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Theater Osnabrück: ANDORRA von Max Frisch

Premiere 31.01.2009 um 19.30 Uhr, Theater am Domhof

 

Nicht nur, dass Andri als Judenjunge ausgegrenzt wird - die Wahrheit ist viel brutaler: Der Lehrer machte seinen unehelichen Sohn zum jüdischen Findelkind, das er vor dem Zugriff seiner Häscher errettete, und sich selbst zum Pflegevater.

So gelang es ihm, ein gesellschaftliches Skandalon in eine wohlfeile Geste des politischen Widerstandes umzumünzen. Nun sind die Zeitläufe dabei, sich zu ändern, und der Junge wird als Jude stigmatisiert. Sein einziger Halt ist seine Liebe zu Barblin, und auch die wird ihm verwehrt, ohne dass er die Gründe erfährt: Denn das Mädchen ist ebenfalls ein Kind, ein eheliches, des Lehrers. So nimmt Andri die Rolle an, die ihm die Gesellschaft aufnötigt und kehrt sie gegen sie.

 

Wie produziert man Außenseiter? Die Genauigkeit von Max Frischs theatralischer Analyse dieses Themas ist bis heute unübertroffen. Geschrieben 1961 mit dem Blick auf den Antisemitismus stellt ANDORRA ebenso bohrend die Frage nach allen Außenseitern, die wir heute produzieren.

 

Regie Jürgen Bosse

Bühne Martin Fischer

Kostüme Erika Landertinger

 

Andri Steffen Gangloff

Barblin Anjorka Strechel

Lehrer Dietmar Nieder

Mutter Nicole Averkamp

Senora Catrin Flick

Pater Thomas Schneider

Soldat Oliver Meskendahl

Wirt Klaus Fischer

Tischler Olaf Weißenberg

Doktor Jan Schreiber

Geselle Friedrich Witte

Jemand Johannes Bussler

Idiot Dominik Lindhorst

 

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