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Uraufführung: "Adolf Südknecht – The improvised Alternate-History-Show" in Leipzig

8. Februar 2012 um 20:00 Uhr im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33. -----

Adolf Südknecht ist Pächter von „Horns Weinstuben“, in denen mit Frau und Sohn kräftig ausgeschenkt wird. Darüber hinaus wird gern Epochales gegeben. Die Geschichte und die Geschichten der Karl-Liebknecht-Straße, des „Horns“, der Familie Südknecht und die ihrer Gäste.

Mal historisch verbürgt, mal halb wahr, mal völlig erfunden. In den Zwanzigerjahren beginnend, schweift die Sippe mit wechselnden Bühnengästen und Mitteln des Improvisationstheaters von Dekade zu Dekade. Dabei springen sie gerne auch mal tausend Jahre zurück – schließlich ist die Straße alt genug. Begleitet von ihrem Pianospieler, ergänzt durch Projektionen und bereichert durch Publikumsvorschläge laden die Südknechts herzlich ein zu ihrer folgenreichen Zeitreisen-Soap.

 

Hintergrund:

Die historische Fassade der ehemaligen „Horn-Weinstuben“ in der Arndtstraße wird wiederhergestellt. Nach sechs Jahren Sanierung der Innenräume in Eigeninitiative erhält damit nicht nur die traditionsreiche Arndtstraße eine optische Aufwertung. Mit dem Neuaufleben des Erscheinungsbildes dieses Veranstaltungsortes soll auch das künstlerische Profil von Horns Erben eine Neuerung erfahren. Das „Horns“ feiert die Auferstehung seiner fast hundertjährigen Leipziger Geschichte.

 

Wer die Stuben von „Horns Erben“ besucht, kann förmlich spüren, dass dies ein Ort ist, an dem der Weingeist unzählige Geschichten entfesselt haben muss. Wer könnte diese Geschichten besser erzählen als sein Pächter, die Kunstfigur Adolf Südknecht? Namentlich erschaffen nach der so oft umbenannten Karl-Liebknecht-Straße, die bereits als unbefestigter Weg seit dem Mittelalter, damals noch dem Verlauf der Kochstraße folgend, in unmittelbarer Nähe des „Horns“ ihre geschichtsträchtige Karriere begann.

 

Dem Nachspüren und lebendig Machen der Geschichten und der Historie des „Horns“ und seinem Stadtteil im Stil einer Familien-Seifenoper ist Inhalt und Ziel des Projektes.

 

„Adolf Südknecht – The improvised Alternate-History-Show“ zeigt die Freuden und Widrigkeiten der Südknechts, ihres Alltags, die Beziehungen der Familienmitglieder zueinander, das Verhältnis zu ihren Gästen und das Wirken und Leben der Familie zu ihrer Zeit und in ihrer Stadt. Mithilfe einer Mischung aus Recherche und Improvisation erwecken sie das vergangene Jahrhundert zum Leben und gestalten so Geschichte und Geschichten zum Anfassen – informativ, lebendig und spontan.

Jeder Abend der Reihe fußt auf einem neuen Jahrzehnt. Protagonist Adolf Südknecht, seine Gattin und beider Sohn bilden dabei eine feste Größe; zusätzlich werden jeweils ein oder mehrere Gäste dazu gebeten.

 

Der Bogen wird gespannt vom Beginn der 1920er Jahre über eine im Laufe der Folgen entstehenden, zum Teil fiktive, Tradition bis in die heutige Zeit. Von Dekade zu Dekade, neun Mal, verteilt über zwölf Monate, ziehen Vater, Mutter und Sohn mit ihren Gästen in den historischen Räumen durch politische Ereignisse, geschichtliche Begebenheiten, zeitspezifische Moden und Melodien. Wie lebte, liebte, litt und genoss man in den Anfangszeiten des „Horns“? Ortsgeschichte, Erfindungen, Wirtschaft, Kunst, Moral – alles darf und soll einfließen – einschließlich kurzer Ausflüge in die ferne Vergangenheit. Wie war das, als Papst oder Kaiser die alte Reichsstraße entlang reisten oder Karl Liebknecht auf einen Trunk vorbeischaute?

 

Die Zuschauer übernehmen dabei mit ihren Vorgaben die Rolle der Gäste und stellen so die zeitliche Verknüpfung her zu Erlebnissen, Lügenmärchen und Dramen, wie sich damals zugetragen haben könnten. Begleitet werden die Abläufe durch einen Musiker, der die Szenen unterstützt, verbindet und wesentlich die Atmosphäre kreiert, in der sich die Figuren bewegen. Zusätzlich bereichern Fotoprojektionen und Filmeinspielungen der jeweiligen Dekade die Szenen als Kunstmittel.

 

Das Projekt „Adolf Südknecht – The improvised Alternate-History-Show“ fördert eine lokale Tradition, verstärkt die Magnetwirkung des Stadtteils als künstlerisches und kulinarisches Zentrum mit publikumsreichem Zulauf und unterstreicht mit der Mischung seiner Theaterformen an geschichtsträchtigem Ort seinen wiederbelebenden und erneuernden Charakter.

 

Armin Zarbock

Geboren 1964 in Berlin. Schauspielausbildung in Berlin und München; Regisseur, Schauspieler, Sprechtrainer. Theaterengagements im Theater Nordhausen, Störtebeker Festspiele Rügen, Brandenburger Theater (drei Jahre Festengagement), FFT Düsseldorf; in Berlin u.a. Berliner Ensemble, Volksbühne, Prater, Theater am Halleschen Ufer, Tacheles, Theater für Trillionen. In Leipzig u.a. Theaterturbine, Kabarett academixer, INSELbühne, Krystallpalast Varietee, LOFFT, naTo, Moritzbastei, Dramatische Spielgemeinschaft 05, THEATER light, DieTragikomödianten, Theatrium. Film- und Fernsehproduktionen.

 

Susanne Bolf

Geboren 1968 in Laupheim. Schauspielausbildung an der „Spielstatt Ulm“. Engagements: Theater in der Westentasche Ulm, Ulmer Theater, Leipziger Spielgemeinde / Theater K. Seit 2003 freischaffende Schauspielerin und Improvisateurin in Leipzig, Moderation, Synchronarbeit, Anleitung von Impro-Trainings, Lesungen.

 

August Geyler

Geboren 1984 in Leipzig. Zehn Jahre Theatergruppe „Klassisch blöd?” im DachTheater, außerdem Ensemble SMH. Seit 2007 Improvisationstheater: 2tFrisur, All Inclusive und Schillers Erben. Neben dem Theater 2004 Gründer des DachKinos, seit 2008 Leiter von dessen Nachfolger, die Kulturgenossenschaft „Neue Eigentlichkeit“. Seit 2007 Moderation von Filmfestivals wie der VISIONALE und anderer Podien in Deutschland.

 

Claudius Bruns

Geboren 1975 in München. Studium Generale mit Jura, Politikwissenschaften, Philosophie. Danach Jazzklavier in Köln bei Pablo Paredez und Studium in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater Felix-Mendelssohn Bartholdy bei Richie Beirach und Janusz Wozniak. Studienjahr in den USA und an der University of Virginia bei Art Wheeler. Regelmäßige Arbeit als Pianist beim Kabarett academixer in Leipzig. Mitbegründer und Betreiber des Horns Erben in Leipzig. Dozent an der Musikschule Johann Sebastian Bach Leipzig. Spielt und singt in verschiedenen Ensembles (u. a. Radebass, Bobby and Claude, Theater Turbine, Winfried Kirches Bande).

 

Horns Erben

Der historische Ort – Wilhelm Horns Erben

Feinsten Schnaps, erlesene Weine und edle Liköre gibt es in der Arndtstraße 33 schon seit den 20er Jahren. Mit 24 Jahren gründet Wilhelm Horn seine Spirituosenfirma, die im Winter 1923 ins Handelsregister der Stadt Leipzig eingetragen wird. Drei Jahre später kauft der Jungunternehmer eine alte Sektkellerei in der Arndtstraße 33. Im Keller wird produziert, oben ausgeschenkt: "Horns Weinstube" ist das Flaggschiff von insgesamt 46 Filialen.

Nach dem Krieg geht es erfolgreich weiter, bis 1972. Dann greift der sozialistische Staat zu: Enteignung. 1991 ein letzter Neustart. Bis heute geblieben ist ein kleiner Fabrikverkauf aus dem Hause Wilhelm Horn. Ende 2004 entdeckt re:tina e.V. die historischen Räumlichkeiten und bringen als HORNS ERBEN mit Unterstützung der Enkel des alten Wilhelm Horn neues Leben in die alte Weinstube…

 

Die Kulturarbeit – 6 Jahre Bühnenkunst aus eigener Kraft

HORNS ERBEN ist nun im siebten Jahr das Vereinshaus des am Leipziger Amtsgericht als gemeinnützig eingetragenen Vereins re:tina. An diesem Ort veranstaltet der im Jahr 2000 gegründete Verein seit sechs Jahren Kultur mit einem kontinuierlichen Monatsprogramm mit mindestens 15 Kulturveranstaltungen pro Monat. Die präsentierte Kultur reicht von klassischer Kleinkunst – wie Lesungen und Kabarettabenden – über akademische Diskussionen bis hin zu moderner Popkultur aus der ganzen Welt.

Besonders am Herzen liegt den ERBEN die lokale und regionale Kultur-produktion: Seit Jahren kooperieren HORNS ERBEN mit den Leipziger Jazztagen, der Leipziger Buchmesse, dem Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig), dem Polnischen Institut, den Argentinischen Filmtagen und den Interkulturellen Wochen der Stadt Leipzig. Besonders erfolgreich sind die langjährigen Kooperationen mit dem „Thomasius Club“ – einer monatlichen Gesprächsreihe mit Autoren wichtiger neuer akademischer Schriften und dem jungen Leipziger Verlag Voland & Quist“, der im HORNS ERBEN seinen Literatursalon veranstaltet.

Die gesamte Administration, das Künstler-Booking, die Betreuung vor Ort und jegliche Maßnahmen und Formen der Öffentlichkeit funktioniert EHRENAMTLICH, - der Trägerverein re:tina hat bis dato keine öffentliche Förderung erhalten. In den letzten sechs Jahren bezahlten HORNS ERBEN mindestens 100.000 Euro Honorare an Kulturschaffende, - aus eigener Kraft.

 

Die große Vision – Rekonstruktion der Art déco – Fassade von 1931

Den historischen Weinstuben des legendären Leipziger Schnapsproduzenten Wilhelm Horn aber fehlt noch der letzte Schliff. Die historische FASSADE von 1931 soll wieder ORIGINAL-GETREU im Stil des Art déco errichtet werden. Durch die historischen Umbrüche ist diese architektonische Besonderheit nahezu zerstört worden. 80 Jahre nach der Entstehung soll die historische Fassade jetzt rekonstruiert werden, damit der Kulturverein HORNS ERBEN mit einer ihm würdigen Fassade seine Gäste begrüßen kann. Eine einmalige kulturhistorische Maßnahme: In enger Zusammenarbeit mit den denkmalpflegerischen Behörden Stadt Leipzig entsteht mit dem rekonstruierten HORNS ERBEN eine neue Sehenswürdigkeit für die Stadt Leipzig.

 

 

 

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