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Virginia Woolfs „Die Wellen“ im Schauspiel Köln

Premiere am 18. Februar 2011 im Schauspielhaus

 

Spielende Kinder – ein Sommermorgen, Haus und Garten am Meer – Türen öffnen und schließen sich, öffnen und schließen sich immer wieder, und durch sie Anblicke, Augenblicke, Aufbrüche.

Drei Mädchen und drei Jungen, Freunde, jedem einzelnen verleiht Virginia Woolf eine Stimme: In inneren Monologen erzählen sie von der Abreise ins Internat, der Begegnung mit Beruf, Liebe, Ehe, Elternschaft und Tod. In der Jugend ringen sie um Identität. In mittleren Jahren scheint Veränderung nicht mehr möglich; neben sich spüren sie die Schatten der Menschen, die sie auch hätten sein können, verlorene Ichs, unwiederbringlich verloren.

 

„Die Wellen“, 1931 veröffentlicht, stellt eines der radikalsten und innovativsten Experimente der Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts dar. Mit der kunstvollen Verschmelzung der inneren Stimmen zu einem Chor, und der Einbettung dieser Passagen in die poetische Beschreibung eines Sommertages weist Virginia Woolf den Weg zu dem, was uns verbindet und „vielleicht von Dauer ist, in unseren schlafenden, essenden, atmenden, so animalischen, so spirituellen und wild bewegten Leben.“

 

2006 setzt sich die englische Regisseurin Katie Mitchell mit diesem Meisterwerk auseinander und entwickelt in ihrer Inszenierung eine Theatersprache, in der theatrale und filmische Elemente eine beeindruckende Verbindung eingehen. In Köln führt sie diese Dramaturgie mit Kroetz’ „Wunschkonzert“ in der Spielzeit 2008/09 fort. Nun kehrt sie zur Quelle der Inspiration für ihre multimediale Theaterarbeit zurück. Mit Schauspielern unseres Ensembles hat sie ihre Londoner Inszenierung von Virginia Woolfs „Die Wellen“ überarbeitet.

 

Es spielen: Yorck Dippe, Ruth Marie Kröger, Sebastian Pircher, Renato Schuch, Maik Solbach, Laura Sundermann, Birgit Walter und Julia Wieninger

 

Regie: Katie Mitchell, Video: Leo Warner, Bühne: Vicky Mortimer, Kostüme: Helen Johnson, Musik: Paul Clark, Sound Design: Gareth Fry, Licht: Michael Frank, Dramaturgie: Jan Hein

 

Weitere Vorstellungen am 19., 20., 24., 25., 26. und 27 Februar

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