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Uraufführung:"Feuerlaufen" von Ulrike Freising im Staatstheater Karlsruhe

Premiere: Donnerstag, 24. Mai 2007, 20.00 Uhr | INSEL

 

Unter einem fadenscheinigen Vorwand taucht Daniel bei Paula auf. Sie führt eine psychotherapeutische Praxis im ersten Stock des Hauses, in dem er mit seinem Freund Markus wohnt.

Zwar kommt er fortan immer wieder zu ihr, wehrt sich aber mit Händen und Füßen dagegen, ihr Patient zu sein. Paula spielt mit. Einmal in der Woche reden sie über Banalitäten wie defekte Heizungen oder gesunde Ernährung, ohne Bezahlung, ganz so, als seien sie nicht mehr als Nachbarn. Ihre Gespräche sind so bizarr wie der Zustand des Hauses: Ständig geht irgendetwas kaputt, in den Therapieräumen ist es entweder überheizt oder eiskalt. Im Keller steht das Wasser knietief. Mit der Zeit rücken jedoch Daniels Erlebnisse in den Vordergrund, vielmehr: sein Mangel an Erlebnissen – ein möglicher Grund für seine Schwermut. Nur widerstrebend gibt er etwas von sich preis. Er ist ohne Job, ohne Freunde, hat Angst vor den meisten Menschen und vor der Zukunft sowieso.

Mit „Feuerlaufen“ ist Ulrike Freising ein leichtes, lakonisches Kammerspiel um zwei Menschen gelungen, die zufällig zum größten Halt im Leben des jeweils anderen werden. Mit leiser Ironie und sicheren Gespür für Zwischentöne zeigt sie, wie schwer es sein kann, glücklich zu sein – auch wenn Glück manchmal nur heißt, im Schlaf betrachtet zu werden, während orangefarbenes Licht durch ein Fenster fällt. Ein berührendes Stück über Nähe, Abstand und Einsamkeit.

 

Ulrike Freising wurde 1979 in Friedrichshafen am Bodensee geboren. Von 1999-2000 besuchte sie die Jugendkunstschule in Meersburg und schloss daran ein Studium des „Szenischen Schreibens“ an der Universität der Künste in Berlin an, das sie 2004 mit dem Theaterstück „Schneefall“ erfolgreich beendete. 2002 nahm sie an den Werkstatttagen am Hamburger Schau-spielhaus, an der Bonner Biennale sowie 2004 an der Werkstatt für junge Autoren der Neuen Gesellschaft für Literatur e. V. teil. Seit April 2003 studiert sie Psychologie an der Freien Univer-sität Berlin.

Anke Bußmann ist 1971 in Nürnberg geboren. Sie war nach ihrer Schauspielausbildung in Ber-lin zunächst als Schauspielerin tätig. Am Badischen Staatstheater inszenierte sie bisher „Nora oder Ein Puppenheim“ von Henrik Ibsen und „Der Kissenmann“ von Martin McDonagh.

 

Regie: Anke Bußmann | Bühne: Simone Manthey | Kostüme: Doris Hersmann | Video: Sirko Knüpfer

 

Mit: Eva Derleder (Paula) und Marc-Philipp Kochendörfer (Daniel)

 

 

Weitere Vorstellung: 27.5.2007

 

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