Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Theseus" von Georg Friedrich Händel in der Komischen Oper Berlin "Theseus" von Georg Friedrich Händel in der Komischen Oper Berlin "Theseus" von Georg...

"Theseus" von Georg Friedrich Händel in der Komischen Oper Berlin

Premiere So | 10.02.2008 | 19:00 Uhr

 

Theseus, der strahlende Held, der den Minotaurus erschlagen und Ariadne in den Selbstmord getrieben hat, liebt Agilea, und diese liebt ihn wieder.

Doch Medea, die von Iason verratene Mörderin ihrer Kinder, die am Königshof von Athen Zuflucht gefunden hat, liebt Theseus ebenfalls und setzt alles daran, ihn für sich zu gewinnen. König Ägeus hat sich in Agilea verliebt und will sie zu seiner Frau machen. Kurzerhand gibt er seinen ursprünglichen Plan auf, Medea zu heiraten, und tritt sie seinem Sohn ab. Medea, die Agilea nicht zwingen kann, auf Theseus zu verzichten, macht dem König klar, dass der Held ihm gefährlich werden könnte. Ägeus glaubt ihr und will seinen Feldherrn vergiften. Doch im letzten Moment erkennt er in Theseus seinen verlorenen Sohn und lässt Medeas Plan scheitern. Die gedemütigte und verzweifelte Frau besteigt ihren Drachenwagen und würde alles in Schutt und Asche legen, wenn nicht eine höhere Macht eingreifen, Medea aus Athen vertreiben und Theseus und Agilea zusammengeben würde.

 

Was auf den ersten Blick nur als verwirrende Liebes- und Intrigengeschichte erscheint, ist eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Thema, das den Musikdramatiker Händel zeitlebens beschäftigt hat: die Unvereinbarkeit von politischer Rolle und menschlichem Wesen des Rollenträgers. Händels Musik ist durchtränkt von tiefer Melancholie über die Unmöglichkeit von Liebe in einer politisch eingerichteten Welt, wo der Mensch seinem Herzen nicht bedingungslos folgen kann. Aber unüberhörbar spricht diese Komposition in ihrem jugendfrischen Charme und ihrem außergewöhnlichen Farbenreichtum auch von Händels unerschütterlichem Vertrauen in die Kraft des Menschen, in die Kraft der Liebe, die die Welt verändern und sie vielleicht auch irgendwann bewohnbar machen kann.

 

Georg Friedrich Händels achte Oper war einer der größten Erfolge seiner Laufbahn und eine entscheidende Etappe in der Entwicklung des Hallensers zu einem der wichtigsten englischen Komponisten.

 

Musikalische Leitung ... Alessandro de Marchi

Inszenierung ... Benedikt von Peter

Bühnenbild ... Natascha von Steiger

Kostüme ... Katrin Wittig

Dramaturgie ... Werner Hintze

Licht ... Franck Evin

Video ... Superjeans

Theseus ... Elisabeth Starzinger

Agilea ... Marina Rebeka

Medea ... Stella Doufexis

Egeus ... Hagen Matzeit

Clizia ... Karolina Andersson

Arcane ... David DQ Lee

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑