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Uraufführung: FREQUENZEN nach dem Roman von Clemens J. Setz im Schauspielhaus Graz

Premiere am 12. März, 19.30 Uhr, HAUS EINS. -----

Alexander Kerfuchs lebt in einem Zustand ständiger Verwirrtheit. Nicht nur, weil seine synästhetische Wahrnehmung in Frequenzbereiche vordringt, die anderen Menschen verborgen bleiben. Auch, weil er als Kind erleben musste, wie sein Vater im Keller des Einfamilienhauses einen Riss entdeckt und bald darauf die Familie verlässt.

700 Seiten später taucht der erwachsene Kerfuchs auf der zweiten Hochzeit des Vaters auf, mit jahrzehntelanger Wut im Bauch. Dazwischen passiert allerhand, aber eigentlich geht es nicht darum die Geschichte von Kerfuchs stringent zu erzählen; es geht um die Geschichten zahlreicher Gestalten, die sein Leben in Graz kreuzen oder in zeitlichen oder räumlichen Paralleluniversen daran vorbeileben.

 

Eigentlich ist es unmöglich, diesen Roman des Grazer Literaturstars Clemens J. Setz angemessen zu dramatisieren und der Theaterabend kann und soll keinesfalls die Lektüre ersetzen! Aber das Theater sendet auf einer eigenen Frequenz und gibt mit seinen Mitteln den Kosmos des Romans wieder. Der Regisseur Alexander Eisenach, geboren 1984 in Ost-Berlin, kennt den Autor Setz, dessen preisgekrönter, jüngster Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ in den Feuilletons gerade wochenlang mit hymnischen Kritiken bedacht wurde, schon seit Langem und bezeichnet „Die Frequenzen“ als eines seiner Lieblingsbücher.

 

Er wird sich ihm – ausgestattet mit einer carte blanche des Autors – mit Respekt, Furchtlosigkeit und Videotechnik nähern und mit den Schauspielerinnen und Schauspielern das Erzählen als uralte Kulturtechnik erforschen. Dabei schöpft er aus den Erfahrungen, die er u. a. am Centraltheater Leipzig, am Schauspiel Frankfurt, am Zürcher Neumarkttheater und am Schauspielhaus Hannover mit der Inszenierung von formal herausfordernden Stücken, Romanen und Filmadaptionen gemacht hat.

 

Clemens J. Setz, geboren 1982 in Graz, gilt als eines der größten Erzähltalente unter den jüngeren deutschsprachigen Autoren. Er selbst bezeichnet sich als „Provinzautor“: Seine Heimatstadt und deren Umgebung speisen die Ideen seiner Werke und spielen so eine wichtige Rolle. Der studierte Germanist und Mathematiker veröffentlichte bisher drei umfangreiche Romane, einen Erzählband und mehrere Gedichtbände. Er arbeitet auch als Übersetzer und schreibt u.a. für die „Süddeutsche Zeitung“ und „Die Zeit“.

 

Zum Regisseur

Alexander Eisenach, geboren 1984 in Berlin. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik arbeitete er als Regieassistent am Centraltheater Leipzig, wo auch seine ersten Regiearbeiten entstanden. Danach war er Teil des Regiestudios am Schauspiel Frankfurt, wo neben seinen Inszenierungen auch diverse Bühnentexte entstanden. Er arbeitet regelmäßig am Schauspiel Frankfurt, am Schauspiel Hannover und jüngst am Theater Neumarkt in Zürich.

 

Regie Alexander Eisenach

Bühne Daniel Wollenzin

Kostüme Claudia Irro

Video rocafilm

Licht Thomas Trummer

Dramaturgie Karla Mäder

 

mit Vera Bommer, Jan Brunhoeber, Clemens Maria Riegler, Evamaria Salcher, Franz Xaver Zach

 

weitere Vorstellungen am 15., 17. und 30. März, jeweils 19.30 Uhr, sowie ab April

 

 

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