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„Abends am Fluss“ / „Hochwasser“ - zwei Opernuraufführungen von Johannes Harneit im Theater Heidelberg

Premiere Fr 06.02.2015, 19.30 Uhr, Marguerre-Saal / Alter Saal. -----

Gleich mit zwei Uraufführungen an einem Abend in unterschiedlichen Spielstätten – dem Heidelberger Marguerre-Saal sowie dem Alten Saal - lädt das Musiktheater zu einem doppelten Opernhighlight ein.

Der Komponist Johannes Harneit benutzt das Bild eines Flusses als eine leicht zu entschlüsselnde Metapher für eine Naturgewalt, die von unserer modernen Zivilisation ständig benutzt und gefährdet, niemals aber vollständig gezähmt wird. Der Strom inspirierte ihn zu einer kraftvoll fließenden Musik, die den Hörer sinnlich sowie körperhaft einhüllt und in den Bann zieht. Im Kontrast dazu bildet der intimere zweite Teil eine Art Satyrspiel. Voller Spaß an den Absurditäten des Alltags belauscht das Publikum die Unterhaltungen zweier Koffer in einem Keller, die das Hochwasser auf die weiteste Reise ihres Lebens mitnimmt.

 

In diesem Kontinuum der Reflexion ist es kein Zufall, wenn historisch bekannte Archetypen angeschwemmt werden, die unaufhörlich deutsche Familiengeschichten erzählen: der strenge Großvater, die mütterliche Frau, das Wunderkind, der schlafende Hund, ein linker und ein rechter Spitzel. Die Zeiten wandeln sich, doch manches scheint immer gleich zu bleiben ...

 

Die Libretti zu beiden Stücken stammen von Gero Troike.

in deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln;

 

Peter Konwitschny inszeniert erstmals in Heidelberg. Er gab die Werke nach dem sensationellen Erfolg seiner politisch engagierten Nono-Inszenierung „Al gran sole“ in Auftrag und bringt sie nun mit seiner szenischen Fantasie auf die beiden Theaterbühnen Heidelbergs. Im ersten Teil zaubert er mit Hilfe der großen Opernmaschinerie eine abendliche Flusslandschaft auf die Bühne des neuen Marguerre-Saals, die auch das Fließen der Zeit in Klänge und Bilder umsetzt.

 

Bühne und Kostüme entwarf Helmut Brade, der u. a. für Benno Besson und Brigitte Soubeyran an der Volksbühne Berlin, in Budapest und Tübingen tätig war. Bereits 1982 begann mit den Händel-Opern „Rinaldo“ und „Tamerlan“ sowie „Carmen“ in Halle seine Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny, die sich an den Opernhäusern in Barcelona, Basel, Chur, Hamburg, Hannover, Kassel, Kopenhagen, Nürnberg, Oslo, Paris und Tokio fortsetzte. An der Oper Leipzig entstanden seine Bühnenbilder für die Uraufführung der Oper „Abraum“ von Jörg Herchet, für „Al gran sole carico d’amore“ von Luigi Nono sowie für szenische Umsetzungen von Bachkantaten im Kellertheater. Das Bühnenbild zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Regie Jochen Biganzoli) anlässlich des 50. Jahrestages des Wiederaufbaus der Oper Leipzig. 1994 bis 2003 war H. Brade Professor für Kommunikationsdesign an der Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein, 1999 bis 2003 Präsident der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. Er ist Mitglied der AGI (Alliance Graphique Internationale).

 

Als Solisten sind an diesem Abend Irina Simmes, Ks. Carolyn Frank, Angus Wood, Tomas Möwes, Namwon Huh, Ks. Winfrid Mikus, Nico Wouterse, Hye-Sung Na, Wilfried Staber und Ipča Ramanović zu erleben. Es singen der Chor sowie der Extra- und der Kinderchor des Theaters und Orchesters Heidelberg unter Leitung der Chordirektorin Anna Töller, und es spielt die Statisterie des Theaters und Orchesters Heidelberg. Die musikalische Leitung obliegt Johannes Harneit. Musikalisch ist das Philharmonisches Orchester Heidelberg zu erleben.

 

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Im Anschluss an die erste Opern-Uraufführungspremiere findet am 06. Februar auf der Bühne des Marguerre-Saals die Verleihung des Preises der deutschen Theaterverlage statt, mit dem die Heidelberger Musiktheatersparte für ihren innovativen Spielplan und die gute Ensemblepflege für diese Spielzeit ausgezeichnet wurde. Die Laudatio hält Frank Harders vom Verlag Boosey & Hawkes.

 

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Bereits in der darauffolgenden Woche vom 13. – 15. Februar findet in Heidelberg ein Symposion zum Thema „Politisches Musiktheater heute“ statt. Dieses wird am Freitag, 13.02., um 19.30 Uhr mit der zweiten Präsentation der Uraufführungen „Abends am Fluss“ / „Hochwasser“ eröffnet. Am 14.02. folgen Diskussionen zu unterschiedlichsten Themen. Um 20.00 Uhr folgen die Kammeropern „Twice Through The Heart“ (Turnage) / „Death Knocks“ (Chr. Jost) / „Erwartung“ (A. Schönberg) im Zwinger1. Am Sonntagvormittag um 11.00 Uhr sind im Rahmen des Abschlusskonzertes Werke von Joachim Harneit (Uraufführung), Luigi Nono, Chaya Czernowin, Helmut Lachenmann und Bernd Alois Zimmermann im Alten Saal zu hören. An diesem Wochenende werden in Heidelberg hochkarätige Gäste erwartet, so z. B. Peter Konwitschny, Joachim Harneit, Chaya Czernowin, Marko Nikodijevic, Lydia Steier, Florian Lutz, Klaus–Peter Kehr, Dr. Stephan Mösch, Achim Freyer u. v. m.

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