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Uraufführung: Erik Gedeons Songdrama "Trostpreis für Deutschland" in Hamburg

Premiere 1. Februar 2007 um 20 Uhr im Deutschen Schauspielhaus.

Schlagervertreter Karl-Heinz Knoll hat große Pläne.Da die Nachfrage im heimischen Lüneburg restlos befriedigt ist,will der umtriebige Kleinunternehmer in Eigenregie den amerikanischen Markt erobern.

 

Hoffnungsfroh wird er bei dem New Yorker Musikgiganten »Global Rock «vorstellig,um dort seine ganze Produktpalette zu präsentieren.Besagte Firma hat indessen im Augenblick ganz andere Sorgen. Der Reggaemanager ist heillos mit dem HipHop-Boss zerstritten, der Countrytrust liegt sich mit der Soulabteilung in den Haaren und der Heavymetalpräsident zeigt dem Pop-vorstand musikalisch den Stinkefinger.Gerade als mit Mühe, Not und viel Musik beim globalen Marktführer wieder Einigkeit und Harmonie herrschen, platzt Knoll unangemeldet mit seinem Produktkoffer in die Runde. Seine gutgemeinten Versuche, eine Bresche für die deutsche Populärmusik zu schlagen, stoßen zu Knolls Erstaunen aber nur auf Skepsis und Ablehnung. Denn umgehend und schonungslos macht der Wirtschaftskoloß dem deutschen Vertreter klar, daß deutsches Kulturgut von »Marmor,Stein und Eisen bricht «bis hin zu »Mensch «mit anglo-amerikanischen Rockklassikern nicht mithalten kann. Um den ignoranten Bossen zu zeigen,daß die Musik seiner Heimat durchaus auch die Kassen der Welt klingeln lassen würde, bleibt Knoll nichts anderes übrig,als härtere Bandagen anzulegen. Durch sein Faible für Fleiß, Organisation und deutsche Wertarbeit wird der musikalische Schlagabtausch zusehends heftiger. Der Kulturkampf eskaliert – und schließlich liegen sogar Mordgedanken in der Luft. Als die US-Amerikaner Knoll mitsamt seinem Schlagerkoffer schließlich vor die Tür setzen, scheint für Deutschland alles verloren zu sein. Aber so leicht gibt Karl-Heinz Knoll nicht auf …

Erik Gedeon, geboren 1963 in der Schweiz, studierte Klavier und Komposition. Er schrieb
zahlreiche Bühnenmusiken für das Schauspiel Hannover,arbeitete dort ab der Spielzeit 1998/1999 als Musikalischer Leiter und inszenierte viele musikalische Abende. Bis zum Ende der Spielzeit 2003/2004 war er fest mit dem Thalia Theater verbunden (»Thalia Vista Social Club «u.a.). Außerdem Regiearbeiten in Bremen (»Freischütz «u.a.) und Köln (»Erdbeerfelder für immer. A really funny evening with singing Germans «, »Europa für Anfänger. Ein Abend mit Türke«). Im Rahmen von »Theater der Welt« inszenierte er 2005 »Schwabenblues – Mei Feld isch ’d Welt«, die Erfolgsgeschichte der Firma Hohner. Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte er »Hartz IV.Das Musical«. Seine erste Arbeit am Schauspielhaus ist »Mein Ball. Ein deutscher Traum«.

Regie: Erik Gedeon
Künstlerische Mitarbeit: Christiane Baumgartner
Musikalische Leitung: Erik Gedeon
Bühne: Ulrich Frommhold
Kostüme: Maria Roers
Licht: Rebekka Dahnke
Dramaturgie: Florian Vogel
Mit: Katja Danowski, Kristin Graf*, Tim Grobe, Dietmar Loeffler*, Philipp Otto, Sandra Maria Schöner*, Jürgen Uter

 

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