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Uraufführung: WARUM WIR ALSO HIER SIND im schauspielfrankfurt

KEIN TRAUMSPIEL von Michael Lentz

Premiere 16. Januar 2009, 19.30 Uhr, Kleines Haus

 

Friederike versammelt gerne Geister der Vergangenheit um sich, bevorzugt berühmte Personen, deren Biografie sie kürzlich gelesen hat.

Nämlich solche, die zu früh starben und denen die Welt ihre verdiente Anerkennung schuldig blieb. Weil Amalia ihr diese Flausen austreiben will, arrangiert sie eine reale Zusammenkunft mit den beiden aktuell verehrten »Geistern«: dem Dramatiker Christian Dietrich Grabbe und dem Physiker Johann Wilhelm Ritter, die allerdings in Wirklichkeit nur der örtliche Briefträger und sein Freund sind. Der Versuch, Friederike mit diesem Schauspiel in die Realität zurückzuholen, gerät jedoch aus der Bahn. Friederikes Welt zieht noch größere Kreise und auch die vermeintlichen Darsteller der historischen Persönlichkeiten scheinen auf erstaunliche Weise mit ihren Rollen zu verschmelzen. Amalias Schauspiel wird so zu einem fulminanten Triumph der Einbildungskraft und Friederikes phantastischer Welt, in der nun alles möglich scheint. Die Zeiten und Biografien geraten (ebenso wie der Raum) aus den Fugen, und am Ende kann sich keiner mehr ganz sicher sein, ob er das alles unbeschadet überlebt hat oder nicht.

 

Michael Lentz’ Stück WARUM WIR ALSO HIER SIND. Kein Traumspiel ist eine Hommage an Dada, mit einer Sprachverliebtheit ähnlich der des ebenfalls im Stück in Erscheinung tretenden Dada-Künstlers Raoul Hausmann.

schauspielfrankfurt beauftragte den Schriftsteller, Lautkünstler und Musiker Michael Lentz bereits ein zweites Mal mit einer Stückentwicklung. In der Spielzeit 2007/08 wurde seine erste, GOTTHELM ODER MYTHOS CLAUS, durch Christiane J. Schneider im Kleinen Haus zur Uraufführung gebracht. Bekannt wurde Michael Lentz vor allem durch seine Romane »Liebeserklärung« (2003) und »Pazifik Exil« (2007). 2001 erhielt er für sein Prosastück »muttersterben« den Ingeborg-Bachmann-Preis. Michael Lentz ist Präsident der Freien Akademie der Künste zu Leipzig und Professor für Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig (DLL). Er lebt in Berlin und Leipzig.

 

Die Uraufführung von WARUM WIR ALSO HIER SIND inszeniert der Schweizer Regisseur Niklaus Helbling, dessen Inszenierung von Lessings EMILIA GALOTTI aus der Spielzeit 2007/08 noch immer erfolgreich im Repertoire des schauspielfrankfurt läuft. Der freischaffende Autor, Dramaturg und Regisseur inszeniert am Wiener Burgtheater, in Bochum, Hamburg, Mannheim, Basel, Graz, Zürich und bei den Salzburger Festspielen. Niklaus Helbling ist Autor und Regisseur zahlreicher Hörspiele, Lese-Performances, Liederabende und Revuen. Diese realisierte er zum Teil in Koproduktion mit der interdisziplinären Schweizer Künstlergruppe MASS & FIEBER, zu deren Mitbegründern er zählt. Für die erste Projektarbeit von MASS & FIEBER, BAMBIFIKATION, wurde die Künstlergruppe 1999 mit dem Preis des Impulse-Festivals Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

 

Regie: Niklaus Helbling

Bühne und Kostüme: Dirk Thiele

Musik: Felix Huber

Video: Philipp Batereau

Dramaturgie: Jens Groß

 

Darsteller: Mathias Max Herrmann, Sascha Maria Icks, Sebastian Schindegger,

Aljoscha Stadelmann, Sabine Waibel

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