Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Arsen und Spitzenhäubchen" im schauspielhannover"Arsen und Spitzenhäubchen" im schauspielhannover"Arsen und...

"Arsen und Spitzenhäubchen" im schauspielhannover

Komödie von Joseph Kesselring Premiere am 30. Dezember um 19.30 Uhr im Schauspielhaus

 

Familie ist die Hölle. Provinz ist die Hölle. Thomas Birkmeirs Inszenierung von Joseph Kesselrings „Arsen und Spitzenhäubchen“ handelt von einer Familie in der Provinz.

Zur Personage gehören u.a. die beiden reizenden alten Damen Emmy und Martha Bruster, ihr seelisch leicht desorientierter Neffe Erich, der frustrierte Theaterkritiker Mortimer, zwei Berufsmörder, ein spätes Mädchen, ein Dorfpfarrer und alle sind sie irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert. Die Handlung dieses Klassikers des Schwarzen Humors besteht im Wesentlichen darin, dass eine Menge Leute versucht, eine Menge Leichen durch ein Haus zu manövrieren, ohne es einander merken zu lassen. Das Arsen macht dem Zuschauer dabei keine Angst, es sind die Spitzenhäubchen, die ihn amüsiert das Fürchten lehren. Denn das Gruselige sind nicht die Mordtaten, sondern die entsetzliche Normalität und Biederkeit der Täter(innen), der Horror der kleinbürgerlichen Überschaubarkeit und dessen, was dahinter lauert. Nichts kann angsteinflößender sein als ein gepflegter Vorgarten. Nichts verbirgt mehr als eine reinliche Fassade.

 

Und nichts ist komischer als eine Komödie alten Stils mit allem, was dazugehört: Leichen im Keller, Leichen in der Küche, viele offene und verschlossene Türen, Truhen und Bodenklappen. Treppen, Stiegen und Winkel – ein Parcours, um sich in der Artistik des Verbergens zu üben. Das „Arsen“-Ensemble wird angeführt von Sibylle Brunner und Angela Müthel als tödliches Schwesternpaar Martha und Emmy Bruster. Regisseur Thomas Birkmeir ist Intendant des Theaters der Jugend in Wien. In Hannover inszenierte er bereits Cornelia Funkes „Tintenblut“. Mit Sibylle Brunner, Moritz Dürr, Christian Friedel, Bernd Geiling, Picco von Groote, Klaus-Peter Haase, Marcel Metten, Wolfgang Michalek, Angela Müthel, Friedrich W. Rasch, Oda Thormeyer Regie Thomas Birkmeir Bühne Philipp Nicolai

Kostüme Marysol del Castillo Musik Klaus Erharter

Dramaturgie Robert Koall

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑