Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Städtische Bühnen Münster: "Mefisto forever" - frei nach Klaus Mann von Tom Lanoye Städtische Bühnen Münster: "Mefisto forever" - frei nach Klaus Mann von Tom...Städtische Bühnen...

Städtische Bühnen Münster: "Mefisto forever" - frei nach Klaus Mann von Tom Lanoye

Premiere 20. Mai 2009, 19.30 Uhr, Kleines Haus

 

Ein Theaterensemble wird damit konfrontiert, dass sich – nach gewonnener Wahl – ein politisches Regime etabliert, das alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens unter seine Kontrolle bringt, und sich auch in das Theater einmischt.

 

Die neuen politischen Umstände zwingen Ensemblemitglieder in die Emigration, denn Gewalt und Feindseligkeit stehen auf dem Programm der neuen Herrscher. Es stellt sich die Frage, welche Standpunkte in einer solchen Situation zu beziehen sind: Flucht, Widerstand oder Anpassung?

 

Im Zentrum der Handlung steht Kurt Köpler, ein Schauspieler, der als aufsteigender Stern am Theaterhimmel gehandelt wird und gerade seine erste große Inszenierung als Regisseur erarbeitet, als das neue Regime an die Macht kommt. Welche Rolle soll er unter den neuen Gegebenheiten spielen? Kann er seine Karriereziele verfolgen, ohne ein Unterstützer und Mitläufer des neuen Systems zu werden?

 

Klaus Manns Roman „Mephisto“, erschienen 1936 in einem Amsterdamer Exilverlag, zielt auf die Darstellung eines Karrieristen im Dritten Reich. So ist auch die Theaterfassung von Tom Lanoye eine Bearbeitung des Themas vor dem Hintergrund des deutschen Faschismus der Jahre 1933–1945. Lanoye gelingt es aber gleichzeitig, dem Stoff eine Relevanz über die historische Situation hinaus zu geben.

 

Tom Lanoye wurde in Deutschland durch seine Bearbeitung der „Königsdramen“ Shakespeares bekannt, die unter dem Titel „Schlachten“ für Furore sorgten. Auch bei seiner Bearbeitung des Medea-Stoffes „Mamma Medea“ zeigte er sein Geschick, einen traditionellen Stoff in unsere Gegenwart zu transportieren, ohne seine archaische Größe zu übergehen. Mit „Mefisto forever“ wird zum ersten Mal ein Text von Tom Lanoye an den Städtischen Bühnen Münster inszeniert. Nach der Uraufführung am 20. Oktober 2006 in Toneelhuis, Antwerpen, fand in der vergangenen Saison am Maxim Gorki Theater, Berlin die deutschsprachige Erstaufführung statt.

 

Regie: Teresa Rotemberg

Bühne und Kostüme: Karin Fritz

Musik: Tanja Müller

Dramaturgie: Ralph Blase

 

Mitwirkende:

Regine Andratschke (Mutti Hilda), Christiane Hagedorn (Rebecca Füchs), Judith Patzelt (Angela), Carola von Seckendorff (Lina Lindenhoff), Antje Temler (Nicole Naumann); Matthias Caspari (Kurt Köpler), Frank-Peter Dettmann (Der Dicke), Bernhard Glose (Niklas Weber), Wolf-Dieter Kabler (Viktor Müller), Johannes-Paul Kindler (Der Hinkende), Marek Sarnowski (Der neue Führer)

 

KostProbe:

Freitag, 15. Mai, 19.00 Uhr, Kleines Haus

 

Matinee:

Sonntag, 17. Mai, 11.00 Uhr, Theatertreff

 

Weitere Vorstellungen im Mai:

Samstag, 23. Mai, 19.30 Uhr

Mittwoch, 27. Mai, 19.30 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑