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Uraufführung: "Die Neigung des Peter Rosegger" von Thomas Arzt im Schauspielhaus Graz

PREMIERE am 15. September, 19.30 Uhr, HAUS EINS. -----

Eine Kleinstadt in der österreichischen Provinz ist in Aufruhr. Die Statue des Heimatdichters Peter Rosegger, das Prunkstück der Gemeinde, neigt sich neuerdings immer mehr seitwärts. Erst wird die Schieflage gar nicht erkannt.

Vorzeigebürger Wiesinger, Leiter eines seit Generationen bestehenden erfolgreichen Familienbetriebes und großzügiger Förderer der Gemeinde, redet von landläufiger Paranoia und versucht auch die Bürgermeisterin zu beruhigen, die die Angelegenheit begutachten lassen will. Keinesfalls will er durch die vermeintliche Neigung der Statue die geplanten Feierlichkeiten gefährdet sehen: Eine Delegation der UNESCO wird erwartet, die den alten Stadtkern zum Weltkulturerbe erklären möchte. Doch ein entsandter Seismologe hat bereits mit seinen Nachforschungen begonnen. Vielleicht ist eine Verschiebung der Eurasischen Platte die Ursache mit der möglichen Konsequenz, dass hier – mitten in der Steiermark – einer der neuen Gräben entstehen könnte. Noch will man dem nicht so richtig Glauben schenken, schnell wird der eingeknickte Rosegger wieder gerade gerückt. Doch der nächste Morgen bringt einen neuerlichen Rechtsruck und nun lässt es sich nicht mehr verbergen: Irgendetwas liegt im Argen und der Wiesinger steckt mittendrin …

 

Wie kaum ein anderer österreichischer Dichter hat Peter Rosegger in seinem Werk der bäuerlichen Lebenswelt – dem einfachen Leben auf dem Land – ein literarisches Denkmal gesetzt und damit ein Bild von Heimat geschaffen, das bis heute nachwirkt. Eine Heimat, die Vertrautheit und Aufgehobensein vermittelt, die es zu schützen galt gegen Bedrohungen von außen, was auch Roseggers spätere Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus begünstigte.

 

Doch wo genau liegt die Grenze zwischen legitimer Sehnsucht nach einem „Daheim“ und der Angst vor dessen Verlust einerseits und Nationalismus respektive rechter Gesinnung andererseits? Fast 100 Jahre nach Roseggers Tod spürt der junge oberösterreichische Dramatiker Thomas Arzt auf der Folie des ehemaligen „Waldbauernbubs“ eben dieser Frage nach und erzählt in diesem eigens für das Schauspielhaus Graz geschriebenen Stück feinfühlig und auf sehr humorvolle Weise davon, wie verloren man sein kann in der eigenen Heimat.  

 

Zum Autor

Thomas Arzt, geboren 1983 in Schlierbach / Oberösterreich, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Wien. 2008 entstand sein erstes Theaterstück „Grillenparz“ im Rahmen des Autorenprojekts „stück /für/ stück“ am Schauspielhaus Wien. Es wurde mit dem Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet und am Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wo er in der Spielzeit 2010.2011 als Hausautor arbeitete. Beim Heidelberger Stückemarkt 2012 wurde sein Stück „Alpenvorland“ mit dem Autorenpreis ausgezeichnet. Zuletzt wurde sein Stück „Totes Gebirge“ im Theater in der Josefstadt uraufgeführt.

 

Zur Regisseurin

Nina Gühlstorff studierte Musik- und Sprechtheaterregie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Seit 2001 arbeitet sie als freie Regisseurin in Oper und Schauspiel, aktuell am Deutschen Nationaltheater Weimar, dem Theater Rampe/ Stuttgart sowie am Theater Bonn. Studienaufenthalte führten sie nach Polen und an das renommierte Theaterinstitut GITIS nach Moskau. Im Schauspiel spezialisierte sich Nina Gühlstorff auf neue Dramatik und Stückentwicklungen, die auf dokumentarischem Material basieren, zuletzt „KoNGOland“ am Theater Rampe (eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2015) oder „Beute Mensch“ am Konzert Theater Bern. Gemeinsam mit Dorothea Schroeder gründete sie den Nyx e.V. als Plattform für freie Projekte. Zudem sind die beiden Mitbegründerinnen des Festivals „Spieltriebe“ am Theater Osnabrück, das sie mehrere Jahre hindurch leiteten. In der Spielzeit 2015.2016 konzipierte Nina Gühlstorff für das Schauspielhaus Graz das Eröffnungsfest „Grenzgänge“, im Zuge dessen sie mehrere der 13 Uraufführungen inszenierte, und zeichnete sich für die deutschsprachige Erstaufführung von Alexandra Badeas „Zersplittert“ in HAUS ZWEI verantwortlich.

 

Regie Nina Gühlstorff

Bühne und Kostüme Marouscha Levy

Musik Marcus Christoph Weberhofer

Licht Viktor Fellegi

Dramaturgie Elisabeth Geyer

 

Wiesinger, Unternehmensleiter: Florian Köhler

Bachlerin, Bürgermeisterin: Evamaria Salcher

Matthias, Arbeiter: Nico Link

Elfriede, Angestellte: Susanne Konstanze Weber

Heim, Seismologe: Franz Xaver Zach

Trost, Archivarin: Henriette Blumenau

Gesangsverein: Ensemble

 

Bühnenmusik Johannes Fruhwirth, Lea Geisberger, Marcus Christoph Weberhofer

Chor-Zuspielung Chor der Oper Graz, Leitung: Bernhard Schneider

 

weitere Vorstellungen am 20., 21. und 23. September, am 1., 5., 6. und 8. Oktober, jeweils 19.30 Uhr, sowie ab November

 

Tickets

T 0316 8000, F 0316 8008-1565, E tickets@ticketzentrum.at

I www.schauspielhaus-graz.com

 

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