Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Münster: JOSEPH SÜSS, Oper von Detlev GlanertTheater Münster: JOSEPH SÜSS, Oper von Detlev GlanertTheater Münster: JOSEPH...

Theater Münster: JOSEPH SÜSS, Oper von Detlev Glanert

Premiere: Samstag, 7. Februar 2015, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

Im März 1737 stirbt unerwartet der prunksüchtige, bei den Landständen äußerst unbeliebte Herzog Karl Alexander von Württemberg. Sein Finanzrat Joseph Süß Oppenheimer, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Zeit, hatte es verstanden, mit einer ebenso geschickten wie rücksichtslosen Geld- und Steuerpolitik die maroden Staatsfinanzen zu sanieren und damit den aufwendigen Lebensstil seines Landesherrn erst zu ermöglichen.

Unmittelbar nach dessen Tod wird Oppenheimer unter Arrest gestellt und nach einem beispiellosen Schauprozess zum Tode verurteilt …

 

Joseph Süß Oppenheimer war bereits im 19. Jahrhundert Gegenstand literarischer Interpretationen. Berühmtheit erlangte die Darstellung der Ereignisse um Oppenheimer durch Lion Feuchtwangers 1925 erschienenen Roman JUD SÜSS, der 1933 von den Nationalsozialisten verboten wurde. Perfide nutzten sie den Stoff für den gleichnamigen antisemitischen Hetzfilm von Veit Harlan.

 

Detlev Glanert rollt in seiner packenden, 1999 uraufgeführten Oper den historischen Fall noch einmal neu auf. Das Stück zeigt Joseph Süß im Kerker vor seiner Hinrichtung. Alptraumhafte Visionen in den letzten Stunden seines Lebens ziehen als Erinnerungsbilder an ihm vorbei. In ungeheuer intensiven Szenen lässt die Oper an dem Schicksal Joseph Süß‘ Anteil nehmen und in die Abgründe eines mörderischen Rassismus blicken.

 

Libretto von Werner Fritzsch und Uta Ackermann

In Kooperation mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz München

und dem Theater Erfurt

 

Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung: Guy Montavon

Bühne und Kostüme: Peter Sykora

Choreinstudierung: Inna Batyuk

Dramaturgie: Jens Ponath

 

Mitwirkende:

Gary Martin (Joseph Süß Oppenheimer), Gregor Dalal (Karl Alexander, Herzog von Württemberg), Juan Fernando Gutiérrez (Magus, Rabbiner), Lisa Wedekind (Naemi, Tochter von Joseph Süß), Eva Bauchmüller (Graziella, italienische Opernsängerin), Youn Seong Shim (Weissensee), Henrike Jacob (Magdalena, Tochter von Weis-sensee), Helge Salnikau (Henker)

 

Opernchor des Theaters Münster; Sinfonieorchester Münster

 

Weitere Vorstellungen im Februar:

Samstag, 14. Februar, 19.30 Uhr, Großes Haus

Freitag, 20. Februar, 19.30 Uhr, Großes Haus.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑