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Uraufführung: "Axolotl Roadkill" nach dem Roman von Helene Hegemann im Thalia Theater Hamburg

Premiere am 21. November um 19 Uhr im Thalia in der Gaußstraße

 

„Ich erfreue mich an der von mir perfekt dargestellten Attitüde des arroganten, misshandelten Arschkindes, das mit seiner versnobten Kaputtheit kokettiert und die Kaputtheit seines Umfeldes gleich mit entlarvt.

Alles in allem bleibt über mich zu sagen: Diese junge Frau spielt geschmeidig auf der Klaviatur der Elemente wie eine Gazelle mit Panzerfaust.“ (Helene Hegemann – Axolotl Roadkill)

 

Das Literaturereignis Anfang 2010 war zweifellos die Veröffentlichung von „Axolotl Roadkill“, Debütroman der damals 17jährigen Helene Hegemann. In ihm erzählt die Hauptfigur Mifti in einem gewaltigen Sprachstrom von ihrem Leben als wohlstandsverwahrloste Jugendliche im Berlin der Jetztzeit: Sex, Drugs and Techno. Sofort stürzten sich die Feuilletonheiligen der Republik auf Beschreibungen von Darkrooms, Toiletten und nächtlichen Erlebnissen mit stinkenden Taxifahrern und feierten die Autorin als dem Zeitgeist entsprechendes Wunderkind. Als dann die Erkenntnis durchdrang, dass Helene Hegemann gar nicht selbst erlebt hatte, wovon sie schrieb, sondern Texte von Bloggern, Dichtern und Theoretikern zu Hilfe genommen hatte, schrie alle Welt laut „Plagiat“.

 

Doch ist nicht genau das die Ästhetik des Internets, die das statische Werk durch das dynamische Netzwerk ersetzt? Und ist es zwingend nötig, dass hinter literarischem gleichwertiges echtes Elend steckt? Denn diese Bewertung von Realität und Fiktion ist das, was Helene Hegemann in „Axolotl Roadkill“ nicht akzeptiert. Ist nicht vielleicht die Liebesgeschichte mit Atreju aus „Die unendliche Geschichte“ viel wertvoller als die Affäre mit dem Mitschüler? Kann die Lüge nicht viel besser sein als die Wahrheit? So ist der Roman auch Märchen, in dem die Unterscheidung von Vorstellung und Wirklichkeit aufgehoben ist für die Utopie einer Welt, die diese Grenze nicht braucht. Bevölkert von Identitäten, die sich unaufhörlich im Fluss befinden und in jedem Moment neu definieren.

 

Bastian Kraft gewann den Publikumspreis des Jahres 2010 des Festivals „Radikal jung“ für seine Inszenierung „Amerika“ am Thalia Theater.

 

Regie Bastian Kraft

Bühne und Video Peter Baur

Kostüme Dagmar Bald

Dramaturgie Tarun Kade

 

Ensemble Lisa Hagmeister, Birte Schnöink, Cathérine Seiffert, Victoria Trauttmansdorff, Sebastian Zimmler

 

Weitere Vorstellungen am 23. November und am 7. Dezember um 20 Uhr sowie am 28. November um 19 Uhr

 

Im Anschluss an die Vorstellung am 28. November findet eine Diskussion unter dem Titel „Kunst aus dem Kämmerchen: Über Lebensleid, Copy & Paste“. Es nehmen Teil: Bastian Kraft (Regie), Max Dax (Chefredakteur Spex) und Florian Waldvogel (Direktor des Hamburger Kunstvereins)

 

Eintritt Premiere 26 Euro / ermäßigt 12 Euro

Eintritt Vorstellungen 20 Euro / ermäßigt 9 Euro

 

Karten 040. 32 81 44 44 / www.thalia-theater.de

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