Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: Ballett-Doppelabend D-MAN IN THE WATERS/ GENERATION Y von Bill T. Jones und Antoine Jully am Oldenburgischen Staatstheater Uraufführung: Ballett-Doppelabend D-MAN IN THE WATERS/ GENERATION Y von Bill...Uraufführung:...

Uraufführung: Ballett-Doppelabend D-MAN IN THE WATERS/ GENERATION Y von Bill T. Jones und Antoine Jully am Oldenburgischen Staatstheater

Premiere Sa 05. März 2016 um 19.30 Uhr im Großen Haus. -----

Als erste Compagnie Europas hat die BallettCompagnie Oldenburg das mit dem New York Dance and Performance („Bessie“) Award ausgezeichnete Werk ,D-Man in the Waters' einstudiert. Die Choreografie der amerikanischen Tanzlegende Bill T. Jones wurde 1989 geschaffen und 1998 von ihm überarbeitet.

Die Arbeit steht unter dem Leitmotiv der Konzeptkünstlerin Jenny Holzer: „Im Traum sahst du einen Weg um zu überleben und du warst voller Freude“. Sie feiert das Leben und die Widerstandskraft des menschlichen Geistes und verkörpert – mit einer pausenlosen Bewegung zu Mendelssohns Oktett für Streicher – Verlust, Hoffnung und Triumph.

 

Mit ,D-Man in Waters' zeigt Bill T. Jones ungebrochene Lebenslust. Körper hechten durch die Luft und gleiten über den Bühnenboden, Formationen bilden sich und zerfließen blitzschnell wieder. Eine Gruppe stellt sich in einer Reihe auf, bricht aus und sucht immer wieder das Miteinander. Mit rasantem Tempo rutschen, springen, laufen und rollen sie auf die Bühne. Dabei bleiben sie aufrecht und heiter, auch Unregelmäßigkeiten können ihre Leichtigkeit nicht stoppen.

 

Bill T. Jones kreierte nicht nur für seine eigene Compagnie, sondern auch für viele weitere wie etwa das Alvin Ailey American Dance Theater, das Boston Ballet und das Ballett der Opéra de Lyon. Seine Tanzkarriere begann er an der State University of New York in Binghamton (SUNY), wo er klassisches Ballett und Modern Dance studierte. Nach einer Zeit in Amsterdam kehrte Jones zurück zu SUNY und war dort Co-Gründer vom American Dance Asylum. Im Jahre 1982 gründete er mit seinem Partner Arnie Zane die Bill T. Jones/ Arnie Zane Dance Company und tourt mit ihr weltweit, im Gepäck ein Repertoire von mehr als 100 Arbeiten, die jährlich von bis zu 100.000 Besuchern gesehen werden.

 

Neue Generation – neue Zeiten? Die jungen Menschen, die jetzt in die Konsum- und Arbeitswelten eintreten, werden „Generation Y" genannt oder auch „Generation Why", weil sie bisher geltende Verhältnisse und Vorstellungen in Frage stellt. Sie sind vergleichsweise gut ausgebildet, haben die Freiheit, sich offen auszudrücken, Gedanken laut zu äußern und zeichnen sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus: Informationen bekommt man jederzeit und sofort, alles ist greifbar, die Welt wird immer schneller.

 

Antoine Jully entwirft in seiner neuen Ballettkreation ,Generation Y' Bilder und Metaphern, die dieser zugrunde liegen: Flexibilität, Vernetzung und Mobilität. Alles ist miteinander verbunden, jeder kann mit jedem in Kontakt treten. Schnelligkeit, Aufregung und Vehemenz sind Merkmale, die Antoine Jully durch gewaltige Ensembleszenen umsetzt. Trotzdem stellt er immer wieder das Individuum gegen die Gruppe, gegen eine Masse von Menschen. So entstehen Momente des Einzelnen, der Ruhe, aber auch der Isolation. Denn obwohl durch neue Technologien die ganze Welt miteinander verbunden scheint, sind es genau diese Medien, die auch die Einsamkeit fördern.

 

Um die Generation Y tänzerisch zu beschreiben, hat Antoine Jully die 5. Sinfonie des Engländers Sir Malcolm Arnold gewählt. Der Oscarpreisträger (,Brücke am Kwai‘) war einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Komponisten Großbritanniens im 20. Jahrhundert. Seine fünfte Sinfonie aus dem Jahr 1960 gilt als ein verschlüsseltes Requiem, denn innerhalb von wenigen Monaten verstarben mehrere seiner Freunde, denen er damit ein klingendes Denkmal setzte.

 

,D-Man in the Waters'

 

Musik: Streichoktett Es-Dur, op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy; Choreografie: Bill T. Jones; Musikalische Leitung: Elias Corrinth; Licht: Robert Wierzel; Kostüme: Liz Prince

 

Mit: Maelenn Le Dorze, Eleonora Fabrizi, Marjorie Lenain, Nicol Omezzolli, Marié Shimada; Timothée Cuny, Lester René González Álvarez, Floriado Komino, Herick Moreira, Marco Russo Volpe und Solisten des Oldenburgischen Staatsorchesters

 

,Generation Y' (Uraufführung)

 

Musik: Sinfonie Nr. 5, op. 74 von Malcolm Arnold; Choreografie: Antoine Jully; Musikalische Leitung: Elias Corrinth; Bühne und Licht: Dietmar Janeck; Kostüme: Kevin Gamez

 

Mit: Maelenn Le Dorze, Eleonora Fabrizi, Marjorie Lenain, Nicol Omezzolli, Marié Shimada; Timothée Cuny, Lester René González Álvarez, Floriado Komino, Herick Moreira, Marco Russo Volpe, Gianluca Sermattei und dem Oldenburgischen Staatsorchester

 

Die nächsten Vorstellungen: Do 10. und Fr 18. März

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 20 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑