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Thementage: »Digitale Welten – Welchen Fortschritt wollen wir?« im Schauspiel Frankfurt

vom 17. bis 20. März 2016. ---

 

In Inszenierungen, Diskussionen und Vorträgen fragt das Schauspiel Frankfurt nach künstlerischen und gesellschaftlichen Veränderungen sowie Risiken und Chancen der digitalen Technologien.

 

Eröffnungsdiskussion, Schauspielhaus am 17. März um 19.30 Uhr:

Die digitale Revolution ermöglicht eine Optimierung sämtlicher Lebensbereiche. Dennoch wird sie von vielen mit Skepsis betrachtet, stellt sie doch unser Selbstbild und unsere demokratischen Werte in Frage. Welche Vorteile verspricht die digitale Zukunft und zu welchem Preis? Brauchen wir ein neues Gesellschaftsmodell? Wo verlaufen die Grenzen von Ethik und Technik?

Diskutanten:

Petra Grimm (Leiterin des Instituts für Digitale Ethik, Stuttgart)

Christoph Kucklick (Chefredakteur von GEO)

Christoph von der Malsburg (Professor für Computer Science und Neurobiologie)

Lena-Sophie Müller (Geschäftsführerin von D21)

Moderation Gert Scobel

 

Inszenierungen

 

Gastspiel Schauspiel Dortmund, Schauspielhaus am 18./19. März um 19.30 Uhr:

4.48 Psychose

Sarah Kane

Ist die Seele messbar? Inwieweit erfassen Daten einen Menschen? Woraus

besteht ein Ich? Für »4.48 Psychose« hat Regisseur Kay Voges eine theatrale Mensch-Maschine realisiert, die die Metamorphose von Sprache, Psyche und Körper in Datenströme behandelt. Das Stück der 28-jährigen britischen Dramatikerin Sarah Kane ging Ende der Neunzigerjahre um die Welt als eindrückliches, dunkles Gedicht, als hochpoetischer Aufschrei eines seelisch kranken Menschen und hat bis heute nichts von seiner Eindringlichkeit verloren. Die Depression, das Burn-Out – nur eine messbare Stoffwechselstörung? Oder vielmehr die logische Schlussfolgerung, wenn man mit offenen Augen und offenem Herzen auf unsere Welt schaut?

 

Regie Kay Voges Bühne Jan P. Brandt, Kay Voges Live-Soundtrack T. D. Finck von Finckenstein Live-Video Mario Simon Live-Engineering Lucas Pleß Live-Wording Anne-Kathrin Schulz Live-Ton Chris Sauer

Mit Merle Wasmuth; Björn Gabriel, Uwe Rohbeck

 

Audiowalk, Premiere

Remote Frankfurt

Rimini Protokoll

Am 17./18./22./23./30. März um 18.30 Uhr / 19. März um 14.30/18.00 Uhr

 

In »Remote Frankfurt« bricht eine Gruppe mit Kopfhörern in die Stadt auf, geleitet von einer künstlichen Stimme, wie man sie von Navigationssystemen

kennt. Die Begegnung mit der künstlichen Intelligenz verleitet zum Selbstversuch. Wem oder was folgen wir, wenn wir uns von ihr leiten lassen? 50 Menschen beobachten sich gegenseitig, treffen individuelle Entscheidungen und sind doch Teil einer Gruppe. »Remote Frankfurt« beschäftigt sich mit der Vorhersagbarkeit menschlichen Verhaltens als Voraussetzung dafür, dass Technologie uns im Alltag helfen kann. Das

Projekt war bisher in 28 Städten weltweit zu erleben. Nach über 700 Aufführungen kommt es nun nach Frankfurt.

Konzept/Skript/Regie Stefan Kaegi Co-Regie/Realisation Jörg Karrenbauer Sound Design Nikolas Neeke

Treffpunkt Friedhof Bornheim, Haupteingang

Ein Ausweis wird als Pfand für die Ausgabe der Kopfhörer benötigt. Wir empfehlen festes Schuhwerk sowie wetterfeste Kleidung. Die Tour endet in der Innenstadt, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist zu empfehlen.

 

***

 

Am 19. März

Privatheit und Öffentlichkeit im digitalen Wandel

 

Vorträge/Diskussionen, Chagallsaal

 

Panel 1:

Freiheit. Brauchen wir einen neuen Begriff des Privaten?

 

11.00 Uhr

Privatheit und Öffentlichkeit im digitalen Wandel

Privatheit und Freiheit gelten als essentiell für ein sinnstiftendes und selbstbestimmtes Leben. Wie verändern sich diese historischen Errungenschaften im Zuge des digitalen Wandels?

Vortrag: Ulrike Ackermann (Leiterin des John Stuart Mill Instituts für Freiheitsforschung)

 

11.30 Uhr

Privatheit und Staat: Wie viel Sicherheit verträgt die Demokratie?

Viele Staaten haben das Internet umfangreich unter ihre Kontrolle gebracht.

Doch wie verträgt sich das mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie? Wie funktionieren staatliche Überwachungsnetze und welche Gefahren gehen mit einer Überwachungsgesellschaft einher?

Vortrag: Sandro Gaycken (Direktor des Digital Society Instituts und Berater der Bundesregierung im Bereich Cybersecurity)

 

12.00 Uhr

Privatheit und Markt: Warum private Daten die Währung der Zukunft

Private Daten lassen präzise Schlüsse über unsere Einstellungen,

Interessen und zukünftige Verhaltensweisen zu. Jörg Blumtritt erklärt, wie sie

von Unternehmen ausgewertet werden und welche Wettbewerbsvorteile in Folge entstehen.

Vortrag: Jörg Blumtritt (Geschäftsführer von Datarella)

 

12.30 Uhr Diskussion

Moderation Ulrike Ackermann

 

Panel 2:

Gleichheit. Die Entgrenzung der Arbeit oder Die Ökonomisierung des Privaten

 

13.30 Uhr

Der durchleuchtete Angestellte oder Zum veränderten Verhältnis

von Privatheit und Arbeit

Immer mehr Firmen setzen Backgroundchecks ein, mit denen sie private Daten der Angestellten erfassen. Mit Algorithmen werden Effizienz und Potentiale von Mitarbeitern berechnet und prognostiziert. Entsteht eine gegenseitige Kontrolle und damit eine zunehmende Konformität.

Vortrag: Markus Morgenroth (Software-Engineer, ehem. Leiter der europ. Niederlassung von Cataphora, heute Berater zu Fragen des Datenschutzes)

 

14.00 Uhr

Arbeitswelten der Zukunft – Von der Normierung zur Kreativität

Neue technologische Errungenschaften lösen Branchengrenzen auf, machen

Geschäftsmodelle obsolet und befördern den Konsumenten zum Selbstproduzenten. Welche Eigenschaften erfordern die Vernetzung und der gesellschaftliche Wandel?

Vortrag: Lena Schiller Clausen (Mitgründerin des Betahaus Hamburg,

Autorin des Buches New Business Order)

 

14.30 Uhr

Beziehung 2.0 – Wir sehen, was Du fühlst

Zu Liebe und Freundschaft gehören Intimität und Privatheit, die durch Indiskretion verletzt werden können. Dennoch werden im Internet persönliche Gefühle preisgegeben und kommerziell genutzt. Verändert sich durch Überwachung und Internetkommunikation unser Liebes- und Freundschaftsverständnis?

Vortrag: Kornelia Hahn (Professorin für Soziologie, Universität Salzburg)

 

15.00 Uhr Diskussion

Moderation Jan Tussing

 

Panel 3:

Solidarität. Die neue Öffentlichkeit oder Die Macht der Vielen

 

16.00 Uhr

Die fünfte Gewalt. Empörung und Medienmisstrauen im digitalen Zeitalter

Die vernetzten Vielen werden als Protestgemeinschaft, Agendasetter und Meinungskorrektiv zu einer mächtigen Instanz. Wie formieren, organisieren und vernetzen sie sich?

Vortrag: Bernhard Pörksen (Professor für Medienwissenschaft, Universität Tübingen)

 

16.30 Uhr

Politische Teilhabe: Wie viel Transparenz verträgt die Demokratie?

Viele Parteien versuchen durch Partizipationsangebote und Transparenz das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Sie fordern im Zuge des digitalen

Wandels eine neue politische Kultur. Kann das Netz wirklich den ersehnten radikaldemokratischen Raum der Teilhabe aller bilden?

Vortrag: Gesche Joost (Beraterin der EU-Kommission bei der digitalen Agenda und Professorin für Designforschung an der UdK Berlin)

 

17.00 Uhr

Meinungsgiganten oder Wer interpretiert die Welt?

Das Internet verändert den Journalismus grundlegen. Welche Rolle kommt dem Qualitätsjournalismus zukünftig zu?

Vortrag: Jürgen Kaube (für das Feuilleton zuständiger Mitherausgeber der FAZ)

 

17.30 Uhr Diskussion

Moderation Friedemann Karig

 

***

 

Am 20. März

 

Vortrag/Diskussion, Chagallsaal

 

Panel 4:

Theater. Szenen privater Publicity und öffentlicher Interaktion

 

19.30 Uhr

Peep Show – Parade – Panem et Circenses: Modelle medialer Bühnen

Mit dem veränderten Verständnis von Privatheit geht nicht nur der schamlose Zugriff auf persönliche Daten von Nutzern einher, sondern auch die Zurschaustellung, die nicht wenige aus freien Stücken betreiben. Welche Bühnen stehen für die medialen Inszenierungen bereit und welche tradierten Formate dienen ihr als Vorbild.

Vortrag: Verena Kuni (Professorin für Visuelle Kultur an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

20.30 Uhr

Theater zwischen Authentizität und virtueller Realität

Wie kann das Theater auf die durch die Digitalisierung hervorgerufenen sozialen Veränderungen und das gewandelte Verständnis von Privatheit und Öffentlichkeit adäquat reagieren? Welche neuen medialen Mittel finden Eingang in Inszenierungskonzepte?

 

Diskutanten:

Stefan Kaegi (Mitglied des Regiekollektivs Rimini Protokoll)

Oliver Reese (Intendant des Schauspiel Frankfurt, Regisseur)

Angela Richter (Regisseurin)

Kay Voges (Intendant des Schauspiel Dortmund, Regisseur)

 

Moderation Stefan Keim

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Lesezeit für diesen Artikel: 34 Minuten



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