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Staatstheater Stuttgart: Festival DEPOT X MEMO

vom 8. bis 18. März 2007 im Depot

 

Was bleibt in der Zukunft? Von unserem angelernten Wissen, unseren vielen Erlebnissen, unseren Hoffnungen, uns selbst? Wir bestimmen jetzt mit, woran man sich später erinnern wird. Der Augenblick ist ja nur diese kleine Schnittstelle zwischen dem Bisherigen und dem bald Vergangenen.

Das Medium Theater ist DER Ort des flüchtigen Augenblicks, der leben-digen Erinnerung. James Joyces "Ulysses" gibt der laufenden Spielzeit seinen Namen, dem Festival DEPOT X MEMO sein Thema. Das "Erinnern und Vergessen", das unseren Alltag bestimmt, bildet das Zentrum der neun Festival-Spieltage.

 

Vom 8. bis 11. und 14. bis 18. März 2007, ab 19.00 Uhr, Parkplatz vor dem Depot (Eintritt frei)
Installation
HIPPOCAMPUS
Konzeption und Realisation: Jenke Nordalm, Birgit Stoessel, Frederik Zeugke
Mit einem Original-Videobeitrag von Manfred Meihöfer und seinem Vereinigten Gummitier-Ensemble (Berlin) sowie mit Spezialisten mündlicher Überlieferungen: Heimatforscher, Geschichtenerzähler, Zeitzeugen u.v.m.

Ein "Parkplatz der Erinnerungen" vor dem DEPOT: Alle Theaterzuschauer und andere Interessierte können überraschende Erinnerungsräume in umfunktionierten "Containern" erkunden. Exklusiv für die Festivalzeit bietet sich hier die Möglichkeit, sich mit Erinnerungs-Aspekten auseinanderzusetzen.

(Dazu werden auch Gruppenführungen in deutscher und türkischer Sprache durch den HIPPOCAMPUS angeboten: Voranmeldung bitte unter Tel. 0711/ 26 84 33 28)

 

Vom 8. bis 11. und 14. bis 18. März 2007, ab 19.00 Uhr, Depot (Eintritt frei)
Installation
KOLLEKTIVES GEDÄCHTNIS
Konzept und Realisation: Birgit Stoessel
Die Festivalbesucher erhalten neue Erinnerungsmöglichkeiten. Im Austausch leihen sie uns ihre Erlebnisse, Anekdoten, Eindrücke, Bilder. Alles wird zu einem kollektiven Gedächtnis zusammen geführt, das unmittelbar im FOYER ausgestellt wird. Die Besucher entscheiden, was nicht vergessen werden soll.

 

Freitag, 9. März 2007, 20.00 Uhr und Samstag, 10. März 2007, 21.30 Uhr, Depot
Gastspiel
Little Red (play): ,Herstory’
Nicola Nord & Co. (Düsseldorf/Amsterdam)
Regie: Nicola Nord & Co, Bühneninstallation und Licht Design: Noah Fischer, flashkes & Co. Mit: Bini Adamczak, Alexander Karschnia, Nicola Nord, Sascha Sulimma & Co.

(In deutscher und englischer Sprache)
Was tun Kommunisten und Kommunistinnen nach dem Ende der Geschichte? In Little red (play): ,herstory’ wird Geschichte gespielt. Nicola Nord & Co. blicken zurück aus der interstellaren Perspektive des 3. Jahrtausends auf die Zeit der großen politischen Utopien und auf die Ideologien ihrer Gegner. Gemeinsam mit ihrer Gruppe andcompany & Co. konstruiert Nicola Nord das Doku-Märchen einer Vergangenheit, die unsere Zukunft hätte sein können. Die multi-materiale Bühnenanimation von flashkes und Noah Fischer lässt zur Sprache kommen, was dem Schweigen nach dem Scheitern gesellschaftlicher Alternativen folgt: der Anfang neuer Geschichten ...

Die Produktion entstand im Rahmen von FREISCHWIMMER 2006. FREISCHWIMMER ist ein Gemeinschaftsprojekt von sophiensaele Berlin, Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf und Theaterhaus Gessnerallee, Zürich.                                                             

Freitag, 9. März 2007, 21.30 Uhr, Depot Foyer
DEPOT X on air: TOTALE ERINNERUNG
Live-Hörspiel nach dem Science-Fiction-Klassiker von Philip K. Dick
Regie: Eike Hannemann, Ausstattung: Matthias Koch, Dramaturgie: Frederik Zeugke
Mit: Thomas Eisen und Bernd Gnann
Die Firma Rekal Inc. ist gut zu ihren Mitarbeitern: Wer es sich nicht leisten kann, in den Urlaub zu fahren, lässt sich künstliche Erinnerungen mit schönen Urlaubserlebnissen injizieren ...

Bekannt wurde der Stoff von Philip K. Dick durch die Verfilmung "Total Recall" mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle.

 

Samstag, 10. März 2007, 20.00 uhr und Sonntag, 11. März 2007, 22.00 Uhr, Depot
Gastspiel
How Heavy are my thoughts?
Ivana Müller (Amsterdam)
Konzept: Ivana Müller, Video: Nils De Coster, Performance: Bill Aitchinson, Ivana Müller
Wenn ich den Kopf hängen lasse und meine Gedanken schwer und trübe sind, ist mein Kopf dann auch schwerer? Und wenn meine Gedanken leicht sind, wiegt mein Gehirn dann auf einmal auch weniger? Wo genau hausen meine Gedanken? Oder wandern sie etwa im Körper umher? Dies sind nur einige der Fragen, die Ivana Müller sich gestellt hat und auf die sie eine Antwort zu geben versucht anhand einer umfassenden, sich über mehrere Monate hinziehen-den Untersuchung. Ein "denkwürdiger" Vortrag stellt das Ergebnis der Recherchen vor in Form von Arbeitsnotizen, Interviews mit Professoren und Videofilmen zu den zahlreichen Experimenten.

How Heavy Are My Thoughts? ist ein humorvolles, spielerisch-leichtes Schelmenstück, in dem mit Fragen jongliert wird, die weit weniger absurd sind, als es zunächst den Anschein hat. Gefördert von Dutch Dance Drama @ DE Projektes unter Leitung des niederländischen Theater Instituts Amsterdam

 

Sonntag, 11. März 2007, 18.00 Uhr, Depot Foyer
Marktplatz der Erinnerungen
Erzählcafé mit MEMO-Spezialisten
Leitung: Frederik Zeugke, Mitarbeit: Nadjila Nasar
Wir sind die Erinnerung. Wissen direkt in Gesprächen weitergeben und austauschen. Im Foyer des DEPOTs stehen an mehreren Stationen Spezialisten unterschiedlichster Bereiche Rede und Antwort: Publizisten zur Stadtteilgeschichte, Pfleger von Demenzkranken, Geschichtenerzähler, Sozialarbeiter, Trauerredner, Internetexperten u.v.m.

 

Mittwoch, 14. März 2007, 20.00 Uhr, Depot
Gastspiel
Past is in Front of Ego. in welcher richtung liegt die Zukunft
Büro für Zeit+Raum (Berlin)
Idee + Regie: Anne Hirth, Von + mit: Gregory Stauffer, Sound Design: Julian Skar, Ausstattung: Silvia Albarella, Bildnerische Mitarbeit: Julia Sommer, Licht: Peter Meier

Die Zukunft liegt hinter uns - aus der Sicht des Indianervolkes der Aymara ist diese Zeitkonzeption gedankliche wie sprachliche Praxis: Weil man nur das sieht, was vor einem liegt, befindet sich aus ihrer Sicht dort das Bekannte - die Vergangenheit. Beeinflusst diese konträre Verortung von Zeit-Räumen das Leben und die Sicht auf die Dinge? Welchen Stellenwert nimmt die Gestaltung der persönlichen Zukunft ein? Verändert sich der Begriff von Fortschritt? Und wo in diesem Universum liegen eigentlich die Räume, die wir als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft irgendwo vor, hinter oder neben uns annehmen? Die Irritation unserer gewohnten Zeitkonzeption wird zur choreographisch-inszenatorischen Herausforderung.

Für PAST IS IN FRONT OF EGO kreuzen sich die Wege eines französisch-schweizerischen Performers, eines norwegischen Komponisten und einer bildenden Künstlerin aus Bremen.

Eine Produktion im Rahmen von FREISCHWIMMER 2006. Gefördert von NPN.              

Donnerstag, 15. März 2007, 20.00 Uhr, Depot
Experiment Philosophie: Erinnerung
GRUPPE DREI (Hamburg)
DREI, das sind die Hamburger Performer (Heidi Salaverria, Christian Gefert, Bernhard Schleiser) - allesamt Doktoren der Philosophie. Sie machen mit ihren Philosophie-Shows auf einzigartige Weise Lust aufs Denken und Diskutieren. Unterstützt werden die DREI durch Platon, Nietzsche und Rorty. Und vom Publikum: Wer möchte, kann sich einmischen ...

Das aktuelle EXPERIMENT PHILOSOPHIE kramt dieses Mal Dinge hervor und vergräbt sie neu - für die Erinnerung von heute, morgen und vielleicht auch schon von gestern. "Was bleibt?" und "Was wird geblieben sein?" bedeutet auch, sich der Frage zu stellen, was wir selbst für diese spätere Auswertung jetzt tun.

www.experiment-philosophie.de <

www.experiment-philosophie.de

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Samstag, 17. und Sonntag, 18. März 2007, jeweils 20.00 Uhr, Depot
Gastspiel
Katarakt (Frankfurt am Main)
von Rainald Goetz
Für die Bühne eingerichtet und gespielt von Jürgen Holtz
ALTER bloß kein Testament / steht einem gar nicht zu / dieser Vorgriff da noch rumregeln zu wollen / im totalen Nichtich, lächerlich / achtes Gebot: du sollst nicht lügen / stimmt ja / geht bloß leider nicht / allein schon wegen der Sprache / nicht gesagte Sachen zum Beispiel / ganz hartes Brot / allerschlimmster Christenterror / kann man auch nicht mit dem Gegenteil / ankommen einfach und / toll provozierend rumwedeln / verhakt / noch so was / vor was man dauernd flieht am besten / keine Lösung / ist ja oft die beste /   (Rainald Goetz: Katarakt)

Jürgen Holtz wurde mit "Katarakt" Schauspieler des Jahres und erhielt den Gertrud-Eysoldt-Ring, Rainald Goetz den Mülheimer Theaterpreis 1993.

 

Sonntag, 18. März 2007, 18.00 Uhr, Depot
Letzte Vorstellungen
Lesung mit Texten von Andreas Jungwirth u.a.
Konzept und Realisation: Dora Lanz, Mareike Wedler, Frederik Zeugke, Mitarbeit: Sylvie Assig, Andrea Haller u.a.
Mit Schauspielern des Ensembles
Was vom Menschen übrig bleibt, wenn sein Leben vorüber ist, steht nicht auf Grabsteinen, sondern in den Hirnen und Herzen der Hinterbliebenen geschrieben. "Letzte Vorstellungen" versammelt solche bislang ungeschriebenen, abgeschlossenen Leben aus Stuttgart und anderen Städten in Short-cuts und stellt sie in einer Lesung vor.

Nicht Heilige oder Heroen, sondern Menschen "wie Du und ich", die ein kurzes oder langes, in jedem Fall ein erinnernswertes Leben führten, bekommen hier einen Raum.

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