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Theaterpreis Würzburg 2009 für den Schauspieler Kai Christian Moritz

Der Der Verein zur Förderung des Mainfranken Theaters Würzburg e.V. zeichnet den Schauspieler Kai Christian Moritz mit dem „Theaterpreis Würzburg 2009“ aus. Die Schauspielerin Anna Sjöström und der Tänzer Yoshimasa Samos erhalten jeweils einen der Förderpreise des Theaterfördervereins.

Mit ihrer Entscheidung würdigt die Jury einen Künstler, der seit der Spielzeit 2005/06 dem Ensemble des Mainfranken Theaters angehört, in dieser Zeit höchste schauspielerische Leistungen erbracht hat und sein großes und vielseitiges Talent in einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Rollen eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, so Laudator Bruno Forster in seiner Preisrede.

 

„Kai Christian Moritz habe sein Leben zwei Leidenschaften gewidmet“, so Forster weiter: „Der Schauspielerei und der Musik. Er absolvierte ein Schauspielstudium an der Neuen Schauspielschule in München, studierte ebenfalls Gesang, war Mitglied im Chor der Philharmonie München und besitzt ein Chorleiterdiplom. Nach verschiedenen Schauspielengagements gab er am Mainfranken Theater 2005 in Peter Shaffers „Amadeus“ sein Debüt als Mozart, seine erste Hauptrolle, die er mit Bravour meisterte. „Eine starke schauspielerische Leistung“, so urteilten die Fränkischen Nachrichten, wenn er „voller Elan als alberne, überdrehte, doch immer sympathische Nervensäge“ Mozart verkörpert. Es war sein erster von vielen nachfolgenden Erfolgen.

Angefangen mit der Rolle des Pantalone aus Goldonis „Diener zweier Herren“ über Robespierre aus Georg Büchners „Dantons Tod“ von Kai Christian Moritz mit schneidender Kälte gespielt und perfekt verkörpert, so der Fränkische Tag, über die Rolle des Cal in „Kampf des Negers und der Hunde“ von Bernard Marie Koltes, eine schauspielerische Meisterleistung, bis hin zur Rolle des Selicour im „Parasit“ von Friedrich Schiller.

 

Und schließlich ein sicherlich nur vorläufiger Höhepunkt in Heinrich von Kleist´s „Kohlhaas“. Die Presse sparte nicht mit höchstem Lob: „Sein packendes Großtalent“, so schreibt sie, „hat eine ganze Stunde Gelegenheit, eine Figur Gerechtigkeit fordern zu lassen, unnachgiebig bis zum eigenen Tod“.

Beeindruckend „seine Bühnenpräsenz und sprachliche Präzision“. „Großes Solo mit Kai Christian Moritz“ titelt die Tauber Zeitung und „ein schauspielerisches Glanzstück“ nennen es die Fränkischen Nachrichten, ein schauspielerisches Glanzstück, das „Kleist´s Novelle zum packenden Erlebnis am Mainfranken Theater“ werden lässt.

 

Ab dem 13. Februar wird Kai Christian Moritz in der Titelrolle der Musical- Uraufführung „Goscior – der Zwischenweltler zu erleben sein.

 

Mit der Zuerkennung der Förderpreise würdigt die Jury das künstlerische Talent von zwei jungen Künstlern, von denen sie überzeugt ist, dass beide weiterhin einen erfolgreichen Weg gehen werden.

 

Förderpreis für die Schauspielerin Anna Sjöström

Die Schwedin Anna Sjöström ist als Sängerin, Schauspielerin, Regisseurin und Schauspieltrainerin eine junge Künstlerin mit einer erstaunlich vielseitigen Begabung urteilte Bruno Forster über eine der Förderpreisträger 2009.

Sie hat eine Ausbildung als Schauspielerin hinter sich, absolvierte von 2005 bis 2007 ein Studium in Music creating and Music Performance und vervollständigte ihre Ausbildung von 2007 bis 2008 mit einem Master-Schauspielstudium an der Manchester Metropolitan University. Gleichzeitig arbeitete sie seit 2003 kontinuierlich mit professionellen, freien Theatergruppen zusammen, und leitete und initiierte verschiedene Schauspielproduktionen. Seit der Spielzeit 2008/09 ist sie am Mainfranken Theater als Regieassistentin und Schauspieltrainerin engagiert.

Auf der Bühne war sie in der vergangenen Spielzeit zum ersten Mal im Liederabend „Love Revolution“ als Tochter Amelié zu erleben.

Spontan übernahm sie im Januar 2009 einen Regieauftrag und entwickelt ein ganz neues Stück, „Cabaret Tschetschnenien“, das sie zusammen mit dem Ensemble zur Uraufführung brachte. Drei Preise bei den bayerischen Theatertagen waren dafür der Lohn.

 

Die große Schauspielproduktion „Die Orestie“ forderte sie zum einen als Trainerin des Bürgerchores und zum anderen als Chorführerin auch als Darstellerin. Schließlich leistete sie mit der Spielleitung und Konzeption des abschließenden Satyrspiels eine bemerkenswerte, großartige und überzeugende Arbeit, indem sie das Ensemble wiederum in seiner ganzen Kreativität forderte. Die Jury würdigte ihre vielseitige Begabung und ist überzeugt, dass Anna Sjöström am Anfang eines erfolgreichen Berufsweges steht.

 

Förderpreis für den Tänzer Yoshimasa Samos

Der junge Tänzer erhielt seine Ausbildung an der Akademie für klassischen Tanz in Monte Carlo. 2007 gewann er eine Goldene Medaille bei einem internationalen Wettbewerb für klassischen Tanz und er wurde im Jahr 2008 Halbfinalsieger beim Preis von Lausanne. In der Spielzeit 2008/2009 kam er als Eleve an das Mainfranken Theater, wo er bereits bei seinem ersten Debüt im Nussknacker durch seine enorme Sprungkraft, seine Flinkheit und seine Sicherheit bei der Bewältigung technischer Schwierigkeiten begeisterte. Als James in der Uraufführung „Das Bildnis des Dorian Grey“’ von Anna Vita war er der besorgte und eifersüchtige Bruder Sybills, der ihren Tod nur mit gleichem vergelten kann. Keine leichte Aufgabe für einen jungen Eleven, die er jedoch mit Bravour meisterte. Einen „herausragend tanzenden Ballett-Eleven“ nannte ihn die Presse, und es überraschte deshalb nicht, dass er nach diesem überzeugenden Debüt nach einem Jahr als festes Ensemblemitglied der Ballettcompagnie übernommen wurde. In dieser Spielzeit ist er als Feuervogel in der laufenden Produktion „Medea/Der Feuervogel“ zu bewundern, in der er, wie die Presse urteilt, mit „bestechender Körperlichkeit,… starken Sprüngen“ (Mainpost, 29.11.09) und „federleicht …über die Bühne wirbelt“ (dpa). Yoshimasa Samos besitzt ein großes tänzerisches Potential, das es rechtfertigt, noch Großes von ihm zu erwarten hieß es in Bruno Forsters Laudatio.

 

 

 

 

 

 

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