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WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? von Edward Albee - Theater BielefeldWER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? von Edward Albee - Theater BielefeldWER HAT ANGST VOR...

WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? von Edward Albee - Theater Bielefeld

PREMIERE Fr. 09.09.22, 20 Uhr, Stadttheater

Am Anfang des Abends steht ein Witz, über den die eine zu laut und der andere nicht laut genug gelacht hat. »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« In die Pointe werden die Zuschauer*innen nicht eingeweiht. Sie fiel auf einer alkoholgetränkten Akademiker*innen-­Party, von der Martha und George – seit Urzeiten ein Ehepaar – gerade nach Hause kommen.

 

Copyright: Portrait Edward Albee

Kurz darauf stehen die jungverheirateten Nick und Honey im Wohn­zimmer, die Martha kurzerhand auf einen Ab­sacker eingeladen hat – sehr zum Missvergnü­gen ihres Angetrauten. Das Spiel beginnt. Martha und George scheinen kein geselliges Interesse an ihren Gästen zu haben, sondern degradieren sie vielmehr zu Zuschauer*innen ihres immer perfider werdenden Ehestreits, in dem die beiden sich nach und nach nicht nur als exzellente Spieler*innen, sondern auch als gefährlich eingespieltes Team erweisen.

So wird es für die Gäste ein Drahtseilakt, nicht unter die Räder der Streitschau zu geraten. Im Laufe des Spiels kommen zunehmend bittere Wahrheiten über die Beteiligten ans Licht – dabei geht es um erfolglos gebliebene Karrieren, unerfüllte Zukunftswünsche und das allgemein menschliche Versagen. Und so müssen alle zusehen, wie sie mit den Gescheh­nissen dieser Nacht am nächsten Tag umgehen können.

Das Stück zeigt eine Ehe an der Grenze des Zersprengens. Ist der Streit nur eine zufällige Auseinandersetzung oder Motor zum Fortbestand der Beziehung? Gibt es eine Ruhe nach dem Sturm? Wie kann es weitergehen? Edward Albee ist ein Meister im Beschreiben von Des­illusionierung, Angst und Tod, nichtsdestotrotz lauert stets etwas Hoffnungsvolles in seinen Texten. So auch in Wer hat Angst vor Virginia Woolf, einem Klassiker der amerikanischen Dramenliteratur, in welchem letzten Endes der American Way of Life als Lüge entlarvt wird.

Inszenierung Michael Heicks  
Bühne Annette Breuer  
Kostüme Jürgen Höth
Dramaturgie Franziska Eisele  

Mit Simon Heinle / Christina Huckle / Thomas Wehling / Carmen Witt

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