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Uraufführung im Schauspielhaus Zürich: ICH WEISS NICHT, WAS EIN ORT IST, ICH KENNE NUR SEINEN PREIS (Manzini-Studien) von René PolleschUraufführung im Schauspielhaus Zürich: ICH WEISS NICHT, WAS EIN ORT IST, ICH...Uraufführung im...

Uraufführung im Schauspielhaus Zürich: ICH WEISS NICHT, WAS EIN ORT IST, ICH KENNE NUR SEINEN PREIS (Manzini-Studien) von René Pollesch

Premiere: Freitag, 14.12.2018, 20:00 Uhr, Pfauen

René Polleschs Theaterabende sind Angriffe auf die Gegenwart. Sie sind gleichermassen Boulevardkomödien und philosophischer Diskurs, verbin-den persönliche und politische Fragestellungen mit Melodramatik und theatralischem Nonsens. Das Spiel mit schnellen Rollenwechseln, Ver-wechslungen und ständigen Sprüngen zwischen vor und hinter der Bühne und Polleschs eigentümlicher Sprachwitz sind typisch dafür.

 

Mit seiner mittlerweile neunten Arbeit am Schauspielhaus Zürich kehrt René Pollesch mit „Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)“ in den Pfauen zurück. Die Idee zu der Produktion am Schauspielhaus Zürich und der Titel „Ich weiss nicht was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)“ entstand 2017.

Martin Wuttke und René Pollesch sprachen über den Ort „Volksbühne“, wo mit der Intendanz Chris Dercon gerade die Ära Castorf zuende ging – die Pollesch und Wuttke stark mitgeprägt hatten. Sie sprachen auch über den Prater als Ort und ob man diese konkreten Orte braucht oder ob es eher Zusammenhänge sind von Leuten, die eine künstlerische Zusammenarbeit verbindet.

„Das, was hier gesagt wird, ist nun mal an einem bestimmten Ort entstanden. Und wenn man das sagt, dann wird von der gegnerischen Seite eine Meinung dazu formuliert. Unterschrieben von mehreren Leuten. Und wie darf man sich das vorstellen, wie hat das ausgesehen? Auf welcher Party haben die sich getroffen? Wo haben sie sich ausgetauscht? Was für ein Gebäude ist das gewesen? Was für ein Ort? Gibts den? Haben die an einem Tisch gesessen? Gibts überhaupt einen Ort, von dem aus die schreiben? Nein, es gibt was ganz anderes. Einen ganz anderen Zusammenhang.

Also das ist erst mal kein Ort, von dem aus die sprechen, kein physischer Ort. Da äussert sich nämlich eine Klasse. Und zwar jenseits eines unmittelbaren Interesses an dem Vorgang. Es ist die Äusserung einer Klasse, die das, was hier an einem bestimmten Ort ge2 sagt wird, sofort markieren kann als zu einer anderen Klasse gehö-rend.“ René Pollesch

Nach „Calvinismus Klein“ 2009 steht Martin Wuttke nun zum zweiten Mal in einer Inszenierung von René Pollesch auf der Bühne des Schauspiel-hauses Zürich. Bekannt ist er als grosser Heiner-Müller-Schauspieler, als „Tatort“-Kommissar und für seine Zusammenarbeit mit Quentin Taran-tino in „Inglourious Basterds“.

René Pollesch, 1962 in Friedberg/Hessen geboren, arbeitete nach seinem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Giessen mit einem eige-nen Ensemble. In der Spielzeit 1999/2000 war Pollesch Hausautor am Lu-zerner Theater, ab Herbst 2000 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Von 2001 bis 2007 war er künstlerischer Leiter des Praters der Volks-bühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin. Als Regisseur seiner eigenen Stücke arbeitet er u.a. an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, an den Münchner Kammerspielen, am Burgtheater Wien, am Deut-schen Schauspielhaus Hamburg und am Schauspielhaus Zürich. Pollesch hat mit seinen Texten und Inszenierungen eine eigene Theatersprache geschaffen, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. als „Dramatiker des Jahres“ (2002 für seine erste „Prater-Trilogie“), mit dem Mülheimer Dramatikerpreis (2001 für „www-slums“ und 2006 für „Cappuccetto Rosso“) und dem Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (2012). Seine Inszenierungen wurden mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Am Schauspielhaus Zürich waren von René Pollesch zuletzt „Herein! Her-ein! Ich atme euch ein!“, „Love/No Love“, „Bühne frei für Mick Levčik!“, „High (du weisst wovon)“ und im Frühjahr 2018 „Hello, Mister MacGuffin!“ zu sehen.

ICH WEISS NICHT, WAS EIN ORT IST, ICH KENNE NUR SEINEN PREIS (Manzini-Studien)
Von René Pollesch Uraufführung

Regie René Pollesch
Bühne Barbara Steiner
Kostüme Sabin Fleck
Dramaturgie Karolin Trachte
Licht Markus Keusch

Mit:
Kathrin Angerer Marie Rosa Tietjen
Martin Wuttke

Weitere Vorstellungen im Pfauen:
17./21. Dezember, 20:00 Uhr 6./11./13./17./24./28./31. Januar
2./4. Februar
Weitere Vorstellungen in Planung.

***

Mehr als Zuschauen zu „Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)“
Inszenierungseinblick
Bereits vor der Premiere haben Interessierte Gelegenheit, die neue In-szenierung kennenzulernen.
4. Dezember 2018, Treffpunkt Schiffbau/Foyer, 19:00-20:30, Eintritt frei
Leitung Petra Fischer, Dramaturgin

Theater im Gespräch
Moderierte Gesprächsrunde zu „Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)“ & “Nora oder Ein Puppenhaus“ um eigene Beobachtungen auszutauschen, Inszenierungsansätze zu verglei-chen und Fragen zu stellen.
19. Dezember 2018, Treffpunkt Schiffbau/Foyer, 19:00–20:30, Eintritt frei
Leitung Petra Fischer, Dramaturgin
Theaterlabor
Workshop für Jugendliche und junge Erwachsene ab 15 Jahren anhand von „Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis“
12. Januar, Treffpunkt Schiffbau/Foyer, 13:00-17:00, Eintritt frei
Leitung Albrecht Lehmann, Dramaturg

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