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Uraufführung: "Öl" von Lukas Bärfuss, Deutsches Theater Berlin

Premiere 18. September 2009

 

Auf ihrer Suche nach Erdöl sind Herbert Kahmer, seine Ehefrau Eva und sein Geschäftspartner Edgar Bron in ein Land gekommen, in dem niemand mehr Öl vermutet, aus dem sich die großen Gesellschaften längst zurückgezogen haben.

Während die beiden Männer in entlegenen Gebieten im Norden nach dem ersehnten Rohstoff bohren, wartet Eva in der Provinzhauptstadt auf sie. Sie hat sich in den letzten Winkel ihres Hauses zurückgezogen, geht nie nach draußen, trinkt und unterhält seit Jahren mit Herberts Wissen ein Verhältnis mit Edgar. Gomua, die tadellos Deutsch sprechende einheimische Bedienstete der Kahmers, ist Evas einziger Kontakt mit dem fremden Land. Als eines Tages Elsa Danzig, eine junge Journalistin, auftaucht und die Männer zudem auf eine Ölquelle stoßen, gerät die kleine Gemeinschaft aus dem Gleichgewicht.

 

Lukas Bärfuss’ Figuren sind mit sich selbst am Ende angekommen. Sie haben vergessen, was Glück, was Liebe und was Heimat bedeutet. Ihr Wissen um die Korruption und Gewalt, derer sie sich bedienen, um ihre eigenen Neurosen, ihre Lügen und Ängste, ist ihr Fluch.

 

Nach ‚Hundert Tage‘, seinem großartigen Ruanda-Roman, zeigt Lukas Bärfuss in diesem Auftragswerk für das Deutsche Theater ein weiteres Mal den Westeuropäer als einen in seiner Ignoranz und seinem Selbst-mitleid gefangenen Schmarotzer.

 

Regie: Stephan Kimmig

Bühne: Katja Haß, Kostüme: Katharina Kownatzki

Dramaturgie: Sonja Anders

Musik: Michael Verhovec

 

Mit: Margit Bendokat, Felix Goeser, Nina Hoss, Ingo Hülsmann, Susanne Wolff

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