Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Staatstheater Darmstadt: "Die Goldberg-Variationen" von George Tabori Staatstheater Darmstadt: "Die Goldberg-Variationen" von George Tabori Staatstheater...

Staatstheater Darmstadt: "Die Goldberg-Variationen" von George Tabori

Premiere 25. November 2011 | 20 Uhr In den Kammerspielen. -----

Der Regisseur und Theatergott Mr. Jay will in nur einer Woche die entscheidenden Szenen der Bibel auf die Bretter, die die Welt bedeuten, bringen. Doch ohne seinen Assistenten Goldberg wird nichts aus Mr. Jays genialer Schöpfung.

Denn Goldberg ist es, der Technik und Beleuchtung im Griff hat, der in der Rolle des Moses die Zehn Gebote vom Berg holt und dabei die Hälfte vergisst, der als Heiland gekreuzigt wird und – am Ende die Premiere rettet? Zwischendurch funktioniert das Licht nicht, ziert sich die Diva im Evakostüm aufzutreten, streiken die Schauspieler, hat die Bühnenbildnerin gänzlich andere künstlerische Vorstellungen als der Regisseur. Und in den Pausen muss die Putzfrau Mrs. Mopp den Boden schrubben, um den Dreck, den diese Schöpfung hinterlässt, zu beseitigen. Der ganz alltägliche Probenwahnsinn also.

 

In Die Goldberg-Variationen spielt George Tabori geschickt mit den verschiedenen Ebenen des Schöpfungsprozesses: Die dramatischen Szenen der Bibel erscheinen als groteskes Theater, der theatralische Prozess als biblische Entstehungsgeschichte. Das 1991 uraufgeführte Werk des Brecht-Schülers lässt das absurd-komische Abhängigkeitsverhältnis zwischen Herr und Knecht, den Gegensatz visionärer Kreation und banaler Realität humorvoll ineinanderfließen.

 

Inszenierung Martin Ratzinger

Bühne und Kostüme Anna-Sophia Blersch

 

Mit Maika Troscheit | Hubert Schlemmer, Harald Schneider, Tom Wild, Uwe Zerwer, Klaus Ziemann

 

Weitere Vorstellung 30. November | 20 Uhr

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 7 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑