HomeBeiträge
"Treffen am Nachmittag", Kammerspiel von Henning Mankell, Schauspiel Chemnitz"Treffen am Nachmittag", Kammerspiel von Henning Mankell, Schauspiel Chemnitz"Treffen am Nachmittag",...

"Treffen am Nachmittag", Kammerspiel von Henning Mankell, Schauspiel Chemnitz

Premiere: 23.11.2018 | 20:00 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz / Ostflügel

Die Liebe – welches Schlachtfeld könnte leidenschaftlicher, wüster, liebevoller, freundschaftlicher, aber auch gemeiner und voller Tücken sein – egal wie alt man ist. Seit 60 Jahren ist das Paar verheiratet, seit 23 Jahren lebt es getrennt. Oder seit 24? Da fängt der Streit schon an, als die beiden sich wiedertreffen. Der Grund: Die Frau will sich, nach all den Jahren ohne ihn, nun auch offiziell scheiden lassen. Weil sie ihn nicht in der Nähe haben will, wenn sie stirbt. Weil sie nicht sterben will, bevor sie mit ihm fertig ist.

 

Copyright: Nasser Hashemi

Das jedenfalls sagt sie ihm, direkt und schonungslos, aber in aller Freundschaft. Er denkt gar nicht daran, sich scheiden zu lassen. Und so streiten die beiden Alten mit angezogener Handbremse: Man will den anderen verletzen, holt zu durchaus bösen verbalen Attacken aus, aber man will ihn nicht vernichten. Angesichts der Einsamkeit des nahenden Todes fehlt einem dafür vielleicht auch die Kraft. Die Stimmungen wechseln sprunghaft: Nur Augenblicke vergehen zwischen der Beichte eines Ehebruchs und der Erinnerung an den Heiratsantrag. Das Paar redet miteinander, zum ersten Mal seit Jahren – über die Namen ihrer Pillen, über Probleme beim Pinkeln und über die gemeinsamen Töchter. Ihr Dialog steckt voller Verletztheiten, aber auch voller Vertrautheit – und ja, noch immer voller Liebe ...

Treffen am Nachmittag erschien 2008 zunächst als Hörspiel und wurde 2012 am Societätstheater Dresden uraufgeführt. Den Autor Henning Mankell verbindet man zumeist mit dem Krimigenre und seinem kauzigen Kommissar Kurt Wallander. Mit dem Psychogramm Treffen am Nachmittag zeigte Mankell eine leisere Seite seines Könnens. Ein Stück, das großen Vorbildern folgt, wie z. B. August Strindbergs Totentanz oder dem Film Szenen einer Ehe von Ingmar Bergman, mit dessen Tochter Mankell in dritter Ehe verheiratet war.

Deutsch von Hansjörg Betschart

Regie     Philipp Otto     
Bühne und Kostüme     Norman Heinrich     
Dramaturgie     Kathrin Brune

Die Frau     
Christine Gabsch     
Der Mann     
Wolfgang Adam

Weitere Termine
28.11.2018 Mittwoch 20:00 Uhr
 01.12.2018 Samstag 20:00 Uhr
 13.12.2018 Donnerstag 20:00 Uhr
 27.12.2018 Donnerstag 20:00 Uhr
 
 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale Tanzszene erheblich beeinflussten, wartet der b40-Ballettabend an der Deutschen…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in eine graue Wolldecke gehüllt. So beginnt Raimund Hoghes Stück "Lettere amoroso".…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie hat sich in Schale geworfen, trägt nette 50er Jahre Sommerkleidung. Nur Hermann…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und bewegt sich ganz langsam wie in Zeitlupe vorwärts. Nach und nach kommen weitere…

Von: Dagmar Kurtz

Distanziert

Man hat sich fein gemacht für das Fest bei den Capulets, alles glänzt und glitzert, die Damen tragen weite Tellerröcke oder Cocktailkleidchen und etwas zu viel Pailletten, der Hausherr erscheint im…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑