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Uraufführung: DAS HAUS DES RICHTERS von Dimitré Dinev im Wiener Burgtheater

Premiere am 14.4.2007 um 19.00 Uhr im Akademietheater.

 

Mit dem Roman „Engelszungen“ hat sich der aus Bulgarien stammende Autor Dimitré Dinev bereits in die obere Liga der Gegenwartsliteratur geschrieben, nun macht er mit Dramatik auf sich aufmerksam.

Im Akademietheater bringt der Schweizer Regisseur Niklaus Helbling Dinevs neues Werk DAS HAUS DES RICHTERS zur Uraufführung - ein Auftragswerk des Burgtheaters. Als Vorlage diente Dinev der Mythos des Minotauros, im Zentrum aber steht die Figur des Architekten Daidalos (gespielt von Martin Reinke), die, wie der Autor meint, wichtigste Künstlerfigur unserer gesamten Mythologie. In den weiteren Rollen sehen Sie Dorothee Hartinger, Alexandra Henkel, Nicola Kirsch, Barbara Petritsch, Mareike Sedl, Imre Bozoki-Lichtenberger, Daniel Jesch, Dietmar König und Michael König.

 

Das Stück ist eine moderne mitteleuropäische Variante auf den ursprünglich kretischen Minotauros-Mythos, in dem König Minos den Künstler Daidalos mit dem Bau eines Verwahrungsortes für seinen missgebildeten und als gefährlich geltenden Sohn beauftragt. Den "Richter" und den "Meister", wie die Minos und Daidalos entsprechenden Figuren bei Dinev genannt werden, verbindet bei diesem Vorhaben eine lange Geschichte der Schuld, in deren Mittelpunkt die Frau des Richters und die Frage steht, wer der Vater des gefürchteten Monstrums ist, das das Labyrinth schließlich bewohnen soll.

 

Beim Bau dieses einzigartigen Systems, aus dem man den Ausgang nicht mehr findet, weil "man ihn nicht sucht", kommt es zu zahlreichen erotischen Verwicklungen, in denen alte Liebe und verratene Treue ebenso eine Rolle spielen wie die Höhenflüge und Abstürze des Ikarus in der Gunst der drei Töchter des Richters und die Ankunft des Kriminellen Theseus, der den Haushalt des Richters in bedrohliche Unordnung stürzt und schließlich als erster den Gang in das Labyrinth wagt.

 

Mit modernem Bewusstsein, einem an den großen russischen Realisten geschulten Blick und viel Witz hat Dinev eine mythische Erzählung über die Freiheit geschrieben - die Freiheit des Künstlers und die Freiheit in der Liebe und wann sie in Verrat umschlägt.

 

Regie: Niklaus Helbling

Bühne: Dirk Thiele

Kostüme: Judith Steinmann

Choreographie: Simone Aughterlony

Video: Elke Auer/Philipp Haupt

Musik: Imre Bozoki-Lichtenberger/Moritz Wallmüller

 

DAS WORT IST MEINE HEIMAT - Dinevs Prosawerk steht im Mittelpunkt der Reihe „Zeitgenossen im Gespräch“, zu der Michael Kerbler, unterstützt von Sabine Haupt und Johanna Wokalek, den Autor persönlich zu einem Gespräch am 12. April ins Akademietheater einlädt. (Eine Kooperation mit Ö1.)

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