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URAUFFÜHRUNG: DU MUSST DEIN LEBEN ÄNDERN nach Peter Sloterdijk, Badisches Staatstheater Karlsruhe

Premiere 3. Oktober 2011, 20.00 Uhr, VIERTER RAUM. -----

„Du musst dein Leben ändern.“ Rilkes Vers zum Schluss seines Sonetts über den archaischen Torso Apollos hat den Karlsruher Philosophen Peter Sloterdijk zu einem großen Versuch über den Menschen als übendes Wesen angeregt - und die neue Leitung des Staatstheaters für die nächsten fünf Spielzeiten inspiriert.

In seinem Buch nimmt Peter Sloterdijk das Rilke-Gedicht zum Ausgangspunkt und Antrieb einer Studie über den modernen Menschen und dessen Neuorientierung. Der im Gedicht beschriebene Torso ist „vollkommen“, da er sich im Blick des Betrachters vervollständigt, und seine Teile geben diesen Blick zurück: „Denn da ist keine Stelle, / die dich nicht sieht. Du musst dein Leben ändern.“

 

Ist der letzte Satz des Gedichts eine Aufforderung des zurückschauenden Torsos an seinen Betrachter? Oder die Rilkes an den Leser seines Gedichts? Oder ist es die Selbsterkenntnis des Betrachters oder Lesers angesichts der Anschauung des Kunstwerks? Arbeiter, Krieger, Helden, Schreiber, Artisten, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models sind das dramatische Personal aus Sloterdijks Studie von den Übungen, die heute erforderlich sind, ein Mensch zu sein und zu bleiben.

 

Der Berliner Regisseur Patrick Wengenroth wird zum Auftakt der Spielzeit 11/12 mit vier Schauspielern des Ensembles und einem Musiker Sloterdijks Buch und seine Thesen auf die Bühne bringen. Zwischen Hommage und kritischer Durchleuchtung, zwischen praktischer Anwendung der Theorie und theoretischen Überlegungen zur Praxis wird „Du musst dein Leben ändern“ zum programmatischen Auftakt der Spielzeit 11/12. Wengenroth hat sich seit 2003 als Spezialist für intelligent-ironische Zitat-Montagen und Dekonstruktion der deutschen Medienöffentlichkeit einen Namen gemacht. Zwischen Schauspiel, Performance und Stand-up-Comedy, montiert mit Zitaten aus Interviews, Fernsehauftritten, Zeitungskolumnen oder Autobiografien entsteht ein Kaleidoskop deutscher Wirklichkeit. Sein Format Planet Porno wurde 2005 zum Festival „Impulse“, dem Theatertreffen der freien Theaterszene, eingeladen und 2006 für die Vorauswahl des Berliner Theatertreffens nominiert. Seit 2009 wendet sich Patrick Wengenroth an der Berliner Schaubühne auch den „alten Meistern“ zu und inszenierte Theatertheorie von Schiller und Brecht. Er ist ausserdem Übersetzer des argentinischen Dramatikers Rafael Spregelburd.

 

R Patrick Wengenroth B & K Mascha Mazur ME Matze Kloppe D Jan Linders, Nina Steinhilber

 

Mit Antonia Mohr, Lisa Schlegel - Klaus Cofalka-Adami, Stefan Viering

 

Weitere Vorstellungen: 8.10. und 16.10.2011

 

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