Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater St. Gallen:"Die Orestie (revisited)" - Tragödie von Aischylos in einer Fassung von Martin PfaffTheater St. Gallen:"Die Orestie (revisited)" - Tragödie von Aischylos in...Theater St. Gallen:"Die...

Theater St. Gallen:"Die Orestie (revisited)" - Tragödie von Aischylos in einer Fassung von Martin Pfaff

Premiere: Dienstag, 27. April 2021, 20 Uhr, Lokremise St.Gallen

Aischylos‘ Trilogie Die Orestie steht am Beginn der europäischen Theatertradition. Sie handelt von Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Moral und Tradition. Über allem schwebt der Fluch der Atriden, nach dem Blut mit Blut vergolten werden muss, Ehebruch, Mord und zahllose Grausamkeiten sich nahezu zwanghaft wiederholen und Versöhnung unmöglich scheint.

 

Diese Geschichte erzählt Martin Pfaff in der Lokremise jedoch nicht 1:1. Er bricht die lineare Handlung immer wieder auf und inszeniert den Stoff vor dem Hintergrund der Erosion gemeinsamer, verbindlicher Werte. Die Frage, wie wir leben wollen und was wirklich von Wert ist, stellt sich nach einem Jahr der Corona-Pandemie noch drängender und erscheint in einem neuen Licht.

Ursprünglich war Die Orestie im April 2020 für die grosse Bühne im Theater geplant, als eine der letzten Inszenierungen vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten im Paillard-Bau. Nachdem die Pandemie die Pläne mehrfach durchkreuzt hat, kommt die Produktion nun in einem vergleichsweise intimen Rahmen in der Lokremise auf die Bühne. Pfaffs Herangehensweise an das Stück hat sich dadurch noch akzentuiert: „Der feierliche Echo-Raum des Grossen Hauses wird jetzt eingetauscht gegen die Intimität der Lokremise», sagt der Autor und Regisseur. «Die Vorteile des Raumwechsels bestehen darin, dass ich einen oft auch augenzwinkernden, selbstironischen Blick auf Die Orestie habe. Das ist im LOK-Kontext der modernen Dramatik sehr gut aufgehoben.»

Die Orestie des Aischylos endet nach all der Gewalt versöhnlich. Und sie verweist mit der Überwindung der Blutrache und dem Ende eines Fluchs, der Generationen belastet hatte, in eine Gegenwart, deren Zersplitterung scheinbar nicht aufgehalten werden kann. Martin Pfaff stellt in seiner Fassung die Frage nach der Änderbarkeit der Verhältnisse in den Vordergrund und untersucht in diesem Zusammenhang die Rolle des Theaters.

Inszenierung                Martin Pfaff
Ausstattung                Mathias Rümmler
Licht                    Rolf Irmer
Musik                    Stefan Pinkernell
Dramaturgie                Armin Breidenbach

Besetzung                Matthias Albold
                    Diana Dengler
                    Catriona Guggenbühl
                    Anja Tobler
                     Oliver Losehand
                    Bruno Riedl
                    Marcus Schäfer

Vorstellungen
Dienstag, 27. April 2021, 20 Uhr (Premiere)
Mittwoch, 28. April 2021, 20 Uhr
Freitag, 30. April 2021, 20 Uhr
Samstag, 1. Mai 2021, 20 Uhr
Donnerstag, 6. Mai 2021, 20 Uhr
Freitag, 7. Mai 2021, 20 Uhr
Mittwoch, 12.Mai 2021, 20 Uhr
Donnerstag, 13. Mai 2021, 20 Uhr
Freitag, 14. Mai 2021, 20 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑