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STAATSTHEATER KASSEL - DER FLIEGENDE HOLLÄNDER von Richard Wagner

Premiere: Samstag, 21. Februar, 19.30 Uhr, Opernhaus

 

Der fliegende Holländer wird getrieben von der Idee einer bedingungslosen Liebe. Alle sieben Jahre nur ist ihm ein Landgang erlaubt.

Dieses Mal begegnet er Senta, die zwar seine Hoffnung auf Erlösung neu zu entflammen vermag, letztlich dem Holländer aber nur Werkzeug zur Erfüllung seiner Bedürfnisse ist. Senta hingegen träumt sich in Sphären, die angesichts der ausweglosen Situation jeglicher Realität entbehren.

 

Der Bariton Stefan Adam begegnet in seiner Abschiedssaison in Kassel zum dritten Mal dem verfluchten Seefahrer, den Wagner zwecks Erlösungssuche an Land entsendet. Schon seine Rollenporträts in Flensburg (2oo3/2oo4) und Hagen (2oo4/2oo5) waren bemerkenswert – so schrieb die Schleswig-Holsteinische Zeitung am 24.o9.2oo3: „Uneingeschränkte Anerkennung für Stefan Adam, der mit klangschönem, wortdeutlichem, gut geführtem und selten forciertem Bariton ein eindrucksvoller Holländer war.“

 

In Kassel interessiert ihn nun neben der immer wieder spannenden Auslotung erweiterter stimmlicher Möglichkeiten die erstmalige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Lorenzo Fioroni, den er vor über zehn Jahren als – damals noch – Regieassistent in Münster kennengelernt hat und den er als Theaterpraktiker mit Visionen schätzt. Im Jahresheft "Opernwelt" wurde er in der Kategorie "Bester Nachwuchskünstler 2006" nominiert. Sein Regieansatz zeichnet den Charakter eines Gescheiterten mit fast autistisch anmutenden Zügen. Dieser Holländer ist gefangen in schicksalhafter Einsamkeit und Irrationalität – die Regie verweigert sich altgewohnten Bildern wie dem Holländerschiff oder der Spinnstube und wagt die Abstraktion einer unwirtlichen Felsengegend.

 

Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Patrik Ringborg, Wagner-Spezialist der Göteborger Oper. Das Staatstheater Kassel spielt nicht die Pariser Fassung von 1860, sondern es unternimmt den Versuch einer "Letztfassung" des "Fliegenden Holländers", in der alle Änderungen berücksichtigt sind, die Wagner bis kurz vor seinem Tod vorgenommen hat.

 

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg

Inszenierung: Lorenzo Fioroni

 

Mit Astrid Weber a. G. (Senta), Stefan Adam (Holländer), Jörg Dürmüller a. G. (Erik), Mario Klein (Daland), Inna Kalinina (Mary) u.a.

 

Weitere Vorstellungen sind am 1./4./21./28. März; am 3./19./24. April; am 5./8./3o. Mai und am 27. Juni.

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