Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Städtische Bühnen Münster: "Die Comedian Harmonists" von Gottfried Greiffenhagen (Text) und Franz Wittenbrink (Musik)Städtische Bühnen Münster: "Die Comedian Harmonists" von Gottfried...Städtische Bühnen...

Städtische Bühnen Münster: "Die Comedian Harmonists" von Gottfried Greiffenhagen (Text) und Franz Wittenbrink (Musik)

Premiere 24. September 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus

 

Vor etwas über 80 Jahren, am 28. September 1928, standen in der Charell-Revue „Casanova“ im Berliner Großen Schauspielhaus sechs junge Männer zum ersten Mal im Rampenlicht und am Beginn einer außerordentlichen Karriere.

 

Inspiriert von der amerikanischen Gesangstruppe „The Revelers“ entwickelten und kultivierten die „Comedian Harmonists“ in den folgenden Jahren jenen unverwechselbaren Gesangsstil, der auch in unserer heutigen Zeit nichts von seiner Faszination verloren hat. „Veronika, der Lenz ist da“, „Mein kleiner, grüner Kaktus“, „Das ist die Liebe der Matrosen“ oder „Onkel Bumba aus Kalumba“ sind nur einige der vielen Titel, die durch die Comedian Harmonists bekannt wurden und mit ihnen untrennbar in Erinnerung bleiben.

 

Angefangen hatte alles mit einer winzigen Zeitungsannonce am 18. Dezember 1927 im Berliner Lokalanzeiger, die der Schauspielschüler Harry Frommermann schaltete: „Achtung. Selten. Tenor, Bass (Berufssänger, nicht über 25), sehr musikalisch, schönklingende Stimmen, für einzig dastehendes Ensemble unter Angabe der täglich verfügbaren Zeit gesucht.“ Auf diese Anzeige melden sich Dutzende Männer, zumeist jedoch minderen sängerischen Talents. Nur Robert Biberti erfüllte die Erwartungen von Harry Frommermann und konnte in den nächsten Wochen noch weitere Mitstreiter finden, die er aus den verschiedensten Berliner Theatern und der Szene kannte. Ein entbehrungsreiches Jahr voller zäher, oft frustrierender, aber auch gelungener harter Probenarbeit erwartete das Sextett. Doch dann, ein Jahr nach Erscheinen des Inserates, standen die sechs jungen Männer, nämlich Harry Frommermann, Robert Biberti, Ari Leschnikoff, Roman Cychowski, Erich Collin und der Pianist Erwin Boots, zum ersten Mal im Rampenlicht bei der Charell-Revue „Casanova“.

 

Nach mehreren folgenden Engagements in Berlin gelang dem Sextett dann der Durchbruch in Leipzig und der beispiellose Weg einer steilen Karriere begann. Mit seinem einmaligen Klang und darstellerischem Talent folgte ein Triumph auf den nächsten, die Konzerte in Deutschland, Europa und sogar ein Gastspiel in New York krönten ihre Leistung. Und trotzdem schafften die sechs es nicht, ihren Traum vom dauerhaften Glück zu verwirklichen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 kam im gleichen Jahr noch das Verdikt, dass die drei jüdischen Mitglieder der „Comedian Harmonists“ ein Auftrittsverbot erhielten. Den Nationalsozialisten war diese Musik als „entartet“ verhasst. 1935 brach die Gruppe auseinander und teilte sich in zwei Gesangsformationen auf. Die „Comedian Harmonists“ waren damit am Ende.

 

Das Stück erzählt diese Erfolgsgeschichte, beginnend mit den schwierigen und entbehrungsreichen Anfängen, über erste Erfolge, Rückschläge, Streitereien im Ensemble und vielfältige, triumphale Erfolge bis zum Auseinanderbrechen. Und natürlich ist diese Erfolgsgeschichte gespickt mit zahlreichen musikalischen Einlagen, den weltberühmten Ohrwürmern der „Comedian Harmonists“.

 

Musikalische Leitung und Einstudierung: Hajo Wiesemann

Regie: Gerd Leo Kuck nach einer Inszenierung von Olaf Strieb

Bühne: Diana Pähler

Kostüme: Anke Drewes

Dramaturgie: Wilfried Harlandt

 

Mitwirkende: Matthias Caspari, Marek Sarnowski, Thomas Schobert, Fritz Steinbacher, Mark Weigel, Hajo Wiesemann, Thomas Winter

 

Weitere Vorstellungen im September:

Sonntag, 26. September, 18.00 Uhr, Großes Haus

Mittwoch, 29. September, 19.30 Uhr, Großes Haus

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑