Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Volkstheater Wien: MARIA STUART von Friedrich SchillerVolkstheater Wien: MARIA STUART von Friedrich SchillerVolkstheater Wien: MARIA...

Volkstheater Wien: MARIA STUART von Friedrich Schiller

PREMIERE: 20. DEZEMBER 2013. ----

England, 1587. Maria, Königin von Schottland, als Gattenmörderin aus ihrem Land vertrieben, sucht bei Elisabeth, Königin von England, Schutz. Doch die lässt Maria, in der sie als Königin und als Frau eine Konkurrentin erblickt, einkerkern.

Der Vorwurf lautet: Aufruhr gegen den englischen Thron. Da kommen zwei Männer ins Spiel: Mortimer, der junge Neffe des Kerkermeisters, plant Marias Befreiung. Sie aber bittet ihn, mit Leicester, einem Günstling Elisabeths, von dem sie sich geliebt glaubt, Kontakt aufzunehmen. Ein fataler Fehler. Verhängnisvolle Verwicklungen nehmen ihren Lauf, die in Marias Hinrichtung gipfeln.

 

In seinem im Jahr 1800 in Weimar uraufgeführten Trauerspiel bringt Friedrich Schiller die letzten Tage der unglücklichen schottischen Königin auf die Bühne. Er zeigt Maria Stuart als sündige Verführerin und zugleich als bemitleidenswertes Opfer der berechnenden Strategin Elisabeth. Marias Verbrechen liegt in der Vergangenheit und ist der Leidenschaft entsprungen, Elisabeths Verbrechen

 

hingegen vollzieht sich vor den Augen des Publikums: Die unberechtigte Anklage wurzelt in gekränkter Eitelkeit, Eifersucht und Neid. Doch noch beim Streit der Rivalinnen – eine geniale Konstruktion Schillers, die genauso wenig den historischen Tatsachen entspricht wie die Gestalt Mortimers und das Verhältnis Leicester-Maria – ist auch Maria alles andere als eine „schöne Seele“. Das ist der Wendepunkt des Stücks: Denn es ist Maria, die ab nun nicht nur Sympathien, sondern auch das moralische Recht gewinnt. Ihren Triumph erlebt sie im letzten Akt, indem sie das Todesurteil in freier Entscheidung annimmt, während die politische Siegerin Elisabeth vereinsamt zurückbleibt.

 

Regie: Stephan Müller

Bühne: Michael Simon

Kostüme: Birgit Hutter

Musik: Wolfgang Mitterer

Dramaturgie: Susanne Abbrederis

 

mit Andrea Eckert, Martina Stilp; Patrick O. Beck, Erwin Ebenbauer, Günter Franzmeier, Rainer Frieb, Alexander Lhotzky, Jan Sabo, Roman Schmelzer u.a.

 

Die nächsten Vorstellungen:

23. und 27. Dezember 2013

3. und 6. Jänner 2014

jeweils 19.30 Uhr

 

Karten: (01) 52 111-400

www.volkstheater.at

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑