage unter eine düstere Parabel auf das in Machtstrukturen verstrickte Wesen Mensch. In einem flirrenden Spagat zwischen präzisen Dialogen und laborartigem Setting erfindet er ein Spiel, das von Herrschen und Beherrschtwerden handelt und von der Zersetzung des Individuums durch Folter. Ein Spiel, das in seiner Abstraktion ebenso auf private Folterkammern verweist, wie auf Vernichtungslager weltweit. Die knappen Repliken, mit denen die Figuren sich taxieren, befragen und beschwören, schaffen eine aufs Existentielle reduzierte Situation: das Miteinander von Menschen als kühles

Strategiespiel, in dem jeder die Position des anderen übernehmen kann, wenn die Machtverhältnisse ins Rutschen geraten.

 

Inszenierung Olivier Bachmann

Dramaturgie Patric Bachmann

Bühne Erik Noorlander

Kostüme Myriam Casanova

Musik Pascal Nater

 

Besitzer Philip Hagmann

Frau Marianne Hamre

Mädchen Mona Kloos

Peter Andri Schenardi

 

Termine

Mi 25.04. 19.30, Mi 16.05. 19.30, Mi 30.05. 9.30

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑