Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Pforzheim: "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" - Komische Oper von Detlev Glanert nach Cristian Dietrich GrabbeTheater Pforzheim: "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" - Komische...Theater Pforzheim:...

Theater Pforzheim: "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" - Komische Oper von Detlev Glanert nach Cristian Dietrich Grabbe

Premiere 21. Mai, 19.30 Uhr im Großen Haus. -----

 

Der Teufel ist das durchtriebenste Wesen, das sich der Mensch vorstellen kann. Zahlreiche literarische Werke von Goethes Faust über "Die Elexiere des Teufels von E.T. A. Hofmann über Thomas Manns "Dr. Faustus" bis Michail Bulgakows "Der Meister und Margarita" thematisieren den Höllenfürst als Inkarnation des Bösen.

 

Im Jahre 1822 ersann Christian Dietrich Grabbe in seinem Lustspiel "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" einen Teufel, der von den Menschen in seiner Boshaftigkeit noch um Längen überboten wird. Damit schuf er ein zeitkritisches Drama und gleichzeitig eine der bedeutendsten deutschen Komödien. Der zeitgenössische Komponist Detlev Glanert verwendete dieses Stück als Grundlage für seine gleichnamige Literaturoper, mit der er im Jahre 2001 den Bayerischen Theaterpreis erhielt. Am Samstag, 21. Mai um 19.30 Uhr feiert das Werk in der Inszenierung von Operndirektor Wolf Widder seine Premiere im Großen Haus des Theaters Pforzheim. Der Komponist Detlev Glanert wird ebenfalls anwesend sein.

 

In der Hölle ist Großputz und so stattet der Teufel der Erde einen Besuch ab. Auf dem Schloss des Barons bieten sich ihm mehr als genügend Gelegenheiten, Intrigen und Verwirrung zu stiften. Doch bald stellt sich heraus, dass der Teufel längst nicht das böseste Geschöpf ist. Schon bald muss er feststellen, dass die Welt von Ehrgeiz zerfressen, von Gier und Neid angeführt und von Egoismus gelenkt wird. Entsetzt über so viel Verkommenheit bleibt dem Teufel nur noch eine Wahl - die Flucht.

 

"Detlev Glanert ist einer der wenigen zeitgenössischen Komponisten, der es schafft, gute 'Theatermusik' zu schreiben - es gehört viel Wahnsinn dazu, eine Komödie zu komponieren", so Operndirektor und Regisseur Wolf Widder. "Selten sind der Verfall der Werte und die Infantilisierung der Gesellschaft so auf den Punkt gebracht wie bei Grabbe bzw. bei Gronius und Glanert", so Widder weiter. Die Oper "scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" zeige heutige Wege des Musiktheaters auf, sei Literaturoper, Gesellschaftssatire, Welttheater und postmoderne Kunst in einem. Durch die zugleich intelligente, sinnliche und witzige Konstruktion biete sie sich auch für Opernneulinge an.

 

Die Oper ist auch Inhalt des Patenschulprojekts Nordstadtschule, bei dem sich Schüler der Klassen 7 bis 9 von Herbst 2010 an in ihrem Unterricht in allen Fächern der Thematik und ihrer Umsetzung auf der Bühne angenähert haben.

 

Libretto von Jörg W. Gronius

 

Inszenierung: Wolf Widder

Musikalische Leitung: Tobias Leppert

Bühne und Kostüme: Sibylle Schmalbrock

Dramaturgie: Doreen Röder

 

Besetzung:

Der Teufel: Daniel Lager

Der Baron: Aleksey Ivanov

Liddy, seine Tochter: Katja Bördner

Freiherr von Mordax: Cornelius Burger

Herr von Wernthal: Marek Reichert

Rattengift, ein Dichter: Gerd Jaburek

Mollfels: Markus Francke

Der Schulmeister: Hans Gröning

Gottliebchen, sein Schüler: Elif Aytekin

Vier Naturhistoriker: Anna-Lena Denk/Babett Dörste/Steffen Fichtner/Axel Humbert

 

Vorstellungstermine:

Freitag, 27. Mai, 20:00 Uhr

Samstag, 04. Juni, 19:30 Uhr

Samstag, 18. Juni, 19:30 Uhr

Donnerstag, 30. Juni, 20:00 Uhr

Sonntag, 10. Juli, 19:30 Uhr

Dienstag, 12. Juli, 20:00 Uhr

Donnerstag, 14. Juli, 20:00 Uhr

 

Karten für "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" gibt es ab 13,20 Euro (ermäßigt 6,85 Euro) an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter Tel. 0 72 31/39-24 40, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und im Internet auf www.theater-pforzheim.de

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑