Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Alban Bergs „Wozzeck“ an den Bühnen der Stadt GeraAlban Bergs „Wozzeck“ an den Bühnen der Stadt GeraAlban Bergs „Wozzeck“...

Alban Bergs „Wozzeck“ an den Bühnen der Stadt Gera

Premiere am 29. Mai 19.30 Uhr

 

Es ist fast achtzig Jahre her, da stand die Oper „Wozzeck“ von Alban Berg schon einmal auf dem Spielplan des Geraer Theaters. Die Premiere am 11. November 1930 wurde zum Riesenerfolg für die Mitwirkenden und ein Meilenstein auf dem Weg des Werkes ins Repertoire.

 

 

Eingeladen von Erbprinz Heinrich Reuß XLV., war der Komponist höchstpersönlich anwesend. Er hatte seinen berühmten „Wozzeck“-Vortrag gehalten und war hocherfreut von den überzeugenden Aufführungen. Und er konnte erleben, wie sich der Siegeszug seiner Oper, die nach der Berliner Uraufführung von 1925 in Prag und Leningrad für Furore gesorgt hatte, auch auf kleineren Bühnen fortsetzte.

 

Die Verbindung von sozialer Thematik und avanciertem Komponieren machte sie bald zum herausragenden Meisterwerk des modernen Musiktheaters. Bis sie als „entartete Kunst“ unters Verdikt der Nazis fiel. Alban Berg hat Georg Büchners „Woyzeck“ 1914 in Wien gesehen – jenes szenische Fragment, mit dem der 23-jährige Dichter und Revolutionär die deutsche Dramatik revolutionierte. Es zeigt das Los eines Mannes, der zum Mörder seiner Geliebten wird und der doch selbst ein Opfer ist. „Das Schicksal des von aller Welt ausgenützten und gequälten armen Menschen“ hat Berg ebenso erschüttert, wie ihn der „emotionale Stimmungshalt der einzelnen Szenen“ faszinierte. Er hat die losen Szenen Büchners zu einem Libretto mit drei Akten und 15 Szenen geordnet. Und für die Vertonung wählte er – völlig neuartig - Formen der Instrumentalmusik: Fünf Charakterstücke, eine Symphonie in fünf Sätzen und sechs Inventionen vollziehen die dramatischen Zuspitzungen eindringlich nach und entwickeln mit gestischer Prägnanz, lyrischer Zartheit und dem „großen Ton“ Mahlers eine immense Bühnenwirksamkeit und Ausdrucksstärke.

 

Die Neuinszenierung durch Generalintendant Prof. Matthias Oldag wird durch die Frage bestimmt, wie diese explosive Mischung von Sozialkritik, Psychodrama und Eifersuchtstragödie in unserer Zeit wirkt. Bebildert wird diese Sichtweise durch die Bühne von Thomas Gruber und die Kostüme von Hendrike Bromber. Die musikalische Leitung hat GMD Eric Solén am Pult des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera. Und die Hauptrollen sind mit Teruhiko Komori/Martin Winkler (Wozzeck), Franziska Rauch (Marie) und Jürgen Müller (Tambourmajor) besetzt.

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

"Krabat", Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler von Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Das 2013 in Stuttgart uraufgeführte Handlungsballett „Krabat“ nach dem beliebten Roman von Ottfried Preußler, in dem er eine sorbische Sage verarbeitet, hatte jetzt an der Deutschen Oper am Rhein…

Von: Dagmar Kurtz

Rocky Horror Picture Show trifft auf Homer

Heftiges Klopfen an der Tür. Es ist nicht der verstorbene Komtur, sondern ein junges Paar, das Einlass begehrt. In ihrer Inszenierung des „Don Giovanni“ für die Deutschen Oper am Rhein“ nutzt Karoline…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Schein

Täuschungen über Täuschungen, Doppelmoral und Betrug. In der Operette „Die Fledermaus“ macht jeder jedem etwas vor, allein die schwungvolle Musik mit Wiener Walzerseligkeit täuscht darüber hinweg und…

Von: Dagmar Kurtz

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑