Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Heidelberg: ELEKTRA - Tragödie von Sophokles Theater Heidelberg: ELEKTRA - Tragödie von Sophokles Theater Heidelberg:...

Theater Heidelberg: ELEKTRA - Tragödie von Sophokles

Premiere 25. Februar 2012, 19.30 Uhr, Theaterkino. -----

Elektra hat keine Ruhe mehr, seitdem ihre Mutter Klytaimnestra und deren Geliebter Aigisthos ihren Vater Agamemnon umgebracht haben.

Während Klytaimnestra und Aigisthos schamlos ihre neue Beziehung leben und reuelos an der Spitze des Staates herrschen, sinnt Elektra auf blutige Rache. Ihre Schwester Chrysothemis lehnt es ab, sich an den Mordplänen ihrer Schwester zu beteiligen; sie hat sich mit den neuen Herrschaftsverhältnissen abgefunden und stellt den neuen Frieden über die persönliche Rache. Elektras einzige Hoffnung ist das Warten auf die Rückkehr des Bruders Orest und die Hoffnung, in ihm den ersehnten Rächer des Vaters zu finden. Die Nachricht von Orests Tod scheint für einen Moment all ihre Hoffnungen zu zerstören. Doch der unbekannte Bote bringt in Wahrheit nicht die Urne des Toten – er ist es selbst, verkleidet, um unerkannt nach Mykene zu gelangen. Endlich vereint vollenden die Geschwister den blutigen Plan der Rache.

 

Sophokles stellt Elektras Schmerz über den Verlust des Vaters und ihre Isolation ins Zentrum des Dramas. Ihr unablässiges Klagen um den ermordeten Vater ist ein lebendes Mahnmal und vergegenwärtigt tagtäglich die Tat. Deutlich wird aber auch, welcher Stillstand ihrer Erinnerungskultur innewohnt, welches Verharren auf der unabänderlichen Vergangenheit. Die Frage nach dem persönlichen Recht auf Rache wird nicht eindeutig beantwortet. War nicht der Mord an Agamemnon, der seine eigene Tochter opferte, ebenso vom Recht gestützt? In rhetorisch kunstvoll gebauten Szenen lässt Sophokles Elektras Rechtfertigung auf die der Mutter und die der Schwester treffen.

 

Die Rolle der ‚Elektra‘ übernimmt Anne Schäfer, die seit dieser Spielzeit zum Ensemble des Theater und Orchester Heidelberg gehört. Ihr Debüt gab sie hier in „Furcht und Hoffnung in Deutschland“. Sie war u.a. 2007-2011 festes Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Ihre Regisseure waren u.a. Tina Lanik, Fabian Alder, Martin Schulze, Jan-Philip Gloger, Alexander Nerlich und Dieter Dorn.

 

Regie führt Hans-Ulrich Becker, der u.a. am Bayerischen Staatsschauspiel und als Oberspielleiter am Nationaltheater Mannheim tätig war. Er war Hausregisseur am Staatstheater Stuttgart und prägte das Haus mit seinen Inszenierungen. Weitere Arbeiten führten ihn auch an das Deutsche Theater Berlin, an das Thalia Theater Hamburg sowie an das Theater in der Josefstadt Wien. Zwei seiner Regiearbeiten wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Seit 2010 ist er Professor für Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

 

Weitere Vorstellungstermine: 27.02., 8.03., 903., 20.03 (mit Publikumsgespräch) jeweils um 19.30 Uhr

 

Tickets: 06221/ 5820.000; www.theaterheidelberg.de; tickets@theater.heidelberg.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑