Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Baden-Württembergischer Jugendtheaterpreis 2006Baden-Württembergischer Jugendtheaterpreis 2006Baden-Württembergischer...

Baden-Württembergischer Jugendtheaterpreis 2006

Stücke von Jean-Michel Räber,

Tina Müller und Kai Hensel ausgezeichnet

Am 18. Mai 2006 wird im Rahmen des Internationalen und Baden-Württembergischen Theaterfestivals „Schöne Aussicht“ im Jungen Ensemble Stuttgart der Baden-Württembergische Jugendtheaterpreis 2006 verliehen.

 

Der erste Preis geht an Jean-Michel Räber für „Bis in die Wüste“.

Die Jury vergibt dieses Jahr zwei zweite Preise an

Tina Müller für „Bikini“ und Kai Hensel für „Jamaika“.

 

Der vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gestiftete Preis wird seit 1981 von der Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendtheater Baden-Württemberg alle zwei Jahre verliehen und ist mit insgesamt über 15.000 € einer der höchstdotierten Preise im Kinder- und Jugendtheater. Ausgezeichnet werden neue noch nicht ur- bzw. erstaufgeführte Stücke für das professionelle deutschsprachige Jugendtheater.

Die 12köpfige Fachjury besteht aus den Dramaturgen der Baden-Württembergischen Kinder- und Jugendtheater und der freien Kritikerin Sabine Leucht, der Autorin Eva-Maria Stüting, der Städtevertreterin Sybille Hirzel und dem Verlagsdramaturgen Bastian Häfner vom Verlag Autorenagentur. Den Juryvorsitz führen Stefanie Jerg und Nicole Libnau des Schnawwl, Nationaltheater Mannheim.

Mit der Preisverleihung verbunden werden Lesungen aus den drei prämierten Stücken sein.

 

Der Heidelberger Autor Jean-Michel Räber wird ausgezeichnet für sein sprachlich und formal herausragendes Stück „Bis in die Wüste“ (Verlag Gustav Kiepenheuer). Es ist ein Stück über Mitläuferseelen und krumme Hunde, über Fremdenhass, zerrüttete Familien und vielleicht sogar über Mord. Lose Satzenden und fehlgeleitete Energien, Grausamkeit und Poesie verbinden sich hier zu der einen großen Erzählung, die einen starken Sog entwickelt und doch so seltsam leicht wirkt, als nähme die Form die gewichtigen Inhalte auf die Schippe. Dabei waltet hier nur - trotz allem - der Lebensmut.

 

„Bikini“ von Tina Müller wird mit dem zweiten Preis der Jury ausgezeichnet. In ihrem Stück versteht es die 26jährige Autorin und Studentin des Studiengangs „Szenisches Schreiben“ an der UdK Berlin, den Zickenkrieg dreier junger Frauen um einen Mann und um den Sieg im Bikini-Wettbewerb lustvoll und pointenreich zu gestalten. Die Autorin spielt dabei auf virtuose Art mit Klischees, um die Verletzlichkeit und Verzweiflung der Figuren sichtbar zu machen.

 

Ebenfalls mit dem zweiten Preis der Jury wird Kai Hensel für sein Zweipersonenstück „Jamaika“ (Verlag Gustav Kiepenheuer) ausgezeichnet, in dem der Autor nach "Klamms Krieg" sich ein weiteres Mal mit den Auswirkungen der Institution "Schule" beschäftigt. Hensel lässt in seinem „Kammerspiel“ einen Vertrauenslehrer und seinen Schüler in der Wohnung des Lehrers aufeinandertreffen. Ein starkes Stück über Verantwortung, Freiheit und Vertrauen, mit der wichtigen Frage, ob es eine gleichberechtigte Verständigung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, Lehrern und Schülern überhaupt geben kann.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑