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THEATER FREIBURG: DAS DOPPELTE KAROTTCHENTHEATER FREIBURG: DAS DOPPELTE KAROTTCHENTHEATER FREIBURG: DAS...

THEATER FREIBURG: DAS DOPPELTE KAROTTCHEN

Ein Gemüsekrimi rund um den Kaiserstuhl von Carsten Schneider

Premiere: Sonntag, 20. April 2008, 16 Uhr, Treffpunkt S-Bahnhof Gottenheim

 

Beim unterhaltsamen und opulenten Freiluftspektakel für die ganze Familie wird die Landschaft zur Bühne, das Publikum wandert mit ca. 100 Darstellern zwischen 8 und 88 Jahren durch den Kaiserstuhl!

 

Der ganze Gemüseauflauf ist am Kaiserhof in Gottenheim, im Herzen des Möhrchenlandes versammelt, um die Hochzeit von Mörylin Möhrchen und Prinz Karl Rottchen zu feiern. Da wird die Braut am Bahnhof von einer verschlagenen Nackt-schnecke entführt, um angeblich noch eine blitzschnelle Verschönerungskur vor der Hochzeitszeremonie zu bekommen. Tatsächlich wird ihr von den geheimnisvollen Drahtziehern des Hybridgemüsehandels ihr Herz herausoperiert. Auf der Hochzeit erkennt der Bräutigam seine Braut nicht wieder, sie ist zwar makellos schön, hat aber jeden Geschmack und jedes Gefühl verloren. Wird Mörylin Möhrchen ihr Herz zurückbekommen? Eine wilde Verfolgungsjagd zwischen den schmatzenden Rotzern und allerlei Möhrchen, Auberginen, Kichererbsen und der Gräfin Gurke beginnt.

 

Berührungsängste darf man nicht haben: Im Gurkenkostüm sind alle gleich. Menschen unterschiedlichsten Alters, mit und ohne Theatererfahrung, spielen zusammen in Uli Jäckles Kaiserstuhlprojekt. Neben dem bunten Gemüseauflauf, in dem die Tomaten von Tante Erika und einige Kichererbsen eine besondere Rolle spielen, kommen auch noch fiese Schädlinge zum Einsatz, wie „Schleimi Nacktschleimer“, eine besonders intrigante Nacktschnecke, die nichts Gutes im Sinn hat, wenn es um unschuldiges Gemüse geht.

 

Regisseur Uli Jäckle hat viel Erfahrung mit ähnlichen „Landschaftstheaterprojekten“. Ein Dorf in Niedersachsen hat er komplett mit dem Theatervirus infiziert, dort wandern mittlerweile bis zu tausend Zuschauer durch die Felder und Scheunen. Um eine Landschaft als Bühnenbild zu benutzen, braucht man allerdings auch mehr als eine Handvoll Spieler. So trifft es sich gut, das neben zehn Profis aus dem Ensemble des Theater Freiburg ca. 80 Darsteller aus Stadt und Region beim „doppelten Karottchen“ mitspielen wollten. Jeder hat eine tragende Rolle bekommen und jetzt wird für die meisten einmal in der Woche geprobt und parallel an den Kostümen gebastelt, am Text gefeilt, Spielorte festgelegt (wegen Naturschutzgebieten nicht immer ganz einfach), sowie Mofas, Trecker und sonstige Requisiten aufgetrieben.

 

Besonders wichtig für die Entwicklung des Projektes war der Ort Gottenheim. Der aufgeschlossene Bürgermeister dort hatte sofort viele Ideen und so wird der Kaiserhof des Gemüses di-rekt auf dem Rathausvorplatz sein und für die Gemüseparade wird kurzfristig sogar die Dorfstrasse gesperrt. Treffpunkt zum Start für die jeweils ca. dreieinhalbstündige Theaterwanderung ist jeweils der S-Bahnhof in Gottenheim, wo die schöns-te Möhre der Welt, Mörylin Möhrchen, ankommt, um ihre Hochzeit mit Prinz Karl Rottchen zu feiern. Leider wird sie dort sofort von einer auf Mofas anbrausenden Bande von Schädlingen auf die schiefe Bahn gebracht: Sie wird entführt und ohne ihr Wissen zu einer herzlosen Hybridmöhre umoperiert: makellos aber völlig geschmacklos.

 

Die Geschichte vom „doppelten Karottchen“ entwickelte der Autor Carsten Schneider eigens für die Freiburger Inszenierung. Hinter den witzigen Dialogen verbirgt sich ein wichtiges Thema: Welche „Geschichte“ haben die Pflanzen, die wir essen? Wie sind sie verbunden mit der Region, der Landschaft, aus der sie kommen? Oder sind effizient produzierte Gemüsesorten, die chemisch in Form gehalten werden, einfach überlegen? Was ist denn überhaupt „bio“? Im „doppelten Karottchen“ wird alles durch den Kakao gezogen. Prinz Karl Rottchen gibt jedenfalls so schnell nicht auf, auch wenn seine Braut nach ihrer Herzamputation sich ihm gegenüber äußerst uncharmant verhält. Mitsamt dem ganzen Gemüseauflauf jagt er den geheimnisvollen Bösewicht, der das Herz seiner Mörylin geklaut hat, um aus ihr das perfekte Möhrchen zu klonen. Er wird die Liebe und das Herz der Braut retten, so viel darf verraten werden.

 

Uli Jäckle: „Es machen Leute aus allen Berufsständen und jeglichen Alters mit, unser Landschaftstheater ist vor allem auch ein Generationentheater.

Wir werden ganz Gottenheim in eine Gemüsewelt verwandeln, 10 Mofas und zwei Trecker werden als riesige Insektenfahrzeuge umgebaut, die Feuerwehr Gottenheims wird einen Großeinsatz fahren und der ganze Kaiserstuhl wird zum Bühnenbild erklärt!“

 

BESETZUNG

 

Regie Uli Jäckle

Text Carsten Schneider

Textmitarbeit Uli Jäckle, Florian Brandhorst, Arnd Heuwin-kel

Ausstattung Elena Anatolevna

Musik Malte Preuß

Dramaturgie Viola Hasselberg

Produktionsleitung Armin Holzer

 

Florian Brandhorst Professor Kopfsalat

Ricardo Frenzel Prinz Karl Rottchen

Bettina Grahs Gräfin Gurke / Schleimi

Britta Hammelstein Mörylin Möhrchen

Arnd Heuwinkel Großkotzerich

Uta Krause Mixed Pickels, ihre Tochter / Schleimi

Camil Morariu Bahnwärter / Heilige Aubergine / Spargeltar-zan

Dorothee Metz Waldi Waldmeisterin / Schleimi

Raphaél Niebel General Tomaten Mark

Ueli Schweizer Kaiser Papa Rottchen

Florian Schmidt-Gahlen Schleimi, der Nacktschleimerich

Antonia Tittel Kaiserin Mama Rottchen

Vanessa Valk Kichererbsenschote / Schleimi

 

Die Mörylins:

Sabrina Dörsam, Stephi Heinold, Anna Mattes, Selina Müller, Hannah Pfaff, Henrieke Schwarzer, Waltraud Söhngen-Keller, Mi-la Urschbach, Olga Weber, Jannika Wilke

 

Die Waldmeister:

Helga Bernhardt, Renate Brück, Jean Devigne, Hanna Devigne, Klara Jéhn-de Witt, Renate Katsaros, Lisa Klump, Volker Lampe, Michaela Pohl, Elsbeth Stegie, Peter Steinhart, Burgit Stel-kens, Susanne Strohmenger, Susanne Wächter-Urschbach

 

Der Gemüseauflauf:

Gabriele Altgott-Schwarzer, Patricia Brandhorst, Franziska Brandhorst, Hans-Joachim Burgert, Arne Busch, Brigitte Denter, Ruth Felder-Barthelmes, Monika Gross, Isabella Rebecca Kamme-rer, Karin Krauß, Roland Kühn, Birgit Lay, Kristina Müller, Friedemann Pfaff, Barbara Preusche, Paul Sacherer, Elisabeth Schienagel-Gantzert, Waltraud Schmidt, Beate Schwerdtfeger-Sieber

 

Die Kichererbsen:

Charlotte Gudat, Marie Holthuijzen, Marie Kaune, Antonia Krab-be, Laura Müller, Antonia Nagel, Miriam Pfaff, Constanze Pfaff, Sophia Pfaff, Alexandra Präg, Mara Sancak, Amber Schä-fer, Luzia Schreiber

 

Die Insekten:

Stefan Brandhorst, Yannic Brandhorst, Holger Geppert, Cornelia Grochow, Jonas Kassner, Florian Lutz, Uwe Maasberg, Rüdiger Maurer, Adrian Miljemovic, Dominik Morr, Katrin Pfaff, Emanuel Pires, Maria Steinke, Uli Vonarx

 

Eine Kooperation mit dem Aktionstheater PAN.OPTIKUM und dem Montessori-Zentrum ANGELL unterstützt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, sowie in Kooperation mit dem Forum für Kunst und Kultur Heersum. Wir danken für die großzügige Unterstützung der TheaterFreunde.de

Ein weiterer Dank an den Musikverein Gottenheim, den Akkorde-onspielring Gottenheim und die Freiwilligen Feuerwehr Gotten-heim für ihre Mitwirkung.

 

Weitere Vorstellungen im April & Mai:

 

Sa 26.04.08, 16 Uhr

So 27.04.08, 11 Uhr

So 11.05.08, 11 Uhr

Sa 17.05.08, 16 Uhr

So 25.05.08, 11 Uhr, Treffpunkt jeweils S-Bahnhof Gottenheim

 

Weitere Vorstellungen sind in Planung.

 

Karten sind an der Theaterkasse (Vorverkauf: 0761 201 28 53), online unter www.theater.freiburg.de sowie in Gottenheim im Rathaus, Hauptstraße 25 und in der Bäckerei-Konditorei Bayer, Schulstraße 24 erhältlich.

 

„Das doppelte Karottchen“ spielt an sechs verschiedenen Orten, die man teils wandernd, teil mit einem Bustransfer erreicht. Die Reise führt die Zuschauer auch in den Wald und in das Na-turschutzgebiet auf dem Haselschacher Buck. Außerdem ist jedes Wetter Karottchenwetter. Deshalb empfehlen wir gutes Schuhwerk und vorsorglich einen Schirm bzw. Regenkleidung.

Man wird dreieinhalb bis vier Stunden unterwegs sein. Mitneh-men kann man Kind und Kegel ab sieben Jahren, nur Kinderwägen sind ungünstig wegen der Bergwanderung im Kaiserstuhl. Ein kleines Vesper und etwas zu Trinken mitzunehmen, ist ebenfalls empfehlenswert, auch wenn es eine Pause mit Catering gibt.

 

 

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