Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Staatstheater Mainz: DER ZWERG / GIANNI SCHICCHI von Alexander Zemlinsky / Giacomo Puccini im Staatstheater MainzStaatstheater Mainz: DER ZWERG / GIANNI SCHICCHI von Alexander Zemlinsky /...Staatstheater Mainz: DER...

Staatstheater Mainz: DER ZWERG / GIANNI SCHICCHI von Alexander Zemlinsky / Giacomo Puccini im Staatstheater Mainz

Premiere am 19. September 2015 um 19.30 Uhr im Großen Haus. -----

Die zwei Einakter aus den turbulenten 1910er und 1920er Jahren legen gnadenlos und mit hoher analytischer Präzision gesellschaftliche Mechanismen offen, indem sie dem Zuschauer Zerrbilder seiner Realität vorführen.

In Alexander Zemlinskys Oper Der Zwerg, die auf Oscar Wildes Kunstmärchen Der Geburtstag der

Infantin von 1891 basiert, sehen wir das grausame Aufeinandertreffen von Selbst- und Fremdwahrnehmung: Die spanische Infantin feiert ihren 18. Geburtstag und erhält neben Geschenken aus aller Welt auch einen verwachsenen Zwerg, der alles Schöne vergöttert, sich selbst aber noch nie gesehen hat. Der Zwerg verliebt sich in die Infantin, die fasziniert von dem Geschöpf ist — und ihn schließlich mit seinem eigenen Spiegelbild konfrontiert: Der Zwerg stirbt. Zemlinskys Musik, die zwischen rauschhaftem Orchesterklang, irisierenden Orientalismen und rhythmischer Prägnanz changiert, lässt eine oberflächlich-überzeichnete Gesellschaft entstehen, aus der der naivehrliche

Zwerg herausfällt.

 

Mit Gianni Schicchi schuf Giacomo Puccini eine der letzten großen Buffa-Komödien der italienischen

Operntradition — eine Referenz an Vergangenes und zugleich eine bitterböse Satire. Aus dem in Dantes

Göttlicher Komödie als Betrüger bestraften Emporkömmling Gianni Schicchi machen Puccini und sein

Librettist Giovacchino Forzano einen ebenso schlitzohrigen wie zutiefst sympathischen Strippenzieher. Die Verwandten des Buoso Donati sind außer sich: Der soeben Verstorbene hat seinen ganzen Besitz einem Kloster vermacht, dabei hatten doch alle schon auf die verschiedenen Ländereien spekuliert. Man beschließt, den gewieften Gianni Schicchi um Rat zu fragen. Dieser zögert nicht lange, legt sich als angeblicher Buoso ins Bett und diktiert dem Notar mit verstellter Stimme ein neues Testament. Dabei vermacht er den Großteil der Erbschaft sich selbst und schlägt damit den gierigen Verwandten ein Schnippchen. Mit hohem Tempo und viel Witz lässt Puccini Konflikte lustvoll kollidieren, erzählt ganz nebenbei eine kleine Liebesgeschichte und komponiert eine der schönsten Selbstmorddrohungen der Musikgeschichte: „O mio babbino caro…“

 

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer

Inszenierung Der Zwerg: Rebecca Bienek

Inszenierung Gianni Schicchi: K.D. Schmidt

Bühne: Valentin Köhler / Paul Zoller

Kostüme: Valentin Köhler

Licht: Stefan Bauer

Chor: Sebastian Hernandez-Laverny

Dramaturgie: Lars Gebhardt

 

Der Zwerg

Donna Clara: Marie-Christine Haase

Ghita: Alexandra Samouilidou

Don Estoban: Derrick Ballard

Der Zwerg: Alexander Spemann

1. Zofe: Miriam Gadatsch (Junges Ensemble)

2. Zofe: Rebekka Stolz (Junges Ensemble)

3. Zofe: Alin Deleanu

1. Mädchen: Elisabeth Stradalski

2. Mädchen: Susanne Thomas

Damenchor des Staatstheater Mainz

Statisterie und Kinderstatisterie des Staatstheater Mainz

Philharmonisches Staatsorchester Mainz

 

Gianni Schicchi

Gianni Schicchi: Peter-Felix Bauer

Laurettta: Dorin Rahardja

Zita: Katja Ladentin

Rinuccio: Philippe Do

Gherardo: Ks. Jürgen Rust

Nelia: Julia Bell

Gherardino: Kind N.N. / N.N. (Domchor)

Betto di Signa: Georg Lickleder

Simone: Ks. Hans-Otto Weiß

Marco: Brett Carter

La Ciesca: Geneviéve King

Maestro Spinelloccio: Hans-Helge Gerlik

Amatio di Nicoloa: Milen Stradalski

Pinellio: Ion Dimieru

Guccio: Sándro Puskás

Philharmonisches Staatsorchester Mainz

 

Weitere Spieltermine: 27. und 30.9. sowie 7. und 31. 10.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑