Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
URAUFFÜHRUNG: "Queen Recluse" von Thiemo Strutzenberger, Schauspielhaus WienURAUFFÜHRUNG: "Queen Recluse" von Thiemo Strutzenberger, Schauspielhaus WienURAUFFÜHRUNG: "Queen...

URAUFFÜHRUNG: "Queen Recluse" von Thiemo Strutzenberger, Schauspielhaus Wien

Premiere: 14. November 2013, 20:00 Uhr, Nachbarhaus. -----

Kaum ein Dutzend jener fast 1800 Gedichte, die ihr radikales Lebenswerk darstellen, ließ Emily Dickinson, die postum zu einer Ikone des Feminismus avancierte, zu Lebzeiten publizieren. Abgesehen von den Briefen, mit denen sie Kontakt zur Außenwelt hielt, schrieb sie praktisch nur für sich selbst, zurückgezogen in ihr Zimmer, das sie nur noch in Ausnahmefällen verließ.

 

Diesen historischen Umstand macht sich Thiemo Strutzenberger in seiner Dramatisierung dieses Künstlerinnenlebens zunutze und lässt deren Schwester und Schwägerin immer wieder als Dickinson auftreten. Queen Recluse erzählt von Rollenzuschreibungen und Identitäts-Vexierspielen: In gleichsam spiralförmiger Bewegung nähert sich Strutzenberger mit einer Fülle an kulturhistorischen Materialien und literarischen Bezügen der Psyche einer mutig in die Domänen des Männlichen eindringenden Frau, deren Rückzug ins Private keineswegs als innere Emigration zu lesen ist.

 

Thiemo Strutzenberger

geboren 1982 in Kirchdorf/Krems (Oberösterreich). Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien sowie Studium der Philosophie, Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien, wo er auch den Masterstudiengang für Gender Studies belegte. Während seiner Schauspielausbildung spielte er in René Polleschs Liebe mich irgendwie, nein lieber doch nicht, wofür er 2004 den Vontobel-Preis beim Theatertreffen Deutschsprachiger Schauspielstudierender Hannover gewann. Neben seiner Ausbildung war er zwischen 2002 und 2005 am Burgtheater Wien engagiert, wo er u.a. in Hamlet von William Shakespeare (2002, Regie: Klaus Maria Brandauer) und Ernst ist das Leben/Bunbury von Oscar Wilde/Elfriede Jelinek (2005, Regie: Falk Richter) spielte. Zwischen 2005 und 2007 folgte ein Engagement am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo er u.a. in Die Krönung Richards III von Hans Henny Jahnn (2005, Regie: Sebastian Nübling) mitwirkte. In der Spielzeit 2008/09 arbeitete er am Theater Neumarkt in Zürich bei Barbara Weber und Rafael Sanchez. Zuletzt spielte er die Hauptrolle in Local Heroes, einem Kinofilm von Henning Backhaus (2012). Dramatikerstipendium des Bmukk, Dramatikerstipendium der Literar-Mechana (beide 2010), Teilnehmer am Forum-Text-Lehrgang des Dramaforum der uniT Graz (2011-13).

 

Am Schauspielhaus Wien spielte er in der Spielzeit 2007/08 in der Uraufführung von wohnen. unter glas, seit 2010/11 ist er fixes Ensemblemitglied. In der Saison 2008/09 nahm er am Autorenförderprogramm stück/für/stück teil, für sein dabei entstandenes Stück Hunde Gottes erhielt er den Publikumspreis. 2010 wurde am Schauspielhaus sein Stück X. The Zofen Suicides im Rahmen der Serie Die X Gebote uraufgeführt.

 

Mit: Steffen Höld, Barbara Horvath, Gideon Maoz, Myriam Schröder

 

Regie: Martin Schmiederer

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑