Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Der Teufel auf Erden" - Fantastisch-burleske Operette von Franz von Suppé - Städtische Theater Chemnitz"Der Teufel auf Erden" - Fantastisch-burleske Operette von Franz von Suppé -..."Der Teufel auf Erden" -...

"Der Teufel auf Erden" - Fantastisch-burleske Operette von Franz von Suppé - Städtische Theater Chemnitz

Premiere am 27. April 2019, 19.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Was macht der gestresste Oberteufel, wenn es ihm in seinem Reich zu voll wird, weil heutzutage wirklich jeder in die Hölle will? Genau: Er lässt sich auf der Erde nieder. Kein Wunder, dass das Höllenleben ohne Regierungschef völlig aus dem Ruder gerät und die Belegschaft überfordert ist. Wieso ist er auch ausgerechnet jetzt nicht da? Und wo, zum Teufel, steckt er eigentlich genau?

 

Der einzige Ausweg scheint zu sein, dass Höllenknecht Ruprecht die Erdenleiter hinaufklettert, um nach dem Chef zu suchen. Auf seiner Reise streift er nicht nur durch die Kontinente, sondern auch durch die Jahrhunderte, erlebt ein Nonnenkloster im 17. Jahrhundert mit einer merkwürdigen Äbtissin, eine Kadettenschule im 19. Jahrhundert mit einem Oberst, der für sein Leben gern Unsympath ist, sowie eine Tanzschule im 21. Jahrhundert, in der man fieberhaft den nächsten Opernball vorbereitet. Bei all dem stellt Höllenknecht Ruprecht fest, dass das Leben auf der Erde viel teuflischer ist, als er je geahnt hätte.

Franz von Suppé, dessen 200. Geburtstag die Musikwelt am 18. April feiert, schrieb 1878 mit seiner fantastisch-burlesken Operette „Der Teufel auf Erden“ ein augenzwinkerndes, zeitkritisches Bühnenwerk in bester Offenbach-Tradition und traf damit auch inhaltlich den Nerv des Wiener Publikums. Schließlich übte der Teufel als Theaterfigur schon von jeher eine große Anziehungskraft aus.

Warum sich das Werk trotz des Premierenerfolgs nicht auf der Bühne hielt, ist unklar. Der Suppé-Biograf Hans-Dieter Roser konstatiert: „Wahrscheinlich stand der Operette die unverhüllte Forderung nach mehr Liberalität im Wege, die in der Monarchie nicht gern gehört wurde, später nicht im österreichischen Ständestaat oder in der nationalsozialistischen Bewegung.“ Hinrich Horstkotte, der als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner in Chemnitz bestens bekannt ist und zuletzt mit seiner „Turandot“-Inszenierung für ausverkaufte Vorstellungen sorgte, wird dem „fröhlichen, musikalisch anspruchsvollen Ganzen“ (Roser) in der textliche Neufassung von Alexander Kuchinka, die den ursprünglichen aktuell-zeitkritischen Ansatz pointiert ins Heute überträgt, den Weg zurück auf die Bühne und in die Herzen der Operettenfreunde ebnen.

Libretto von Karl Juin und Julius Hopp
Textliche Neufassung von Alexander Kuchinka
Revidierte musikalische Fassung von Jakob Brenner

Musikalische Leitung: Jakob Brenner
Inszenierung, Bühne und Kostüme: Hinrich Horstkotte
Choreografie: Sabrina Sadowska
Chor: Stefan Bilz

Besetzung: Alexander Kuchinka (Ruprecht, Höllenknecht), Matthias Winter (Rupert, Engel außer Dienst), Dagmar Schellenberger (Mutter Aglaja), Gerhard Ernst (Oberst Donnersbach), Franziska Krötenheerdt (Amanda u. a.), Sophia Maeno / Sylvia Rena Ziegler (Isabella u. a.), Andreas Beinhauer / Till von Orlowsky (Isidor u. a.), Reto Rosin (Reinhart u. a.), Matthias Otte (Haderer u. a.), Tilo Kühl-Schimmel / Jürgen Schimmel (Tanzschulleiter), Christoph Dittrich (Intendant);
Opernchor, Tanzschule Köhler-Schimmel, Opernballettschule, Statisterie, Robert-Schumann-Philharmonie

Koproduktion der Theater Chemnitz und der Volksoper Wien
 

04.05.2019 Samstag 19:00 Uhr Opernhaus - Saal

17.05.2019 Freitag 19:00 Uhr Opernhaus - Saal

24.05.2019 Freitag 19:00 Uhr Opernhaus - Saal

02.06.2019 Sonntag 15:00 Uhr Opernhaus - Saal

Das Bild zeigt  Franz von Suppé

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Forever young

Die Essenz zweier realer und eines fiktiven Lebens werden in dem Theaterstück "Dorian" von Darryl Pinckney und Robert Wilson miteinander verknüpft: die des Malers Francis Bacon, des Autors Oscar Wilde…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Mythos erwacht zum Leben

Widersprüchlich und nicht ganz greifbar ist die historische Figur der Johanna von Orléans. Schier unglaublich, wie es einem einfachen Bauernmädchen im 15.Jahrhundert gelang, bis zum König…

Von: Dagmar Kurtz

"Krabat", Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler von Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Das 2013 in Stuttgart uraufgeführte Handlungsballett „Krabat“ nach dem beliebten Roman von Ottfried Preußler, in dem er eine sorbische Sage verarbeitet, hatte jetzt an der Deutschen Oper am Rhein…

Von: Dagmar Kurtz

Rocky Horror Picture Show trifft auf Homer

Heftiges Klopfen an der Tür. Es ist nicht der verstorbene Komtur, sondern ein junges Paar, das Einlass begehrt. In ihrer Inszenierung des „Don Giovanni“ für die Deutschen Oper am Rhein“ nutzt Karoline…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Schein

Täuschungen über Täuschungen, Doppelmoral und Betrug. In der Operette „Die Fledermaus“ macht jeder jedem etwas vor, allein die schwungvolle Musik mit Wiener Walzerseligkeit täuscht darüber hinweg und…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑