Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Tartuffe" von Molière im Residenztheater München"Tartuffe" von Molière im Residenztheater München"Tartuffe" von Molière...

"Tartuffe" von Molière im Residenztheater München

Premiere Do 29. Jun 17, 19:30 Uhr, Residenztheater. -----

Als ein höchst gefährliches Dokument sahen Klerus und weltliche Macht Molières Stück "Tartuffe", als es in der Hochzeit des Absolutismus 1664 uraufgeführt wurde. Es entlarvt immer noch die zerstörerischen Kräfte, die jeder Meinungsdiktatur innewohnen.

 

 

Der wohlhabende Pariser Bürger Orgon verfällt Tartuffe. Er nimmt den Habenichts in sein Haus auf und verspricht ihm die Hand seiner Tochter, obwohl Mariane bereits glücklich verlobt ist. Tartuffe hingegen versucht, Orgons Frau zu verführen. Erst als der Hausherr selbst Zeuge der Machenschaften seines vermeintlichen Freundes wird, versucht er, ihn aus dem Haus zu jagen.

 

Aber Tartuffe ist entschlossen, sich aus seiner Machtlosigkeit zu befreien. Er setzt Orgon und seine ganze Familie unter Druck, indem er seinen Anspruch auf deren Besitz wahrnimmt. Kein Wunder, dass "Tartuffe" in der Zeit König Ludwigs XIV. sein Publikum entsetzte. Schon zu Molières Zeiten verbargen sich hinter den komödiantischen Masken seiner Protagonisten Orgon und Tartuffe gänzlich unkomische, makabre Charaktere. Beide sind zum Äußersten bereit – der gesellschaftlich Mächtige in seiner Hoffnung auf Absolution, der Underdog in seiner Gewaltbereitschaft. Das Stück demaskiert nicht nur die Bigotterie der Besitzenden, sondern es zeigt auch, wie die Täuschung – damals wie heute – als ideales Instrument, ja, als Waffe eingesetzt werden kann.

 

Regie Mateja Koležnik

Bühne Raimund Orfeo Voigt

Kostüme Alan Hranitelj

Musik + Komposition Mitja Vrhovnik-Smrekar

Licht Gerrit Jurda

Choreographie Matija Ferlin

Mitarbeit Sprachregie Andreas Sippel

Dramaturgie Götz Leineweber

 

mit

 

Ulrike Willenbacher Madame Pernelle, Orgons Mutter

Oliver Nägele Orgon, Elmires Ehemann

Sophie von Kessel Elmire, Orgons Ehefrau

Christian Erdt Damis, Orgons Sohn

Nora Buzalka Mariane, Orgons Tochter und Geliebte des Valère

Gunther Eckes Valère, Marianes Geliebter

Bijan Zamani Cléante, Orgons Schwager

Philip Dechamps Tartuffe

Charlotte Schwab Dorine, Marianes Zofe

Arnulf Schumacher Monsieur Loyal, Gerichtsvollzieher

Paul Wolff-Plottegg Ein Gesandter des Königs

 

Fr 30. Jun 17, 19:30 Uhr

 

So 16. Jul 17, 19:00 Uhr

 

Mi 26. Jul 17, 20:00 Uhr

 

Sa 29. Jul 17, 20:00 Uhr

 

premiere 29 Jun 17

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑