Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Kredit" im schauspielfrankfurtUraufführung: "Kredit" im schauspielfrankfurtUraufführung: "Kredit"...

Uraufführung: "Kredit" im schauspielfrankfurt

Familienhistorienspiel von Jan Neumann, eine Stückentwicklung

am 18. Januar 2008, 19.30 Uhr, Kleines Haus

 

Autor und Regisseur Jan Neumann kreierte zusammen mit Schauspielern im Auftrag von schauspielfrankfurt einen Abend, welcher der einzigartigen und fragilen Seite des Theaters verstärkt Raum gibt – dem flüchtigen, schöpferischen Moment des Spiels auf der Bühne.

 

 

Vor Beginn der Proben gab es nur ein Thema, ein Grobkonzept und ein Bühnenbild – aber keinen Text. Probe für Probe erfanden Darsteller und Regisseur, Bühnenbildner und Dramaturgin die Geschichte und ihre Figuren. Anhand dieser Improvisationen schrieb der Autor im weiteren Verlauf den Text.

Bei Kredit überlässt Jan Neumann bewusst die Dialogszenen der Improvisation und Gestaltungsfreiheit der Spieler. Gerahmt werden diese lebendigen und unwiederholbaren Augenblicke von festgeschriebenen Erzähltexten. Aus diesem täglichen Balanceakt zwischen freiem Spiel und literarischer Vorgabe entsteht eine besondere schöpferische Spannung.

 

Im Zentrum dieses Abends im Kleinen Haus steht die Erinnerung an Hans, Vater von fünf Kindern, ein in jeder Hinsicht großzügiger Mensch. Seinen leichten, aber zu frühen Tod nehmen seine Kinder zum Anlass, ein schillerndes Panorama an denkwürdigen Geschichten aufzuspannen. Fünf Schauspieler spielen eine weit verzweigte Familie, ihre zahlreichen eigensinnigen, schrägen und ganz normalen Onkeln, Tanten, Cousinen und Enkelkinder – ein buntes Panoptikum von 60 Jahren. Verschiedene Familienfeiern, die das Leben von Hans und die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder untereinander spiegeln und prägen, sind die Stationen, anhand derer das Team von Regisseur und Autor Jan Neumann Begebenheiten rund um die Themen Geld, Gefühle und Tod erzählt.

 

Jan Neumann, Jahrgang 1975, ist ein begnadetes Multitalent. 1998 schloss er seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik München / Bayerische Theaterakademie August Everding ab. Nach drei Jahren Engagement am Residenztheater München war er langjähriges Ensemblemitglied am schauspielfrankfurt, wo er in der Spielzeit 2004/05 bei seinem eigenen Stück Goldfischen und bei Herr Kolpert von David Gieselmann erstmals Regie führte. Seitdem ist er als Autor und Regisseur erfolgreich tätig. Liebesruh wurde 2005

am Thalia Theater in Hamburg uraufgeführt und in der Spielzeit 2006/07 von Jan Neumann persönlich am schauspielfrankfurt inszeniert. Presse und Publikum nahmen diese sensible Inszenierung gleichermaßen begeistert auf. Ähnlich der vom schauspielfrankfurt in Auftrag gegebenen Stückentwicklung Kredit erarbeitete er schon „Die Nacht dazwischen“ 2006 am Theater der Stadt Aalen und „Dunkelfeld“ im Frühjahr 2007 am Jaunais Rigas Teatris.

 

Regie: Jan Neumann; Bühne: Thomas Goerge; Kostüme: Nini von Selzam;

Dramaturgie: Sibylle Baschung; Darsteller: Nadja Dankers, Anna Grisebach,

Stefko Hanushevsky, Max Landgrebe, Daniel Stock

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Forever young

Die Essenz zweier realer und eines fiktiven Lebens werden in dem Theaterstück "Dorian" von Darryl Pinckney und Robert Wilson miteinander verknüpft: die des Malers Francis Bacon, des Autors Oscar Wilde…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Mythos erwacht zum Leben

Widersprüchlich und nicht ganz greifbar ist die historische Figur der Johanna von Orléans. Schier unglaublich, wie es einem einfachen Bauernmädchen im 15.Jahrhundert gelang, bis zum König…

Von: Dagmar Kurtz

"Krabat", Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler von Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Das 2013 in Stuttgart uraufgeführte Handlungsballett „Krabat“ nach dem beliebten Roman von Ottfried Preußler, in dem er eine sorbische Sage verarbeitet, hatte jetzt an der Deutschen Oper am Rhein…

Von: Dagmar Kurtz

Rocky Horror Picture Show trifft auf Homer

Heftiges Klopfen an der Tür. Es ist nicht der verstorbene Komtur, sondern ein junges Paar, das Einlass begehrt. In ihrer Inszenierung des „Don Giovanni“ für die Deutschen Oper am Rhein“ nutzt Karoline…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Schein

Täuschungen über Täuschungen, Doppelmoral und Betrug. In der Operette „Die Fledermaus“ macht jeder jedem etwas vor, allein die schwungvolle Musik mit Wiener Walzerseligkeit täuscht darüber hinweg und…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑