Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung, Stückauftrag: "Die nicht geregnet werden" von Maria Ursprung im Theater St. GalllenUraufführung, Stückauftrag: "Die nicht geregnet werden" von Maria Ursprung im...Uraufführung,...

Uraufführung, Stückauftrag: "Die nicht geregnet werden" von Maria Ursprung im Theater St. Galllen

Mittwoch, 25. Mai 2022, 20 Uhr, Lokremise

Maria Ursprung war in der Spielzeit 2020/2021 im Rahmen des Projekts «Stück Labor» Hausautorin am Theater St.Gallen. Das Ergebnis dieses Jahres kommt nun auf die Bühne. Das Thema ist brisant und hochaktuell: Es gibt plötzlich kein Wasser mehr.

 

 

Zuerst glaubt die Schwimmbadbetreiberin Berit, nur sie habe ein Problem mit dem Wasser, weil es aus ihrem Freibad verschwunden ist. Doch bald zeigt sich: Das Problem sitzt tiefer. Eine Hitzewelle ungeahnten Ausmasses hat das Land erfasst, das Wasser wird knapp und knapper, bis aus den Wasserhähnen kein Tropfen mehr kommt. Eilig muss eine Notversorgung aufgebaut werden.

Die Menschen hamstern im Supermarkt, es kommt zu Tumulten. In Die nicht geregnet werden erzählt Maria Ursprung die Geschichte der Schwimmbadbetreiberin Berit und ihrer Freundin Era sowie deren Schwester Ines. Zusammen machen sie sich schliesslich auf die Suche nach dem letzten Wasser. In ihr Schicksal verwoben sind die Erfahrungen einer Klimaforscherin, die seit Jahren vergeblich vor der sich anbahnenden Klimakatastrophe warnt. Ein kleines Fernsehteam begleitet das Geschehen. Und ein Verwaltungsbeamter will mit dem öffentlichen Gut ein privates Geschäft machen. Über allem schwebt die Frage, warum es denn kein Wasser mehr gibt.

Mit ihrem Stück greift die Autorin eines der brennenden Themen der Gegenwart auf. «Mich interessiert Wasser als Menschenrecht und Handelsware. Als blaues Gold. Als etwas, was Schweizer*innen für selbstverständlich halten», sagt Maria Ursprung. Mit der unreflektierten und selbstverständlichen Verfügbarkeit von Wasser ist es in ihrem Stück vorbei. Es gibt kein Wasser mehr zum Duschen, zum Trinken, zum Kochen. Aber viel schlimmer noch: Die Bergseen sind leer, die Gletscher weggeschmolzen. «Das Stück bringt mich wirklich zum Nachdenken, weil es mich eben nicht aussen vor lässt. Es dockt an unserer Lebensrealität an», sagt Schauspieldirektor Jonas Knecht, der gemeinsam mit Marie Bues Regie führt.  

Die gebürtige Solothurnerin Maria Ursprung schreibt Stücke und Hörspiele und inszeniert neben Schauspielproduktionen auch szenische Konzerte mit Orchestern oder Musikensembles. Ihr Stück Schleifpunkt war 2020 zu den Autorentagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen und wurde 2021 am Theater St.Gallen als Online-Inszenierung gezeigt. Auf die kommende Spielzeit hin wird Maria Ursprung Teil des fünfköpfigen Leitungsteams am Aargauer Theater Marie.

Inszenierung                Marie Bues, Jonas Knecht
Ausstattung                Indra Nauck
Musik und Sounddesign        Albrecht Ziepert
Dramaturgie                 Armin Breidenbach
Regieassistenz                Maren Watermann
Soufflage und Chortraining        Dorothea Gilgen
 
Wolke                    Birgit Bücker
Freibad (Berit)                Anna Blumer
Mikrofon / Gartenzaun / Motorrad    Grazia Pergoletti
Kiebitz (Ines)                Pascale Pfeuti
Goldregenpfeifer (Era)            Anja Tobler
Verwaltung / Motorrad            Tobias Graupner
Kamera / Motorrad / Brückenwagen    Julius Schröder
 
Vorstellungen
Mittwoch, 25. Mai 2022, 20 Uhr (Premiere)
Mittwoch, 1. Juni 2022, 20 Uhr
Dienstag, 7. Juni 2022, 20 Uhr
Donnerstag, 9. Juni 2022, 20 Uhr
Sonntag, 12. Juni 2022, 20 Uhr
Dienstag, 14. Juni 2022, 20 Uhr
Freitag, 17. Juni 2022, 20 Uhr
Dienstag, 21. Juni 2022, 20 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑