Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Münster: "Salome" - Musikdrama von Richard Strauss Theater Münster: "Salome" - Musikdrama von Richard Strauss Theater Münster:...

Theater Münster: "Salome" - Musikdrama von Richard Strauss

Premiere: Samstag, 18. Mai 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen Spiel“ Bei Richard Strauss (1864-1949) wird der biblische Mythos von Jochanaan und Salome zu einer psychologischen Studie.

 

Die judäische Prinzessin ist fasziniert von dem in einer Zisterne gefangen gehaltenen Propheten, der die nahe Ankunft des Messias verkündet. Sie will seinen roten Mund küssen, ihn berühren, der – wie sie sich auch so gerne sähe – „keusch wie der Mond und kühl wie Elfenbein“ ist. Er aber verflucht Salome. Ihrem sie ständig mit gierigen Blicken verfolgenden, lüsternen Stiefvater Herodes führt sie daraufhin den Tanz der sieben Schleier vor und fordert als Belohnung dafür den Kopf des Jochanaan …

 

Strauss verwandelt Salome – das Kultbild der Décadence – in ein musikalisches Porträt über das Unbewusste, das den Widerstreit zwischen Sinnlichkeit und Askese, exzentrischem Rausch und Einsamkeit, angstbesetzter Macht und Eros thematisiert. In seiner Oper findet eine Verschiebung von der Ebene des Planvollen und Faktischen ins Unbewusste und Irrationale statt. Gründe für Salomes angeblich verderbliche Wirkung auf Männer sind bei ihm ursächlich in einer zutiefst dekadenten, amoralischen, die Prinzessin wider Willen geprägt habenden Gesellschaft zu finden, von der ein farbiges Bild mit all ihrer Morbidität entworfen wird. Schließlich spiegeln sich in dem bedenkenlosen Gewaltmenschen Herodes und in der exzentrischen, letztlich aber einsam verlorenen Salome, die gesellschaftsgefährdenden Triebe von Macht und Eros.

 

Die musikalische Qualität der von Strauss erfundenen Motive und ihre vielfältige Kombinatorik lassen die sich widerstreitenden Charaktere des Dramas zu einem operngerechten, von entfesselter Leidenschaft durchpulsten, düsteren Beziehungsgeflecht zwischen Mann und Frau werden. Richard Strauss verlieh so der SalomeMusik eine Sprachmächtigkeit, deren kompositorisches Niveau sich fortan kaum mehr steigern ließ. Die Oper, am 9. Dezember 1905 an der Königlichen Oper in Dresden uraufgeführt, wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und trat sofort einen Triumphzug über die europäischen Bühnen an.

 

Libretto vom Komponisten, nach Oscar Wildes gleichnamigem Drama

 

Musikalische Leitung: Fabrizio Ventura

Inszenierung: Georg Köhl

Bühne & Kostüme: Peter Werner

Choreografie: Hans Henning Paar

Dramaturgie: Margrit Poremba

 

Mitwirkende:

Adrian Xhema (Herodes), Suzanne McLeod (Herodias), Annette Seiltgen (Salome), Gregor Dalal (Jochanaan), Youn-Seong Shim (Narraboth), Lisa Wedekind (Ein Page der Herodias), Mark Bowman-Hester (1. Jude), Jin-Chil Jung (2. Jude), Jaean Koo (3. Jude), Enrique Bernardo (4. Jude), Plamen Hidjov (5. Jude/ 2. Soldat), Lukas Schmid (1. Nazarener/ 1. Soldat), Lars Hübel (2. Nazarener), Hee-Sung Yoon (Cappadocier), Eva Lillian Thingbø (Ein Sklave), Armin Biermann (Double Herodes), Tsutomo Ozeki (Double Jochanaan)

 

Sinfonieorchester Münster

 

Einführungsmatinée:

Sonntag, 05. Mai, 10.00, Theatertreff

 

Weitere Vorstellungen im Mai:

Dienstag, 21. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

Freitag, 24. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑