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Zwei Autorenpreisträger des Heidelberger Stückemarkts – zwei Uraufführungen

Das Heidelberger Theater wird Philipp Löhles „Lilly Link oder Schwere Zeiten für die Rev...“ sowie Nino Haratischwilis „Liv Stein“ in der kommenden Spielzeit uraufführen. Die beiden Autoren hatten den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis des HEIDELBERGER STÜCKEMARKTS 08 gleichermaßen zuerkannt bekommen.

 

Dass die Fördersumme nicht geteilt, sondern vom Heidelberger Theater zu gleichen Teilen an die beiden Autorenpreisträger vergeben werden konnte, war durch die spontane Hilfe eines großzügigen Stifters möglich geworden. Nun dürfen sich Nino Haratischwili und Philipp Löhle über die Uraufführungen freuen, nachdem beide bei der Preisverleihung im Mai jeweils 10.000 Euro Förderpreisgeld erhalten hatten.

 

Erstmals in der Geschichte des HEIDELBERGER STÜCKEMARKTS wurde der Hauptpreis an zwei Autoren zugleich vergeben. Die prominent besetzte Jury befand Philipp Löhles „Lilly Link oder Schwere Zeiten für die Rev...“ sowie Nino Haratischwilis „Liv Stein“ gleichermaßen herausragend. Beide Autoren machen derzeit von sich reden: Philip Löhles „Genannt Gospodin“ war für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert, am Hamburger Thalia Theater wird sein Heidelberger Preisträgerstück „Lilly Link“ bei den aktuellen Autorentheatertagen vorgestellt.

 

In der Laudatio schreibt Hartmut Krug über Philipp Löhles Stück: „Philipp Löhle erzählt von den Existenzängsten und der Sehweise seiner Generation mit Lockerheit und Humor. Dabei stellt er die Verzweiflung von Figuren komisch aus, ohne sie je zu verraten. Philipp Löhle schrieb ein zugleich komisches wie trauriges Stück. Seinen Figuren ist eine emotionale Verzweiflung eingeschrieben, mit der der Autor zugleich souverän spielt. Das unsichere Hin und Her seiner Figuren findet seine Entsprechung im dramaturgisch scheinbar unsicheren Hin und Her der Handlung. Hier ist noch nicht alles perfekt, aber immerhin stets in Bewegung. Was man ein Zeitgeiststück nennen könnte, sehe ich als Philipp Löhles durchaus gelungenen Versuch, den Geist seiner Zeit auf der Bühne in Bewegung zu setzen. Löhles Stück atmet Leichtigkeit, vermittelt ein Lebensgefühl und besitzt einen eigenen Stil, ohne gestylt zu sein.“

 

Für Nino Haratischwilis Stück „Liv Stein“ begeisterte sich der Autor, Regisseur und Schauspieler Volker Schmidt: „Nino Haratischwili zaudert nicht. Sie hat mit „Liv Stein“ ein Stück geschaffen, das freudig und ohne Rücksicht auf Verluste ins Volle greift, ein Stück, das ihrem Herzen entsprungen ist und das Herz des Lesers oder Zuschauers berührt. Die junge Autorin hat Figuren mit einer reichen Innenwelt, mit einer emotionalen Vielschichtigkeit und Verletzlichkeit geschaffen, wie man sie bei Autoren unserer Generation selten findet.“

 

Das Heidelberger Theater schließt sich dem Votum der Jury – bestehend aus Sabina Dhein (Intendantin am Theater Erlangen), Hartmut Krug (Kritiker), Antonia Lahmé (Mitarbeiterin der Kulturstiftung des Bundes), Axel Preuß (Schauspieldirektor am Heidelberger Theater) und Volker Schmidt (Autor und Doppelter Preisträger des STÜCKEMARKTS 07) – an und wird nun beide Autoren im zwinger1 – dem goldenen Theater für Neues uraufführen! Philipp Löhles „Lilly Link oder Schwere Zeiten für die Rev...“ wird am 07.11. 08 in der Regie von Orazio Zambelletti uraufgeführt, Nino Haratischwilis „Liv Stein“ folgt Mitte Februar 09, Regie führt die Autorin selbst!

 

„Der Heidelberger Stückemarkt ist das wichtigste Festival zur Förderung neuer Dramatik von jungen Autoren. Mit der höchsten Gesamtfördersumme, der seriösen Präsentation der Stücke in Lesungen sowie den Gastspielen ausgewählter Uraufführungen steht der Autor und seine Förderung umfassend im Zentrum des Festivals. Dass wir zum 25. Jubiläum des Stückemarkts gleich zwei tolle Autorenpreisträger haben, zeigt die Qualität und macht uns glücklich“, so der Künstlerische Leiter des HEIDELBERGER STÜCKEMARKTS, Axel Preuß. „Die beiden Stücke verdienen es dort aufgeführt zu werden, wo sie das Publikum schon einmal als Lesungen begeisterten. Der flexible zwinger1 ist einfach ideal für neue Dramatik.“

 

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